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Super-Stopper für jedermann

Schweizer forschen an Billig-Keramik-Bremse

Keramikbremse, Detail Foto: Porsche

Bislang sind Keramikbremsanlagen nur für exklusive Autos zu Aufpreisen von 9.000 und mehr Euro zu haben. Schweizer Forscher arbeiten jetzt an einer deutlich günstigeren Lösung für den Massenmarkt.

09.10.2014 Uli Baumann

Alu-Bremscheiben mit Keramikschicht

Porsche ruft für eine Keramikbremsanlage für den 911 Turbo aktuell einen Aufpreis von knapp 9.200 Euro auf. Dafür gibt es bei anderen Herstellern ganze Kleinwagen. Damit aber auch diese irgendwann in den Genuss solcher Hochleistungsstoppern kommen können, arbeitet die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) an einer preisgünstigen Version der Keramikbremsscheiben. Mit im Boot sind der italienische Fiat-Konzern und der spanische Bremsenhersteller Fagor Ederlan sowie der Lötspezialist Listemann aus Liechtenstein.

Um das Gewicht der ungefederten Massen gering zu halten, werden die Bremsscheiben aus Aluminium gefertigt. Der Werkstoff ist jedoch zu weich für eine dauerhafte Reibarbeit im Bremsbetrieb. Hier kommt die EMPA ins Spiel. Die Schweizer tüfteln an einer hauchdünnen Keramikbeschichtung, die die Bremsscheiben schützen und die Wärme ableiten soll.

Die 2 mm dicke Keramikbeschichtung ist ein Laminat aus 15 einzelnen Schichten. Zu den Aluminiumoxid-Schichten kommt Siliziumkarbid, um die Wärmeleitfähigkeit zu erhöhen, eine Deckschicht, um den Verschleiß zu regulieren sowie eine Haftschicht, mit der die Keramik auf die Alufläche gelötet werden kann. Die Beschichtung soll als Kacheln auf der Bremsscheibe aufgelötet werden, so sollen Spannungsrisse durch Temperaturverzug verhindert werden.

Erste Prototypen sollen im April 2015 auf Herz und Nieren geprüft werden. Wann und zu welchem Preis die Keramikbremse in die Serienfertigung gehen könnte, dazu machten die Entwickler keine Angaben.

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