Studie: Markt der Billigautos vernachlässigt

Die deutsche Autoindustrie vernachlässigt aus Sicht des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer das weltweite Wachstumssegment Billigautos.

"Es besteht die Gefahr, dass die deutschen Autohersteller das am schnellsten wachsende Segment im Autogeschäft aus dem Auge verlieren", heißt es in einer Analyse des Instituts B&D-Forecast. Vor allem in den wachsenden Märkten in China, Indien, Osteuropa oder Russland hätten Billigautos für weit unter 10.000 Euro enorme Marktchancen, hieß es.

Dabei entwickelten sich drei Marktsegmente - das Billigauto für 7.000 bis 10.000 Dollar, das Billigauto für 5.000 bis 7.000 Dollar und das Billigauto für 2.000 bis 5.000 Dollar. Bis zum Jahre 2015 werden nach einer Prognose von B&D-Forecast weltweit 10 Millionen Billigautos verkauft. "Zu 90 Prozent fließen diese Fahrzeuge in die neuen Märkte." Die beiden wichtigsten Segmente seien dabei die Segmente der Billigautos für 2.000 bis 5.000 sowie für 5.000 bis 7000 Dollar.

Renault macht es besser als VW und Opel

Die deutschen Hersteller wie VW und Opel planten Billigautos aber im wesentlichen für das Segment der 7.000 bis 10.000 Dollar-Fahrzeuge. Dort sei aber der Wettbewerb am schärfsten. Das Ergebnis: "Dünne Margen, kleine Stückzahlen." Besser mache es dagegen etwa Renault.

Zudem reiche es nicht aus, die in Westeuropa und den USA üblichen Kleinwagen für die Märkte in Schwellenländern nur abzuspecken. Die Antwort auf die Wachstumsmärkte sei ein Fahrzeug mit Platzangebot, das "neu" erfunden werde. Notwendig dazu seien eigene Fabriken, in denen billige Arbeitskräfte einen Großteil der Arbeiten verrichten. "Die deutschen Hersteller arbeiten nur am Produkt, dem abgestrippten Billigauto, vergessen aber die Billigfabrik, den Billigvertrieb, die Billig-Logistik", kritisierte Dudenhöffer.

Neue Hersteller kommen in den Markt

Mit dem Billigauto kämen zudem neue Hersteller in den Markt, vor allem chinesische und indische Autobauer. Von den 10 Millionen Billigautos, die nach der Prognose im Jahre 2015 verkauft werden, gingen über 4 Millionen an diese neuen Produzenten.

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