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Subaru-Deutschland Chef Jens Becker im Interview

"Wir sind also wie immer sehr vernünftig"

Jens Becker Foto: Subaru 12 Bilder

Subaru-Deutschland-Chef Jens Becker spricht im Interview mit auto-motor-und-sport.de über das anstehende Firmenjubiläum, die Zusammenarbeit mit den Händlern und das Rabattverhalten im deutschen Markt.

24.02.2010

Herr Becker, was erwarten Sie vom Jahr 2010, dem Jahr Eins nach der Abwrackprämie?
Becker: Den Gesamtmarkt schätzen wir auf 2,8 Millionen Neuzulassungen, für uns erwarten wir 8.500 Verkäufe, nachdem wir letztes Jahr knapp über 9.000 hatten. Wir sind also wie immer sehr vernünftig.

Wie stemmen Sie sich als kleiner Importeur gegen die Marktschwäche?
Becker: Wir sind klein, darum müssen wir uns bei einem Sturm auch nicht so fest ducken. Dieses Jahr feiern wir 30 Jahre Subaru in Deutschland, das feiern wir mit Geschenken an die Kunden: mit Sondermodellen und Ausrüstungspakten im Wert von bis zu 5.400 Euro. Wir wollen und können die Rabattschlacht nicht mit machen. Und ich persönlich denke, dass man das auch nicht sollte.

Wie schätzen Sie die Situation für Ihre Händlerschaft ein?
Becker: Für viele Händler wird es eng werden. Gut ist, dass immer noch rund 50 Prozent unserer Partner exklusive Subaru-Händler sind. Vergangenes Jahr mussten wir keine einzige Insolvenz beklagen. Dieses Jahr, so befürchte ich, wird es leider auch für einige unserer Händler eng. Das liegt aber vor allem auch am Unwillen der Banken, Autohändler zu unterstützen. Wir lassen unsere Partner aber nicht im Regen stehen. Wir fahren verschiedene Programme zur Unterstützung, legen viel Wert auf Ausbildung, wie etwa in unserem SIM - dem "Subaru Institute of Management". Daneben pflegen wir die enge und persönliche Beziehung zu unseren Händlern, was sich klar in hervorragender Händler- und Kundenzufriedenheit ausschlägt. Und das schon seit Jahren, wie etwa die Untersuchungen der Professoren Meinig und Diez regelmäßig belegen.

Wie bewerten Sie das Rabattgebaren vieler Konkurrenten, das dieses Jahr scheinbar noch weiter anzieht?
Becker: Dieses Verhalten ist selbstmörderisch und ich verurteile es massiv. Wer sich so verhält, ist der Totengräber unserer Industrie. Wollen einzelne Hersteller und Importeure auf diesem Weg den Vertreib zum Endkunden an sich ziehen? Das Problem der weltweiten Überkapazitäten von 30 bis 40 Millionen Fahrzeugen löst man sicher nicht, indem man die Autos über hohe Rabatte in den Markt presst. Diese Hersteller und Importeure sollten lieber überschaubare Mittel darin investieren, ihre Produkte und Marken den Kunden auf Messen wie der AMI zu präsentieren.

Wie sehen Sie das Thema Tageszulassungen?
Becker: Tageszulassungen sind in Ordnung, wenn sie einen bestimmten Prozentsatz des Absatzes nicht übersteigen.

Wie steht es bei Subaru derzeit um den Auftragseingang?
Becker: Unser Auftragseingang liegt, wenn ich den Abwrackprämieneffekt vernachlässige, deutlich unter dem letzten Jahr. Der Januar war gut - auch im Vergleich zum Prämieneffekt. Aber der Februar wird schwach, sicher 30 Prozent unter dem vergangenen Jahr. Unsere Bestellungen gehen aber eindeutig in höherpreisigere Fahrzeuge. Ob sich dieser Trend im Laufe des Jahres fortsetzt? Alles ist ein wenig unklar, eher im Nebel, aber unser Job ist es, den Nebel auf die Seite zu drücken, dann werden auch wieder die Sonne sehen.

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