Das Prognos-Institut kam in der am Donnerstag (13.11.) in Berlin veröffentlichten Untersuchung zu dem Ergebnis, dass Lenk- und Ruhezeiten oder Tempo-Beschränkungen im Speditionsgewerbe regelmäßig missachtet werden. Auf diese Weise könnten die Fuhrunternehmen die Kosten senken. Im Durchschnitt sparen Lkw-Unternehmer der Studie zufolge durch Gesetzesverstöße pro gefahrenem Kilometer sechs Cent.
Die Bahn beklagt seit längerer Zeit, dass sich der Straßengüterverkehr illegal Wettbewerbsvorteile gegenüber der Schiene verschafft. Nach Schätzungen sind auf den deutschen Straßen täglich rund eine Million Lkw unterwegs. Bei 610.000 Kontrollen wurden im vorigen Jahr jedes fünfte Fahrzeug beanstandet, bei Lastwagen mit deutschem Kennzeichen war es jedes vierte Fahrzeug.
Die Allianz pro Schiene - ein Zusammenschluss verschiedener Bahnunternehmen und - verbänden sowie Umweltgruppen - forderte deshalb eine drastische Erhöhung der Bußgelder in Deutschland. Verbandschef Norbert Hansen schlug eine Regelung wie in Frankreich vor, wo schwere Verstöße mit Bußgeldern bis zu 30.000 Euro bestraft werden können. Bislang ist in Deutschland maximal ein Bußgeld von 5.000 Euro möglich. Im Durchschnitt lagen die Strafen nach Angaben des Bundesamtes für Güterverkehr bei 141 Euro pro Bußgeldbescheid. "Zur Zeit lohnt es sich für Lkw-Unternehmer, gegen die Vorschriften zu verstoßen", sagte Hansen, der auch Vorsitzender der Eisenbahn-Gewerkschaft Transnet ist.
Das Prognos-Institut hatte in seiner Studie vier verschiedene Transportrouten im innerdeutschen und im europäischen Verkehr verglichen.
Studie: Lkw-Fahrer schummeln mit System
Viele Lkw-Fahrer verstoßen nach einer Studie im Auftrag der Deutschen Bahn systematisch gegen Sozial- und Sicherheitsvorschriften.
Autor: dpa


