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SuperKarpata Trophy 2013

Zwei Wochen Offroad extrem

Superkarpata Trophy Rumänien 2013 Foto: Fanny Cornelsen 107 Bilder

Die Superkarpata-Trophy, eine der spektakulärsten und härtesten Offroad-Veranstaltungen Europas, ist vorbei. Wir berichten aus den Karpaten.

16.06.2013 Torsten Seibt Powered by

Es ist eine der herausforderndsten, aber vor allem wohl eine der außergewöhnlichsten Geländeveranstaltungen in Europa. Auf der Superkarpata-Trophy wird das Thema Off Road noch in seiner Urform gelebt. Der Hintergedanke: Teams aus zwei bis drei Fahrzeugen suchen in der Wildnis auf sich alleine gestellt nach dem bestmöglichen Weg von A nach B. Es gibt keine Streckenposten, keine Zeitwertung, keine Küchencrew und kein Basiscamp. Auch kein Service-Personal, das den Fahrern die Autos nachts durchrepariert.

Stattdessen gilt das Superkarpata-Motto "find your own track": In einem festgelegten Gebiet, dem sogenannten Korridor, müssen die Teams auf eigene Faust eine Möglichkeit finden, das mehrere Tage entfernte Etappenziel zu erreichen. Gewonnen hat, wer die wenigsten Strafkilometer sammelt: ein GPS-Datenlogger an den Teilnehmerautos zeichnet penibel auf, wann und wo der festgelegte Korridor verlassen wurde. Das gibt "Miese". Gleichzeitig wird so überwacht, dass die Teams nicht bei Nacht durch die Karpaten fräsen: wer abends nicht das Auto parkt und im selbst gebauten Camp zur Ruhe findet, bekommt ebenfalls Strafpunkte.

Durch diese am ursprünglichen Offroad-Gedanken orientierte Grundidee und die spektakuläre, archaische Landschaft der rumänischen Karpaten gewinnt die Superkarpata einen eigenen Reiz, der ganz weit weg ist von deutschen Kiesgrubenrennen und Rallyes mit unbezahlbaren Hightech-Boliden.

Die Teilnehmer müssen mit ihren Autos auf Achse nach Rumänien anreisen und alles an Bord haben, was man für ein paar Tage "überleben" im Wald braucht – von der Verpflegung über frische Socken (hier gehen die Ansprüche etwas auseinander) bis hin zu Ersatzteilen und Camping-Ausrüstung. Geschraubt, gekocht und gegessen wird gemeinsam mit dem Team irgendwo im Nirgendwo. Dieser Expeditionscharakter, dazu die beeindruckende, in Mitteleuropa kaum vorstellbare urwüchsige Landschaft der Karpaten, das Erlebnis von Land und Leuten, bringen die Teilnehmer alljährlich wieder zum schwärmen. 2013 zum zehnten Mal, es war die "Jubiläums-Karpata". 27 Teams mit 65 Fahrzeugen aus fünf Ländern nahmen teil, mit zehn Tagen in Wertung dauerte die diesjährige Superkarpata-Trophy doppel so lange wie bisher.

Diesmal passte sogar das Wetter

Bei herrlichem Wetter (eigentlich untypisch für die Superkarpata Trophy) genossen die Teilnehmer zehn Tage Offroad-Fahren, von dem Michael Waldl, Mehrfach-Gewinner der Trophy, sagt: "Das war Offroadfahren und -wandern in seiner schönsten Form. Tagsüber haben wir herausfordernde Strecken gehabt und uns durch die Wälder und Gebirge der Karpaten gekämpft. Auf unseren Nacht-Lagerplätzen haben wir auch Rehfamilien, Baby-Schweinderl, Baby-Pferde und Schafherden gesehen. Ein Lagerplatz war landschaftlich schöner als der andere. Da glaubst Du es geht nicht mehr schöner und am nächsten Tag gibts noch was Schöneres. Einfach traumhaft."

Für andere Teams endete die Trophy nicht so optimal. Das Jeep-Team aus der Schweiz beklagte den Verlust eines Teammitglieds bereits am 2. Tag der Trophy. Der Teilnehmer, ein Schlafwandler, entfernte sich auf leisen Sohlen um 2 Uhr morgens von seinem Fahrzeug und war am Morgen darauf unauffindbar. Rettungs- und Suchdienste samt Helikopter und Ärzteteam wurden in Bewegung gesetzt. Zum Glück konnte der "Ausreißer" unversehrt, aber stark unterkühlt einige Kilometer vom Team entfernt von zwei rumänischen Schafhirten und vom Team Mastalier "aufgefangen" und wieder zu seinem Team zurückgebracht werden.

