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Suzuki Vitara im Fahrbericht

Crosser Kumpeltyp

Suzuki Vitara Fahrbericht Foto: Suzuki 30 Bilder

Der neue Suzuki Vitara bekennt sich zu den Kerntugenden der Marke: kompakt, spritzig, sparsam. Wir waren mit dem neuen SUV unterwegs.

24.02.2015 Torsten Seibt Powered by

So groß kann klein sein: mit dem neuen Vitara greift der japanische Hersteller da an, wo er sich am besten auskennt. Und vollführt eine in der heutigen Zeit bemerkenswerte Kehrtwende, wo üblicherweise jede neue Modellgeneration länger, stärker und teurer wird. Stattdessen ist der neue Vitara erfrischend kompakt ausgefallen und steht mit seinen Abmessungen wieder ziemlich exakt da, wo 1991 der Ur-Vitara als Fünftürer begann.

Neuer Suzuki Vitara für die Kompaktklasse

Mit 4,17 Meter Außenlänge sortiert sich der Fünftürer 13 Zentimeter unterhalb des SX4 ein und tritt damit in der momentan besonders boomenden Klasse der C-Segment-SUV an, wo bereits Bestseller wie der Opel Mokka auf ihn warten. Auch bei der Breite (1,77 Meter) und Höhe (1,61 m) bleibt der neue Suzuki Vitara ein handliches Modell. Motorisiert wird der neue Suzuki Vitara ausschließlich von 1,6-Liter-Motoren, die schon aus dem SX4 bekannt sind. Und wie beim SX4 leisten die beiden Motoren auch im neuen Suzuki Vitara jeweils 120 PS, der Saug-Benziner mit variabler Ventilsteuerung bringt es auf 156 Newtonmeter Drehmoment, beim Diesel liegen maximal 320 Newtonmeter an. Gleichzeitig bedeutet die Markteinführung auch das Ende für den Grand Vitara auf dem europäischen Markt, der Verkauf des großen Suzuki-Offroaders wird bei uns eingestellt.

Beim Erstkontakt fällt auf, wie erwachsen der Suzuki Vitara für seine tatsächliche Größe wirkt. Er macht nicht auf knuffig wie ein Fiat 500X, sondern zeigt klare Kante. Das gilt auch für den Innenraum, der trotz modischer Farbakzente (lackierte Ziereinlagen, kosten 130 Euro) seriös auftritt und nicht unter den Achseln klemmt: vier Erwachsene finden bequem Platz im neuen Suzuki Vitara, auf den Rücksitzen würden sich groß gewachsene Mitreisende allerdings einen Tick mehr Beinfreiheit wünschen. Für die Wagengröße geht auch der Laderaum in Ordnung. Dessen Vergrößerung für mächtigere Transportaufgaben geschieht über einfache umklappbare Rücklehnen, die restliche Variabilität erschöpft sich in einem flachen Staufach unter dem Laderaumboden.

Etwas sparsam war Suzuki allerdings bei der Materialwahl: der Kunststoff für die Armaturenoberfläche und an den Seitenverkleidungen zeigt keine Ambitionen, hochklassig zu wirken, hier wird der niedrig angesetzte Basispreis von 17.990 Euro (Benziner "Club" mit Frontantrieb) sichtbar. Auch wenn der Preis für die Topversion (4x4 Diesel in der Ausstattung Comfort+) mit rund 28.000 Euro recht selbstbewusst klingt, zeigt ein genauerer Blick in die Preisliste, dass Suzuki auch hier der Markentradition treu bleibt. Die Aufpreisliste ist übersichtlich, kostenpflichtige Extras sinnvoll gruppiert. Und beim erwähnten Topmodell kosten nur noch einige Design- und Lackoptionen Aufpreis.

Radar-Tempomat bei Allrad Serie

Wünschen an moderne Technik kommt Suzuki mit einem radarbasierten Abstands-Tempomat entgegen, der zusätzlich eine Notbremsfunktion aufweist. Wer den Allradantrieb ordert, bekommt diese Funktion mitgeliefert. Das Multimediasystem lässt sich mit Android-Smartphones per Mirrorlink verbinden, um bestimmte Apps direkt auf den Fahrzeug-Bildschirm zu spiegeln.

