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Stühlerücken im Daimler-Vorstand

Schmückle geht, Bernhard kommt

Wolfgang Bernhard Foto: Daimler 53 Bilder

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche baut seine Führungsmannschaft weiter um: Mercedes-Vize Rainer Schmückle verlässt den Stuttgarter Autobauer. Abgelöst wird er vom bisherigen Chef der Transportersparte, Wolfgang Bernhard.

08.02.2010

Wie die Daimler AG in einer Pflichtmitteilung am Freitagabend (5.2.) bekanntgab, soll Bernhard als zusätzliches Vorstandsmitglied in die Chefetage aufrücken. Dort wird er zuständig sein für Produktion und Einkauf der Pkw-Sparte Mercedes Cars, bisher der Verantwortungsbereich von Schmückle. Dieser Vorschlag von Aufsichtsratschef Manfred Bischoff muss noch im Kontrollgremium abgesegnet werden.

Der Daimler-Vorstand wächst

Das "manager magazin" hatte zuvor bereits über das Stühlerücken berichtet. Ein Daimler-Sprecher wollte die Personalie Schmückle am Freitag nicht kommentieren. In der Mitteilung heißt es dazu lediglich, mit Schmückle "werden Gespräche geführt".
 
Mit der anstehenden Berufung Bernhards wird der Daimler-Vorstand wieder auf die alte Größe von sechs Mitgliedern aufgestockt; seit dem Weggang von Rüdiger Grube zur Deutschen Bahn AG bestand die Daimler-Spitze nur noch aus fünf Mitgliedern. Schmückle ist nicht Mitglied der obersten Daimler-Führungsebene.
 
In Unternehmenskreisen hieß es, Zetsche habe nun seine Mercedes-Führungsmannschaft für seine nächste Amtszeit beisammen. Eine Verlängerung von Zetsches Vertrag in diesem Jahr gilt ebenso als sicher, wie die von Forschungsvorstand Thomas Weber. Der Posten des Mercedes-Vertriebschefs war erst im September mit Joachim Schmidt neu besetzt worden.
 
Daimler legt am 18. Februar seine Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Zuvor tagt der Aufsichtsrat des Autobauers. Der als Sanierer bekannte Bernhard war im vergangenen Jahr zu Daimler zurückgekehrt und hatte im April das Steuer der Transportersparte übernommen. Der 49 Jahre alte Manager ist in Stuttgart kein Unbekannter und gilt seit seiner gemeinsamen Zeit mit Zetsche bei der früheren US-Tochter Chrysler als enger Vertrauter des Vorstandschefs. Über seinen Aufstieg bei dem Premiumhersteller und das Aus von Schmückle wurde bereits seit einigen Monaten spekuliert.
 
Bernhard war über den Umweg der Unternehmensberatung McKinsey Anfang der 1990er Jahre bei Daimler eingestiegen und über verschiedene Posten in der Pkw-Sparte schnell aufgestiegen. Von 2000 an setzte das Team Zetsche/Bernhard harte Einschnitte bei Chrysler durch und trimmte den US-Hersteller zumindest vorübergehend auf Profitabilität. 2004 endete Bernhards Karriere bei den Schwaben im Streit mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp.
 
Über die Zukunft von Mercedes-Produktionschef Schmückle war bereits im Herbst vergangenen Jahres spekuliert worden. Berichtet wurde in Medien, er habe sich mit seiner Art überall Gegner im Konzern geschaffen. Bandarbeiter hätten die Arbeit niedergelegt, weil die Takte zu kurz waren. Manager sollen zudem Schmückles Führungsstil kritisiert haben. Daimler hatte diesen Spekulationen und der Ablösung durch Bernhard damals noch vehement widersprochen. Zuletzt war der Manager auch bei der Besetzung der Opel-Spitze im Gespräch.

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