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Suzuki Swift Sport Hayabusa

Irrer Kleinwagen mit Motorradpower

Suzuki Swift Sport Hayabusa, Kleinwagen, Umbau, Motorrad Foto: Suzuki 11 Bilder

Ein Auto mit Motorradantrieb? Da erinnern wir uns an einen Smart, der einen Hayabusa-Motor in sich trug. Einen ähnlichen Umbau hat es auch im Hause Suzuki gegeben. Dabei herausgekommen ist ein 330 PS starker Kleinwagen.

23.07.2014 Andreas Haupt Powered by

Von außen betrachtet sieht er aus wie ein etwas aufgehübschter Suzuki Swift Sport. Über den gelben Lack schlängeln sich auf der Motorhaube, den zwei Türen und im Heck ein paar Blitze. Dazu verpasste man dem Kleinen einen Sportauspuff, Carbonspiegel und einen Heckspoiler. Das war’s. Niemand würde vermuten, was sich unterm Kleid dieses gelben Flitzers versteckt. Motorklappe auf: Nichts zu sehen vom wassergekühlten 1,6-Liter-Vierzylinder, und auch kein Getriebe. Zu erspähen: ein etwa 40 Liter fassender Tank.

Suzuki Swift Sport mit Hayabusa-Motor

Wer die Antriebseinheit begutachten möchte, muss in den Kofferraum schauen. Dort schlummert die Power dieses Suzuki Swift Sport - in Form eines Hayabusa-Aggregats. Der Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor erlangte weltweite Berühmtheit, als er die Suzuki Hayabusa 1300 als erste Serienmaschine über die 300-km/h-Schallmauer katapultierte.

"Das Fahrzeug wirkt eher unscheinbar. Keiner erwartet das, was drinsteckt. Das Auto hat zwar ein paar Aufkleber, aber das war es auch", sagt Niki Schelle, ehemaliger Rallye-Pilot und Hauptverantwortlicher für den Umbau des Suzuki Swift Sport Hayabusa. "Wenn man dann hinein sitzt und den Motor startet, ist man ganz verwundert, weil es sich nicht nach einem Auto, sondern einem Motorrad anhört. Da stellt sich Gänsehaut-Feeling ein."

Einfach einen Motorradmotor in ein Auto einzuschleusen, dabei beließ es Schelle nicht. Er pflanzte dem Triebwerk noch einen Turbo ein, der es auf etwa 0,8 bar Ladedruck bringt, wie Schelle verrät. Dadurch windet der Swift Sport Hayabusa satte 330 PS aus seinen vier Zylindern.

Aus Front- mach Heckantrieb

Gekoppelt ist der Hayabusa an ein sequentielles Getriebe - wie bei Motorrädern üblich. Dazu baute man von Front auf Heckantrieb um, und verpasste dem Swift Sport ein mechanisches Sperrdifferential für bessere Traktion. Um die Gänge im Kleinwagen nach oben bzw. unten wuchten zu können, befindet sich am Lenkrad eine Vorrichtung. Doch wie läuft das Zusammenspiel zwischen Motorradmotor und -Getriebe und Sperrdifferential ab? Schelle erklärt: "Es gibt einen elektrischen Zylinder, der in zwei Richtungen arbeitet, und sozusagen den Motorradfuß nachstellt."

ABS oder Servolenkung? Hat der ungewöhnliche Flitzer nicht. Auch die Heizung, das Radio, die Rückbank und Dämmmaterialien flogen raus. Die Devise: Gewicht sparen. Stattdessen erhielt der Suzuki Swift Hayabusa Schalensitze, Hosenträgergurte, einen Überrollkäfig, eine hydraulische Handbremse, neue Motorsportbremsbeläge, ein höhenverstellbares KW-Fahrwerk und eine speziell für den Umbau modifizierte Antriebswelle. "Das Auto ist Fahrspaß pur. Zwischen dem Fahrer und der Antriebseinheit gibt es nur eine dünne Abtrennung. Man bekommt die Soundkulisse sehr gut mit und merkt, wie der Turbolader abgeht. Es wird auf jeden Fall ziemlich warm", sagt Schelle.

Der Ex-Rallyefahrer, der - wie er selbst sagt - in die Serienentwicklung des Swift Sport involviert war, berichtet, dass man derzeit noch an der Abstimmung des gelben Geschosses arbeite: "Wir haben die richtige Balance noch nicht gefunden. Das Auto ist auf Frontantrieb ausgelegt, aber durch den Umbau fehlt es vorne an Gewicht. Das Fahrzeug ist tendenziell untersteuernd. Doch wenn die passende Drehzahl anliegt, und man aufs Gas steigt, kommt schon das Heck." Eine geplante Umbaumaßnahme: noch weichere Federelemente.

Keine Straßenzulassung für den Swift Sport Hayabusa

Von unten heraus gehe mit dem Suzuki Swift Sport Hayabusa "noch nicht so viel", erklärt Schelle. Erst im oberen Drehzahlbereich sei die Leistung spürbar. Von null auf 100 km/h braucht der kleine Sportler knappe vier Sekunden. Schluss ist mit dem Suzuki Swift Sport Hayabusa bei rund 190 Sachen. "Es wären höhere Geschwindigkeiten möglich, aber momentan steht mehr der Fahrspaß in den Kurven im Vordergrund."

Spaß haben, das darf man derzeit mit dem Automotorrad nur auf abgesperrten Straßen oder der Rennstrecke. Eine Straßenzulassung gibt es noch nicht. Doch wie heißt es so vielversprechend bei Suzuki: "Das Projekt ist noch nicht beendet."

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