Kompaktheit beweist Suzuki auch beim Gewicht. Der Diesel mit Allradantrieb, in Deutschland wohl die meistgefragte Version des Vitara, bringt es auf ein Leergewicht von 1.295 kg, das frontgetriebene Benziner-Basismodell wiegt lediglich 1.075 Kilo. Das bestätigt schon nach wenigen Metern auf einer kurvenreichen Nebenstraße die alte Weisheit, dass der wichtigste Faktor für Fahrspaß im geringen Gewicht zu finden ist, erst dann in der Motorleistung.

Mit Leichtigkeit und hoher Präzision lässt sich der Suzuki Vitara in Kurven pfeffern und wieder herausbeschleunigen. Straffe Lenkung, sauber reagierendes Fahrwerk, dieses SUV macht auf kesser Flitzer, ohne dass der Motor für Heldensagen geeignet wäre. Dabei ist der 1,6-Liter-Turbodiesel, Suzuki kauft ihn bei Fiat ein, mit einer recht homogenen Kraftentfaltung gesegnet und zieht nach Einsetzen des vollen Turboschubs durchaus kräftig los, obwohl sich die Papierwerte (Nullhundert in 12,4 Sekunden) eher gemütlich lesen. Doch untermotorisiert kommt man sich im neuen Vitara keinesfalls vor. Der Vitara fährt sich, um es auf einen kurzen Nenner zu bringen, ausgesprochen vergnüglich. Nur im sehr niedrigen Drehzahlbereich breitet sich leistungsschwache Ratlosigkeit aus. Das fällt auch auf, weil Suzuki den Vitara Diesel relativ lang übersetzt hat, was Kriechfahrten im stop-and-go-Verkehr ein bisschen mühsam macht. Erlösung durch ein Automatikgetriebe ist leider nicht in Sicht, das gibt es ausschließlich für den Benziner.

Ein weiterer Pluspunkt, der direkt aus dem geringen Fahrzeuggewicht resultiert, ist der Verbrauch. Mit seinem Norm-Durst von 4,2 Liter gehört der neue Suzuki Vitara zu den sparsamsten SUV auf dem Markt.

Allradantrieb mit verschiedenen Fahrprogrammen

Der Allradantrieb des neuen Suzuki Vitara lässt sich wie inzwischen allgemein üblich mit verschiedenen Fahrprogrammen beauftragen und für festeren Einsatz abseits der Straße auch mit einer fixen 50/50-Aufteilung schalten. Wirklich grobes Gelände sollte aber nicht auf dem Programm stehen, mit 185 Millimeter Bodenfreiheit kommt der neue Suzuki Vitara auf Asphalt besser zurecht. Dem entspricht auch die wählbare Sport-Einstellung, die den Allrad mit ins Geschehen einbindet und außerdem die Lenkung nochmals nachschärft, im Standardmodus werden die Hinterräder erst bei auftretendem Schlupf an der Arbeit beteiligt.

Der neue Suzuki Vitara wird im April in den Verkauf kommen. Gebaut wird der neue Suzuki Vitara wie bereits der SX4 im ungarischen Suzuki-Werk Esztergom.

Fazit:

Viel Licht, wenig Schatten kennzeichnen den neuen Suzuki Vitara. Seine Flitzigkeit erinnert an den ersten Toyota RAV4, der sich im Laufe der Jahrzehnte ja auch längst ins saturierte Wohlstandsmillieu vergrößert hat. Wer diese Sorte Auto mag, findet im neuen Suzuki Vitara einen würdigen, modernen Nachfolger. Auf die Meckerliste schafft es lediglich die lieblose Plastik-Tristesse bei Verkleidungen und Armaturenlandschaft sowie das fitzelig bedien- und mäßig ablesbare Multimedia-Navi.

Suzuki VitaraAusstattung:Preis:
1.6 4x2Club17.990 Euro
Comfort20.490 Euro
Comfort+23.890 Euro
1.6 4x4Comfort22.490 Euro
Comfort+25.590 Euro
1.6 DDIS 4x2Comfort22.790 Euro
Comfort+26.190 Euro
1.6 DDIS 4x4Comfort24.790 Euro
Comfort+27.890 Euro
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