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Suzuki-Maruti

Indien ist preisgünstigster Standort

Foto: Maruti 11 Bilder

auto-motor-und-sport.de sprach mit Shinzo Nakanishi, dem Vorstandsvorsitzenden der Maruti Suzuki India Limited, Indien, über den Standort Indien, die Qualitätssicherung und den lokalen Wettbewerb.

24.10.2008 Eberhard Kittler

Sie bauen den neuen Suzuki Alto ausschließlich in Indien und exportieren ihn von hier in alle Märkte. Planen Sie, auch die Fertigung anderer Modelle nach Indien zu verlegen?
Nakanishi: Nein. Wir wissen, dass Indien der vermutlich preisgünstigste Produktionsstandort der Welt ist. Aber wir wollen hier vor allem für den Binnenmarkt produzieren, weil der Bedarf riesig ist. Das gilt übrigens auch für den Splash, der derzeit ausschließlich in Ungarn gebaut wird und ab 2009 zusätzlich hier im Werk Manesar entstehen wird.

Wie wird sich der Alto auf dem indischen Markt behaupten?
Nakanishi: Ich hoffe, sehr gut! Wir haben soeben mit der Produktion begonnen, er läuft hier als A-Star. Denn er ist in seiner Ausstattung, seinem Design und preislich deutlich über den Suzuki-Einstiegsmodellen angesiedelt. Aber wir wissen, dass mehr und mehr Kunden nicht mehr an Minimalautos interessiert sind.

Wird der Suzuki Alto künftig auch an anderen Standorten außerhalb Indiens gebaut werden?
Nakanishi: Vielleicht, aber das ist derzeit noch kein Thema.

Sie sind Marktführer bei Kleinwagen in Indien. Wollen Sie dem Tata Nano ein Konkurrenzfahrzeug entgegensetzen?
Nakanishi: Nein, dieses Feld überlassen wir gern der Firma Tata.

Die meisten ihrer Bandarbeiter sind angelernt, noch ist das Bildungsniveau in Indien nicht so hoch. Leidet darunter nicht die Qualität der bei Maruti-Suzuki gebauten Autos?
Nakanishi: Keine Sorge, wir befinden uns in einem knallharten Wettbewerb mit den anderen Suzuki-Werken weltweit. Da wir hier konsequent japanische Qualitätsregeln eingeführt haben, ist ein indischer Suzuki genauso gut wie einer aus Ungarn oder Japan.

Wie hoch ist der Local Content, also der Anteil der hier im Land gefertigter Bauteile? Und produzieren Sie die Motoren vor Ort?
Nakanishi: Der Local Content liegt bei rund 80 Prozent und wird wohl noch größer. Ein Teil der Motoren entsteht tatsächlich in Indien - wir bauen bei Suzuki Powertrain India 200.000 Einheiten jährlich vom 1,6-Liter-Benziner und vom 1,3-Liter-Diesel. Die Hälfte davon geht nach Ungarn, einige Motoren gehen auch zu Fiat und Opel. Immer wichtiger wird unsere Diesel-Motorenfertigung, denn Diesel sind zunehmend gefragt in Indien. Was bei Benzinpreisen um knapp einen Euro nicht verwunderlich ist - Dieselkraftstoff kostet ein Drittel weniger. Überdies bauen wir Triebwerke direkt bei Maruti, beispielsweise für den Maruti 800.

Wird es bei Suzuki Hybrid-Modelle oder Elektro-Autos geben?
Nakanishi: Ich kann hier nur für Maruti-Suzuki sprechen. Aber Hybrid-Lösungen kosten viel Geld - fraglich, ob wir das an den Kunden weitergeben können, weil doch unsere kleinen Modelle ohnehin schon sehr sparsam sind. Ich glaube, dass Gas-Varianten - LPG oder noch besser CNG - auf mehr Interesse stoßen würden.

Noch eine Frage zum Schwestermodell des Alto - dem in Indien am gleichen Band produzierten Nissan Pixo. Warum bauen Sie Ihren eigenen Konkurrenten?
Nakanishi: Das ist ein reines Geschäftsmodell, das es uns ermöglicht, die Kosten zu senken. Der Pixo geht ausschließlich in den Export und wird in Indien nicht angeboten. Darum sehen wir ihn nicht als bedrohlich für unser Fahrzeug. Er hilft uns auch, höhere Exportzahlen zu erreichen - die Exporterwartung für das Jahr 2010 liegt bei etwa 200.000 Einheiten. Einschließlich des Nissan Pixo.

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