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Super Aguri

Magma Deal geplatzt

Foto: Super Aguri

Elf Tage vor dem GP Spanien weiß das Super Aguri-Team noch nicht, ob sich die Renntransporter auf die Reise nach Barcelona machen sollen. Der für diese Woche geplante Vollzug des Verkaufs des Teams an die englische Magma Group fiel ins Wasser.

16.04.2008 Tobias Grüner Powered by

Die arabischen Geldgeber zogen ihre Zusage, jährlich 70 Millionen Dollar in das Projekt zu schießen, zurück. Ein Honda-Insider malt schwarz: "Wir haben genau drei Tage Zeit eine Ersatzlösung zu finden. Wenn wir kein Geld finden, können wir nicht fahren." Der Mutterkonzern ist offenbar nicht bereit, noch mehr Geld in sein B-Team zu investieren. Die Ansage vor der Saison lautete: Ihr bekommt das Chassis, den Motor und sämtliche Teile umsonst, müsst aber den Rennbetrieb selbst finanzieren.

Deal per Handschlag

Bis vor zwei Tagen sah alles noch danach aus, dass Magma-Chef Martin Leach das Zepter übernimmt. Ein hochrangiger Vertreter der Geldgeber von Dubai International Capital (DIC) hatte den Deal in Bahrain noch per Handschlag dem Honda-Vorstandsmitglied Hiroshi Oshima bestätigt. Jetzt ziehen sich die Araber plötzlich zurück und Honda ist sauer. Die Japaner haben den Glauben an die Formel 1 verloren. Für sie zählt ein Handschlag soviel wie ein Vertrag.

Offiziell schieben Magma und DIC Bedenken wegen des noch immer nicht unterschriebenen Concorde Abkommens zwischen den Teams, der FIA und den Rechteinhaber vor. Es gäbe, so das Argument von DIC, immer noch keine Klarheit, was ein Kundenauto sei und was nicht. Das will bei Honda keiner glauben. Der Status quo in der Kundenauto-Frage sei DIC bereits zu Verhandlungsbeginn im November bekannt gewesen. DIC hat übrigens noch eine erstaunliche Wende in ihren Investitionsplänen vollzogen: Es heißt, dass Scheich Maktoum auch am Kauf des FC Liverpool nicht mehr interessiert sei.

Interesse aus Deutschland und den USA

Honda selbst will auch nicht mehr in ein Fass ohne Boden Geld investieren. Deshalb gilt es als unwahrscheinlich, dass Tokio den Notgroschen für die Reise nach Barcelona bezahlt. Damit bleiben den Rettern von Super Aguri nur noch drei Chancen: Sie nehmen mit den Interessenten wieder Kontakt auf, die außer Magma am Kauf des Rennstalls interessiert waren. Eine Firma kommt aus Deutschland, die beiden anderen aus den USA. Nur falls die ihr Interesse erneuern und einen klaren Finanzierungsplan vorlegen, sähe sich Honda in der Lage, noch einmal Geld vorzuschießen.

Der fehlgeschlagene Deal ist eine weitere Pleite für den früheren Honda-Teamchef Nick Fry. Der hatte seinem alten Kumpel Martin Leach von Magma ein exklusives Verhandlungsrecht zugeschanzt und damit die anderen Kandidaten verprellt. Angesichts der Tatsache, dass es aus dem Mittleren Osten zwar viele Ankündigungen gab, bis jetzt aber eher selten Geld in die Formel 1 geflossen ist, war Magma wahrscheinlich die schlechteste der vier Optionen.

Auch beim Werksteam kommt Fry seiner Aufgabe nur wenig erfolgreich nach. Honda hat zwar 39 Partner aber keinen einzigen Sponsor. Das Umweltprojekt war zumindest für Honda ein Flop. Internen Quellen zufolge ist nicht ein Dollar in das Team geflossen. 30 Millionen aber waren dem Vorstand in Tokio versprochen.

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