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Subaru-Deutschland-Chef Jens Becker

Subaru will Absatz verdoppeln

Jens Becker Foto: Subaru 12 Bilder

Der japanische Allrad-Spezialist Subaru hat in Deutschland ehrgeizige Pläne. Seine Ziele für Absatz, Händlernetz und neue Produkte skizziert Subaru-Deutschland-Chef Jens Becker im Interview mit auto motor und sport-Redakteur Harald Hamprecht.

14.10.2009 Harald Hamprecht

Herr Becker, per September haben Sie mit 7.400 Neuzulassungen nur ein Plus von sechs Prozent über dem Vorjahreszeitraum gelegen, während der ganze Markt um 26 Prozent gewachsen ist. Woran liegt das?

Becker: Mit unserem Absatz waren wir bis August zufrieden; wir verbuchten eine Steigerung, ohne dass wir groß von der Abwrackprämie profitiert hätten. Wir sind schließlich kein Anbieter günstiger Kleinwagen; außerdem wollen wir nur profitabel wachsen. Die deutschen Premiumhersteller liegen per September übrigens allesamt deutlich im Minus. Schon in den vergangenen Jahren konnten wir - mit Ausnahme von 2007 - die Absatzzahlen jährlich um rund zehn Prozent steigern. Doch dann kam der September; und der Auftragseingang brach abrupt ein.

Was heißt "abrupt"?
Becker: Wir liegen derzeit bei mehr als 50 Prozent unter dem Auftragseingang des vergangenen Septembers. Im September konnten wir das - dank unseres guten Auftragspolsters - noch abfedern. Leider gibt der Oktober bisher keine Hoffnung, dass sich die Situation ändert. Für das Gesamtahr gehen wir immer noch vom gleichen Ergebnis aus wie im letzten Jahr, also von rund 9.700 Neuzulassungen.

Welche Bedeutung hat Subaru Deutschland in Europa?

Becker: Damit sind wir in Deutschland in Europa die Nummer 1 für Subaru, dicht gefolgt von der Schweiz.
 
Welchen Absatz erzielt Subaru europaweit?
Becker: In Europa sollten dieses Jahr 61.000 Einheiten erreicht werden, für das nächste Jahr verspricht man sich 64.500.
 
Wie steht es um den Gewinn von Subaru Deutschland?
Becker: Als private Firma veröffentlichen wir keine Ertragszahlen. Die zurückliegenden Jahre waren anständig positiv, das erwarte ich auch vom laufenden Jahr.
 
Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie?
Becker: Das ist nicht so einfach zu beantworten. Bei Subaru Deutschland arbeiten 67 Mitarbeiter/innen. Diese Zahl ist seit Jahren stabil. Fluktuation gibt es praktisch keine. In den letzten vier Jahren hat gerade mal ein Mitarbeiter gekündigt. Auch für die Zukunft erwarte ich hier keine Veränderungen. Wir sind damit schon heute sehr schlank aufgestellt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir etwas mehr als 30 Mitarbeiter haben, die über die  Dienstleistungsfirma FADIS für uns verschiedene Aufgaben übernehmen, wie etwa die Buchhaltung, das Ersatzteilwesen, die Personalverwaltung und die EDV.
 
Wie groß ist Ihr Händlernetz?
Becker: Aktuell haben wir 210 Händler und rund 220 Servicestellten. Wir haben zwar noch rund zehn offene Punkte in Deutschland; deren Besetzung ist momentan aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage aber eher schwierig.

Gab es schon Insolvenzen?
Becker: In diesem Jahr hatten wir bisher acht Insolvenzen, alles auf Grund einer Zweitmarke, die sich unsere Händler hielten. Rund 50 Prozent unserer Händler arbeitet exklusiv mit Subaru – und hier hat es keinen einzigen Ausfall gegeben.

Wie hoch ist denn die durchschnittliche Umsatzrendite Ihrer Händler?
Becker: 2008 lag die Rendite bei 1,6 Prozent. Mittelfristig wird sie sicher wieder über zwei Prozent liegen.

Was sind die Hauptsäulen Ihres Absatzes?
Becker: Ganz klar Forester, Legacy /Outback und unser Einstiegsmodell Justy. Gerade jetzt wurden der Legacy/Outback komplett erneuert. Unser Boxerdiesel ist bei allen Modellen - außer dem Justy und Tribeca - erhältlich.

Werden Sie Ihr Modell-Programm ausbauen?
Becker: Für das nächste Jahr stehen keine Neuerungen an. Ich sage immer, ich könnte Bücher schreiben über all das, was man verkaufen könnte, wenn man noch dieses oder jenes Modell hätte. Meistens ist es dann nicht so. Wir konzentrieren uns lieber auf das, was wir haben.

Wie stark wollen Sie mittelfristig wachsen?
Becker: Mittelfristig wollen wir in Deutschland 20.000 Einheiten erreichen. Das dazu neue oder zusätzliche Modelle gehören ist klar. Mit dem Impreza-Frontantrieb haben wir da schon ein positives Zeichen gesetzt.

Muss es mehr Subaru-Modelle geben, die zusätzlich auch nur mit Vorderradantrieb angeboten werden, so wie Sie es mit dem Justy und Impreza praktizieren?
Becker: Eingehende Untersuchungen belegen, dass mehr als 60 Prozent der kaufenden Bevölkerung  nie einen Allrad-Antrieb kaufen wollen. Deswegen werden wir uns hier in Zukunft noch flexibler zeigen.

Wann wird es das erste reine Elektro-Auto von Subaru in Deutschland geben?
Becker: In Japan laufen zwei Studien: der Subaru R1e und - ganz neu im Verkauf - ein Plug in, der Kleinwagen namens Subaru Stella. Termine für den Export sind nicht bekannt.

Wie gut sind Sie bei anderen alternativen Antrieben am Start?

Becker: Auf der Tokio Motorshow wird auch eine Hybridstudie gezeigt. Auch da ist aber noch nicht klar, wann das Modell nach Europa kommt. Daneben möchte ich betonen, wie sehr uns der neue Boxerdiesel und das Lineartronic-Getriebe (CVT) helfen, konventionelle Aggregate sparsamer zu gestalten.
 
Wie wollen Sie die Positionierung der Marke noch weiter konturieren?
Becker: Wir sind der größte und erfolgreichste Hersteller allradgetriebener Fahrzeuge auf der Welt - mit mehr als 10,4 Millionen Einheiten im Markt. Der Legacy allein ist - seit seinem Marktstart vor zwanzig Jahren - mit mehr als 3,6 Millionen Einheiten das meistverkaufte Allradmodell der Welt. Das ist unsere Kernkompetenz. Dies ist unsere Kernaussage. Dazu kommt die beispielhafte Qualität, die unerreichte Kunden- und Händlerzufriedenheit.

Was heißt unerreicht?
Becker: In Deutschland haben wir seit 2001 rund 50 Auszeichnungen für Kunden- und Händlerzufriedenheit gewinnen können - so viele wie keine andere Marke. Die Kundenzufriedenheit paart sich mit einer exzellenten Kundentreue. Dies weiter auszubauen gilt es in den nächsten Jahren.

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