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"Strategie 2025"

So soll VW fit für die Zukunft werden

VW Phaeton Foto: Christian Schulte 22 Bilder

Wie geht es nach dem Dieselskandal weiter mit Volkswagen? VW-Boss Matthias Müller will heute (Do. 16.6.2016) Antworten liefern. Im Live-Stream können Sie seine Vorstellung der „Strategie 2025“ mitverfolgen.

16.06.2016 Holger Wittich

Hier die Präsentation der „Strategie 2025“:

Wenn VW ruft, um die Strategie 2025 zu verkünden, dann kommen Journalisten aus der ganzen Welt nach Wolfsburg in die Autostadt. Die Ankündigung ließ zumindest Großes hoffen: VW plant eine große Elektrifizierungskampagne und will bis 2025 mehr als 30 neue E-Fahrzeuge auf den Markt bringen.

Das jährliche Absatzziel beläuft sich bei den Stromern auf zwei bis drei Millionen Einheiten. Grundsätzlich erklärt der Konzern die Batterietechnologie, die Digitalisierung und das autonome Fahren zu den neuen Kompetenzfeldern des Konzerns. Das neue Geschäftsmodell der Mobilitätslösungen soll zügig ausgebaut werden, insgesamt sind Zukunftsinvestitionen im zweistelligen Milliardenbereich geplant, finanziert durch konzernweite Effizienzsteigerung und Portfolio-Optimierung. Bis 2025 soll die operative Umsatzrendite im Konzern sieben bis acht Prozent betragen, die Kapitalrendite im Automobilbereich mehr als 15 Prozent

Mit der Strategie 2025 wird auch die „Strategie 2018“ von Müllers Vorgänger Martin Winterkorn abgelöst. Sie setzte vor allem auf Wachstum, um den 12 Marken-Konzern zum Weltmarktführer zu machen.

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Die wichtigsten Aussagen von Matthias Müller zur Strategie 2025:

Wird der Diesel aussortiert, wenn die Elektromobilität rentabel wird? „Der Aufwand, Abgas-Gesetze zu erfüllen, wird immer höher. E-Autos werden billiger. Wir überlassen den Kunden die Entscheidung.“

Trifft der Kostendruck auch das Personal? „Zu den Stellschrauben gehört auch die Belegschaft. Wir wollen das nicht ausschließen, möchte das aber Herrn Dies überlassen und nicht vorgreifen.“

Müller sagt auch, dass die bisher gebildeten Rücklagen für die drohenden Strafzahlungen in den USA in der richtigen Größenordnung gewählt wurden – näheres könne er erst in ein paar Wochen sagen.

Weitere Frage:„Wie groß ist das Risiko, dass die Kunden das Risiko E-Mobilität nicht mitgehen?“ Müller antwortet: „Wenn ich das wüsste, würde ich morgen Lotto spielen. Aber Sie wissen: Die CO2-Emissionsgesetze werden ab 2020 nochmals strenger, das wird mit Vebrennungsmotoren alleine nicht mehr funktionieren – zumindest nicht unter verträglichen Kosten. Deswegen müssen wir uns den E-Autos widmen – und die Kunden hoffentlich auch.“

Die nächste Frage betrifft das Thema „Carsharing“, dem VW bislang eher skeptisch gegenüberstand: „Wir möchten ein strategisches Netzwerk erschaffen, gewisse Abhängigkeiten schaffen, damit wir letzten Endes federführend sind, sprich: unsere Autos gekauft und unsere Mobilitätslösungen gewählt werden.“

Thomas Sedran, Leiter Konzernstrategie antwortet auf die Frage, ob VW der ökologischste und ökonomischste Konzern sein wird: „Wir wollen auf jeden Fall führend sein, aber nicht mit aller Macht auf den Spitzenplatz drängen.“

Effizienter soll VW auch werden: Die Operative Umsatzrendite soll auf 7 bis 8 Prozent steigen. Gleichzeitig werden die Kosten im Vertrieb gesenkt. „Wir wollen überflüssige Pfunde loswerden, und mehr Muskeln aufbauen“.

Im neuen Geschäftsfeld „Mobilitätslösungen“ arbeitet VW mit Fahrdienstleister „GETT“ zusammen, das momentan mehr als 50 Millionen Kunden vorweisen kann. Als Umsatzziel sind mehrere Milliarden Euro geplant, Sitz der neuen Unternehmung: Berlin.

Auch die Nutzfahrzeuge sollen nicht zu kurz kommen: „Wir wollen mit Scania, MAN und Volkswagen Nutzfahrzeuge einen globalen Champion schaffen.“ So viel zu den etwas bodenständigeren Zielen, von denen Müller noch vor 15 Minuten gesprochen hat.

Batterietechnologie wird neues Kompetenzfeld von Volkswagen, speziell für die mehr als 30 E-Autos bis 2025 müssen ja auch Akkus gebaut werden. Die nötigen strategischen Anstöße hat Müller bereits gegeben. „Die Kompetenz würde sehr gut zu Volkswagen passen.“

„Autonomes Fahren wird in den nächsten fünf Jahren möglich sein.“ Auch ein Petrolhead wie Müller hat mittlerweile begriffen, dass um das Thema „Autonomes Fahren“ kein Weg mehr vorbei führt – selbst für ihn, als Mann, „der gerne mal selbst das Lenkrad in der Hand hält.“

Bei der Elektrifizierung will VW mehr als 30 vollelektrische Fahrzeuge bis 2025 auf den Markt zu bringen. „Der Verbrennungsmotor wird allerdings nicht verschwinden.“ Insgesamt sollen die E-Autos 25 Prozent des gesamten Fahrzeugumsatzes ausmachen.

