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Sutil

"Muss Realist bleiben"

Foto: Spyker F1 54 Bilder

Beim Grand Prix von Belgien konnte Spyker Pilot Adrian Sutil das beste Ergebnis seiner Karriere einfahren. Nach dem 14. Platz in Spa hat er sich  im Interview mit auto motor und sport zu den Erfahrungen der ersten Saison und zu seinen Zukunftsplänen geäußert.

21.09.2007 Powered by

Welches war bisher Ihr bestes Rennen?
Sutil: "Bislang Indianapolis, das Rennen hatte mir sehr viel Spaß gemacht. Wir waren an den ToroRosso dran, wir konnten kämpfen. Da war einfach alles wichtig, und es hat super geklappt. Auch andere Rennen, in denen ich immer konstante Rundenzeiten gefahren bin und keine Fehler gemacht habe, wo ich alles aus dem Auto heraus geholt habe, waren klasse. Aber dadurch, dass ich einsam und alleine vor mich hingefahren bin, ist es keinem Menschen wirklich aufgefallen. In Ungarn zum Beispiel waren unsere Rundenzeiten im Rennen besser als im Qualifying. Da konnten wir einen der beiden Honda schlagen. Weil er einfach nicht schnell genug war."

Und nun nach Spa?
Sutil: "Ganz klar war Spa mein bestes Rennen. Nach fünf Runden war ich bereits auf Rang zwölf, und das vom 19. Startplatz aus. Ich konnte etablierte Formel 1-Größen überholen. Leute, die bereits Grands Prix gewonnen haben. Ich weiß ja nicht in welchem Gang die anderen durch Eau Rouge gefahren sind, aber bei mir war es, glaube ich, einen Gang höher. Durch Eau Rouge bereits in der Startrunde voll zu fahren, das war mein Plan. Da habe ich mir gedacht: Da haue ich rein."

Mit Tempo 325,9 hatten Sie das fünftschnellste Auto auf der Geraden.
Sutil: "Unsere Abstimmung mit wenig Abtrieb ist voll aufgegangen. Nach Eau Rouge am Ende der Bergauf-Geraden habe ich reihenweise die Gegner geschnappt. Gleich in der ersten Runde waren dies Sato, Barrichello Vettel und Wurz. Den habe ich mir dann außen herum geschnappt. Dann noch Liuzzi und Button. Ich war auf einer normalen Zweistopp-Strategie unterwegs. Ich hatte also nicht etwa weniger Sprit als die anderen. Aber es war extrem schwierig, im Mittelsektor dranzubleiben, mit so wenig Abtrieb. Doch das Tolle war, dass ich auf die, die ich überholt hatte, sogar einen Vorsprung herausfahren konnte."

Hinterher lobte Sie Spyker-Cheftechniker Mike Gascoyne.
Sutil: "Wir absolvierten den sechstschnellsten Boxenstopp. Da hat alles gepasst, da sind wir richtig Rennen gefahren. Das hat dieses Team seit fast vier Jahren nicht mehr erlebt, hat mir Gascoyne gesagt."

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer ersten Formel 1-Saison?
Sutil: "Schon sehr. Ich habe meine Erfahrungen gemacht und konnte dadurch mehr und mehr meine Leistungen auf dem Punkt abrufen. Jetzt fühle ich mich bereit für den nächsten Schritt - wie auch immer der ausschauen sollte. Besonders was das Renngeschehen betrifft. Jetzt weiß ich, was ich in welchen Situationen zu tun habe. Zum Beispiel wann ich pushen muss, oder wie ich die Zeitabstände zu den anderen Teams zu verstehen habe und so weiter. Ich bin nicht mehr so verkrampft. Es wird ganz allgemein immer lockerer, und ich denke immer klarer. Und natürlich auch was die Abstimmungsarbeit betrifft - ich weiß jetzt immer besser, was ich für welche Situation ändern muss."

Sind Sie nicht überrascht über sich selbst, wie gut und schnell Sie in der Formel 1 Fuß gefasst haben? Immerhin haben Sie den fahrerisch als deutlich stärker eingeschätzten Christijan Albers von Anfang an in den Schatten gestellt.
Sutil: "Ich bin anfangs schon davon ausgegangen, dass es enger zugehen wird zwischen mir und Albers. Aber andererseits hatte ich im Vorjahr als Freitags-Testfahrer meine Teamkollegen immer im Griff. Ich habe schon ein gewisses Selbstbewusstsein. Nur weil ich zwei Mal technische Probleme hatte, konnte ich Albers da nicht schlagen."

Aber haben Sie sich nicht erhofft, nach einer starken ersten Saisonhälfte mehr Aufmerksamkeit von anderen Teams zu bekommen?
Sutil: "Es gab schon einige, mit denen wir gesprochen hatten. Besonders nach meiner Trainingsbestzeit im Regen in Monaco bekam ich sehr viele Glückwünsche. Das war eine Chance, und die habe ich genutzt. Und es hat in diesem Jahr nicht oft geregnet. Es gab schon viel Feedback von anderen Teams. Interesse an mir haben mehrere. Die Frage ist nur: Wird man sich einigen? Und ob dies dann etwas sein wird, was wir wollen. Natürlich sagt keiner: Fahre für mich. Jedes Team fragt erst vorsichtig an. Es gab schon viele Gespräche. Aber mein Vertrag mit Spyker gilt auch für 2008. Wenn ein Wechsel in ein Top-Team möglich ist, dann müssen wir uns erst mit Colin Kolles auseinandersetzen. Aber ich bin auch motiviert, mit den Spyker-Jungs weiter nach vorne zu kommen. Mit drei Teams gibt es Kontakte. Ich darf natürlich nicht sagen, wer es ist. Wir haben einen Vertrag mit Spyker. Alles was wir machen, tun wir im Zusammenspiel mit Spyker. Kolles hat mir die Chance gegeben. Deshalb verhalte ich mich loyal gegenüber Spyker."

Wie gut ist das neue Auto? Versuchen Sie es mit Gewalt, so wie im Freitagstraining in Spa, als Sie abgeflogen sind?
Sutil: "Ich bin nicht der Typ, der dann durchdreht. Ich weiß, was möglich ist. Da muss man Realist bleiben. Man darf nicht das Auto überfahren. Aber solche Abflüge wie am Freitag können passieren. Das erste Rennen in Monza mit dem neuen Auto, das war sehr deprimierend. Aber hier in Spa war es wirklich um Welten besser."

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