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Straßenbaufinanzierung

Autofahrer zahlen mehr als nötig für Straßennetz

Foto: dpa 10 Bilder

Die Kosten für die Erhaltung der Infrastruktur im deutschen Straßennetz sind offenbar deutlich geringer als die vom Autofahrer kassierten Steuern und Abgaben. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftforschung (DIW) bezahlen Autofahrer bereits heute das Vierfache dessen, was dem Staat an Kosten durch Bau und Unterhalt der Autobahnen entsteht.

22.01.2010 Uli Baumann

Die Wegekostenberechnung, die das DIW im Auftrag von ADAC, BDI und BGL erstellt hat, zeigt, welche Kosten durch Bau und Unterhalt der Verkehrswege entstehen, und welche Einnahmen den verschiedenen Nutzergruppen zugeordnet werden können.

Autofahrer bezahlen vierfach

Das Fazit des ADAC lautet: Für jeden Euro an Infrastrukturkosten, den die Autofahrer verursachen, zahlen sie 4,20 Euro an Abgaben an den Staat zurück.

Damit zahlen Deutsche Autofahrer über Kfz- und Mineralölsteuer der Studie zufolge weit mehr, als der Staat für das Straßennetz ausgibt. Pkw-Fahrer decken die Kosten für die Straßen demnach zu 208 Prozent ab, bei Autobahnen seien es sogar 415 Prozent. Das meldet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf die Studie.

"Wenn es noch eines Beweises für die überproportional hohe Belastung der Autofahrer bedarf, dann liefert ihn diese Untersuchung. Die These, dass zu wenig Geld für den Straßenbau in die Kassen fließt, hat sich als Mär entpuppt", so ADAC-Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker anlässlich der Vorstellung der DIW-Studie in Berlin. Auch das häufig bemühte Argument der Maut-Befürworter, wonach ausländische Pkw-Fahrer mittels einer Maut an den Kosten der Straßennutzung beteiligt werden sollten, ist laut Automobilclub nicht haltbar. So bezahlen Ausländer über die beim Tanken in Deutschland anfallende Mineralölsteuer doppelt so viel an den deutschen Fiskus wie sie an Kosten verursachen.

Deutsche Lastwagen, die ab zwölf Tonnen Gesamtgewicht mautpflichtig sind, deckten ihre Wegekosten zu gut 200 Prozent. Die Spediteure zahlten also das Doppelte der Kosten. Auch ausländische Lkw trugen demnach 2007 stärker zu den Wegekosten bei als 1997, weil auch ihre Halter Maut zahlen müssen. Durch diese Straßenbenutzungsgebühr ist die gesamte Kostendeckung für Autobahnen um elf Prozentpunkte auf 282 Prozent gestiegen.

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