Überschläge und Schlafwandler

Im Team Jambo überschlug sich ein Land Rover Defender aufgrund eines Antriebswellenbruchs mehrfach auf einem Steilhang rückwärts. Am Fahrzeug entstand Totalschaden, das Team kehrte unversehrt wieder nach Hause zurück.

Dabei hatten es die Teams nicht wirklich leicht. Zwei Korridore, jeder davon mehrere tausend Quadratkilometer groß, mussten in je fünf Tagen durchfahren werden. Die ersten beiden Fahrtage begleitete starker Regen die Teams in den Bergen, was das Finden der Wege und das Bewältigen derselben nicht einfach machte. Aber frei nach der Idee der Super- Karpata Trophy fuhren die Teilnehmer auf unterschiedlichen Wegen im Korridor von der Start- bis zur Ziellinie und trafen sich nur manchmal an Schlüsselstellen in den Karpaten.

Um das Durchfahren der Korridore nicht zu einer Spazierfahrt zu machen, mussten die Teams auch zwischendurch bei Sonderprüfungen ihre Improvisationsfähigkeiten unter Beweis stellen und konnten dabei wichtige Zeitgutschriften für die Wertung mitnehmen: Die Sonderprüfungsaufgabe am Start in Halbturn, einen Verletzten ruhiggestellt über eine imaginäre Schlucht zu transportieren, schafften noch mehr als die Hälfte der Starter. Die nächste Sonderprüfung im Mittelziel nach Korridor 1 war schon deutlich schwieriger: Konstruktion und Bau eines Katapults, bei dem ein 1-kg-Erdsack so weit wie möglich zu schleudern war. Das Team Bedrock aus Deutschland punktete hier gewaltig, beförderte das Wurfgeschoss weit über 30 Meter in die Wiese und holte sich so eine schöne Zeitgutschrift.

Superkarpata-Trophy mit neuem Gesamtsieger

Die letzte Sonderprüfung im Ziel, ein Floßbau für mindestens zwei Personen, war für die Teilnehmer auch eine Herausforderung. Aus allem Mitgebrachten, Reifenschäuchen, Schwimmwesten, Sandblechen wurde konstruiert und gebaut, um das Team über eine 500 Meter lange Strecke auf einem relativ strömungsstarken Fluss bringen musste. Und das bei völliger Dunkelheit (knapp vor Mitternacht).

Mit teamsaurer 2 gewann die Trophy 2013 auch ein neues Team und verdrängte die "alten Hasen", das Team Spirit of Expedition, auf den 2. Platz und das Team Korridor- Express auf Platz 3.

teamsaurer 2 überglücklich zu seinem Erfolg, die Offroad-Abenteuer-Krone geholt zu haben: "Wir haben einfach von Anfang alles richtig gemacht. Die Navigation hat super geklappt und unsere beiden Pinzgauer, jeder 40 Jahre alt, haben bis zum Schluss durchgehalten."

Der Tenor der meisten Teams: Nach der SuperKarpata Trophy ist vor der SuperKarpata Trophy und so freuen sich viele der Teams schon auf das nächstjährige Offroad- Abenteuer-Erlebnis. Die SuperKarpata Trophy 2014 – voraussichtlich Mitte Mai 2014.

Fotos: Fanny Cornelsen

PlatzTeamStraf-kmFahrzeit
1teamsaurer 216,46858:12
2Spirit of Expedition43,59663:36
3Korridor-Express60,06863:04
4Black Magic60,33662:35
5United82,60563:37
6Dirt Devils89,99961:33
7Balu98,09359:50
8Romaniacs116,49556:29
9kfz-windisch.at120,25764:14
10Red Ants Maroda120,30563:45
11Nici un pic normal in Cap135,03354:35
12Letzte Hilfe138,32459:13
13Lost Boyz - Evolution150,53867:23
14OTA167,73960:59
15Adrenalin175,37662:34
16Bedrock199,19062:09
17Mastalier206,07664:04
18Lords of Darkness220,89462:14
19ERC Baumann223,04156:49
20Greenhorn229,56853:03
21Argovia Power321,36954:05
22Wolfpack342,37763:01
AusfallJAMBO
AusfallJeep Team
AusfallMUD Professor (LS-tec)
AusfallWeinexpress
DQRhoihesse - Ranger
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