Ganz wichtig für Müller wird die „Organisation 4.0“, einer besonderen Entwicklung im unternehmenskulturellen Bereich – für bessere Zusammenarbeit.

Die geplanten „Mobilitätslösungen“ werden in einer eigenständigen Unternehmungung gebündelt. „Dabei werden wir nicht jedem Trend hinterherlaufen, sondern die Trends suchen, die einen richtigen Mehrwert für unsere Kunden bieten“.

Auch eine Kooperation mit Herstellern und Partnern aus Asien wird in Zukunft gefordert sein. „Der Sektor der Economy-Cars boomt – günstige Autos sind gefragt.“

Müller kündigt eine gigantische Elektrifizierungs-Offensive an, die „in unserer Branche ihresgleichen suchen wird“.

Die vier Grundpfeiler der Strategie 2025 lauten:

  1. Transformation des Kerngeschäfts
  2. neue Mobilitätslösungen aufbauen
  3. Innovationskraft stärken
  4. Finanzierung sichern

Der Name steht auch fest: „Together – Strategie 2025“. Dabei spricht Müller auf den starken Zusammenhalt innerhalb des Konzerns an, den VW für diesen Prozess brauchen wird.

„Nicht nur das Automobil an sich wird sich in den kommenden Jahren stark verändern, neue Mobilitätskonzepte werden entstehen, wir befinden uns bereits in diesem Prozes.“

„Uns steht ein großer Wandel bevor durch technologische Megatrends, kürzere Innovationszyklen, Digitalisierung. Der Druck wird weiter wachsen.“

Müller gibt Schwächen des Volkswagen-Konzerns zu: „Kultur, zu große Ziele, Struktur, da müssen wir besser werden. Und dabei soll uns die Strategie 2025 helfen.“

Auch auf Dieselgate kommt er zu sprechen: „Obwohl das vergangene Jahr von der Dieselkrise überschattet wurde, konnten wir unsere Zeile weitestgehend erreichen.“

Matthias Müller begrüßt die Anwesenden zur Pressekonferenz: „250 Mitarbeiter haben über Monate an dieser Strategie gearbeitet, einer Strategie für die Zukunft, sie wurde nicht im Elfenbeinturm geboren. Sie kommt aus der Mitte des Konzerns.“

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250 Mitarbeiter arbeiteten „Strategie 2025“ aus

Die Strategie 2025 ist jedoch nicht nur der alleinige Plan des CEO – das würde nicht mehr zum neuen dezentralen Anspruch des Konzerns passen. Nach eigenen Angaben arbeiteten über 250 Mitarbeiter an dem Zukunftsplan, federführend sind die beiden neuen Manager Thomas Sedran (Strategiechef, vormals bei Opel) und Johann Jungwirth (verantwortlich für die Digitalisierungsstrategie, zuvor IT-Experte bei Apple).

Rückblende: Bereits Ende 2015 wurde auf einer Sondersitzung des neuen Markenvorstands eine neue Produktstrategie beschlossen, die Anfang 2016 von Matthias Müller konkretisierte wurden.

Bis 2020 wird Volkswagen mit seinen Marken rund 20 weitere Modelle mit Elektroantrieb bzw. Plug-in-Hybrid auf den Markt bringen. Diese Modelle bauen auf einem neue Modularen Elektrobaukasten (MEB) auf, bei Investitionen und Produktion soll effizient gespart werden und die Diesel-Modelle erhalten sukzessive SCR.

Die Maßnahmen im Einzelnen:

  • Investitionen:

Die Investitionen werden um rund 1 Milliarde Euro pro Jahr reduziert, gleichzeitig will Volkswagen sein Effizienzprogramm weiter beschleunigen.

  • Diesel-Motoren:

In Europa und Nordamerika sollen so schnell wie möglich die Diesel-Motoren vollständig auf SCR- und Ad-Blue-Technologie umgestellt werden.

  • Modularer Querbaukasten:

Der Standard-Baukasten MQB wird weiterentwickelt. Im Fokus steht die Plug-in-Hybrid-Technologie mit mehr Reichweite, Elektro-Fahrzeuge mit größerer Reichweite bis zu 300 km, ein 48-Volt-Bordnetz im Mild Hybrid sowie effizientere Diesel-, Benziner- und Erdgas-Antriebe. Des Weiteren sollen für Vernetzung und die Fahrerassistenzsysteme ein neuer Standard definiert werden.

  • Modularer Elektrifizierungsbaukasten (MEB):

Für das Kompaktsegment soll ein MEB konzipiert werden. Dieser soll für Pkw und leiste Nutzfahrzeuge sowie für mehrere Marken nutzbar sein. Nach VW-Angaben soll das standardisierte System für alle Aufbauformen und Fahrzeugtypen ausgelegt sein. Es „ermöglicht besonders emotionale Fahrzeugkonzepte und erlaubt rein elektrische Reichweiten von 250 bis 500 Kilometern.“

  • Neuer VW Phaeton ist gestrichen:

Ursprünglich sollte die zweite Generation des Oberklassemodells auf Basis des Modularen Längsbaukastens Ende 2016/Anfang 2017 auf den Markt kommen und sind in Sachen Komfort mit der Mercedes S-Klasse messen lassen. Dann die Kehrtwende. VW plante ab 2020 einen Phaeton als reines E-Modell. Unterdessen wurde dieses Modell aber wieder kassiert.

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