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Streiff

"Ich zähle keine Autos, sondern Euros"

Foto: dpa

PSA-Chef Christian Streiff spricht im Interview mit auto motor und sport über Renditeziele, Hybrid-Technik und eine neue Designsprache künftiger Modelle.

08.03.2008 Jens Katemann

Sie haben ein besseres Finanzergebnis vorgelegt als erwartet. Werden Sie ihre Ziele, eine Umsatzrendite von 5,5 bis sechs Prozent und vier Millionen verkaufte Einheiten bis 2010, schneller erreichen?
Streiff: Ich bin mit dem bisher erreichten in der Tat sehr zufrieden. Ich bin dennoch nicht soweit, die Ziele nach oben zu korrigieren. Wir machen unsere Hausaufgaben gut, aber gibt auch Faktoren wie die Konjunktur, die wir nicht beeinflussen können.

Aber die Kreditkrise in den USA und der schwache Dollar betreffen Sie ja kaum.
Streiff: Derzeit sind wir in der Tat froh, dass wir nicht in den USA sind. Auch der Anteil des Dollar-Raums am Gesamtabsatz von PSA ist eher klein. Das ist zur Zeit ein Vorteil.

Sie machen sich also keine Gedanken über einen Produktionsstandort im Dollar-Raum?
Streiff: Wir denken über neue Produktionsstandorte in den schnell wachsenden Märkten nach. In Südamerika zum Beispiel ist der Absatz im zweiten Halbjahr 2007 um 50 Prozent gestiegen. Das macht Spaß.

Was Ihnen auch Spaß macht, ist die Motoren-Kooperation mit BMW. Mercedes soll sich ebenfalls für die Motoren interessieren. Wie ist der Stand der Gespräche?
Streiff: Solche Gespräche werden von BMW geführt. Ich habe aber den Eindruck, dass es mit einem direkten Wettbewerber von BMW, wie es Mercedes ist, eher nicht zu einer Zusammenarbeit kommen wird.

Werden Sie mit BMW auch auf anderen Gebieten in Zukunft zusammenarbeiten, etwa bei der Teil-Hybridisierung?
Streiff: Es kann sein, dass wir bei der Hybridisierung etwa beim Einkauf zusammen arbeiten, aber entschieden ist nichts. Das Thema Hybrid ist für uns vielleicht sogar noch wichtiger als für BMW. Ich habe bereits versprochen, dass wir bis 2011 eine Millionen Autos mit Micro-Hybrid-Technik verkaufen werden. Jetzt sage ich sogar: Es werden viel mehr.

Wie viel Einheiten planen Sie und warum setzen Sie auf Micro-Hybrid?
Streiff: Die Planungen sind noch nicht final abgeschlossen, aber es werden wohl deutlich mehr. Das ist eine für den Kunden bezahlbare Technik, mit der man in der Breite ökologisch viel erreichen kann.

Vom Diesel-Hybrid sind Sie wegen gestrichener staatlicher Subventionen dagegen abgerückt. Ist das Projekt gestorben?
Streiff: Nein. Das war ein Missverständnis. Wir werden 2010 den Diesel-Hybrid in Serie auf den Markt bringen. Wir werden unsere Lösung wahrscheinlich sogar noch früher als geplant in vielen unserer Autos bringen. Aus Kostengründen geht es aber wohl erst in höherpreisigen Modellen. Doch einführen werden wir den Diesel-Hybrid mit einem ganz neuen Modell.

Was für ein Modell wird das sein?
Streiff: Details kann ich noch nicht verraten, aber es geht nicht nur um Emissionsreduzierung, sondern um ein Auto mit einem ökologische Gesamtkonzept.

Kommt die Sport-Variante Peugeot 308 RC-Z in Serie?
Streiff: Wir arbeiten daran, das Auto zu bringen. Doch ich gebe nur grünes Licht, wenn das genug Rendite bringt. Ich habe ein Prinzip, von dem ich auch für den RC-Z nicht abrücken werden: Ich zähle keine Autos, sondern Euros.

Um Premium-Autos verkaufen zu können gründen viele Volumenmarken Luxus-Ableger wie Toyota mit Lexus. Ist das auch eine Strategie für PSA?
Streiff: Ich kann mir eine eigene PSA-Premiummarke schon vorstellen, aber wir sind noch nicht soweit. Zunächst will ich die Marken Citroen und Peugeot mit höherwertigen Modellen und besserer Qualität nach oben ziehen.

Können Sie die bisher erreichten Qualitätsfortschritte in Zahlen beschreiben?
Streiff: Im vergangenen Jahr konnten wir die Fehlerquote in den Werken um zwei Drittel senken. Bei der internen Qualität kommen wir jetzt nah an unserer japanischen Wettbewerber. Der Peugeot 308 war in punkto Kundenbeanstandungen im Serienanlauf qualitativ schon besser als der Durchschnitt unserer Fahrzeuge die schon länger vom Band laufen. Wir haben vom Serienanlauf an ein viel besseres Niveau. Die Garantiekosten lagen 2007 schon 20 Prozent unter dem Niveau von 2006.

Was ist das Ziel für 2008?
Streiff: Wir wollen die Garantiekosten noch mal um 20 Prozent senken.

Wie positionieren Sie denn Citroen und Peugeot? Citroen scheint zumindest in Sachen Design Peugeot abzuhängen.
Streiff: Citroen ist wirklich auf einem tollen Vormarsch. Aber jedes Design hat nur eine gewisse Halbwertzeit. Irgendwann müssen sie wieder etwas ganz Neues wagen. Für Peugeot bereiten wir eine neue Designsprache für 2011 vor.

Welches wird das erste Modell mit der neuen Designsprache sein?
Streiff: Das müssen sie von oben nach unten machen. Wir werden mit dem Nachfolger des 407 anfangen.

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