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Tagebuch Silvretta Classic 2009

Blinder Co-Pilot im Lancia Stratos

Foto: MKL 23 Bilder

Bei der diesjährigen Silvretta Classic vom 02. bis 05. Juli befindet sich ein Team der ganz besonderen Art unter den Teilnehmern: der Argentinier Daniel Claramunt und sein blinder Beifahrer Enrico Mussinelli.

27.06.2009 Powered by

Bereits 2008 startete ein Team der Organisation M.I.T.E. an der sächsischen Version der Oldtimer-Rallyes, die jährlich von der Zeitschrift Motor Klassik veranstaltet werden. Die Italiener Luciano Viaro und Beifahrerin Allessandra Inverardi nahmen an der Sachsen Classic 2008 teil und gewannen. Die 27-jährige Allessandra Inverardi, einst Profi-Volleyballerin, verlor ihr Augenlicht in Folge einer Krankheit bereits in Teenager-Jahren.

Roadbook ist in Brailleschrift übersetzt

Die Organisation M.I.T.E. ("Miteinander, Insieme, Together, Ensemble") - gegründet von Gilberto Pozza im Jahre 1998 - will sehbehinderten Menschen ermöglichen, Motorsport zu betreiben. Und das erfolgreich - wie das M.I.T.E-Team mit dem Sieg der Sachsen Classic im vergangenen Jahr zeigte. Viaro gewann drei Mal die Mille Miglia und plant auch zukünftig an weiteren Rallyes im Rahmen des M.I.T.E. Projekts erfolgreich teilzunehmen. Zu sehen ist der derzeit weltweit erfolgreichste Rallyefahrer Viaro bei der Eifel Classic 2009, die in diesem Jahr erstmalig von der Motor Presse Stuttgart veranstaltet wird.

Die Aufgabenteilung ist bei allen "M.I.T.E.-Teams" gleich geregelt: Gelenkt wird das Auto von den Fahrern Claramunt oder Viaro; die Co-Piloten sagen an, wo es lang geht. Bei der Silvretta Classic wird Enrico Mussinelli das Kommando übernehmen. Er geht dabei vor wie alle Co-Piloten, die an Oldtimer-Rallyes teilnehmen. Das Roadbook gibt die Richtung an, der Beifahrer vermittelt dem Fahrer den Streckenverlauf. Der einzige Unterschied: Das Roadbook ist in Brailleschrift übersetzt. Für einen reibungslosen und fehlerfreien Ablauf müssen die sehbehinderten Beifahrer das Roadbook vor jeder Rallye genau studieren.

Bora-Computer Geheimnis des Erfolgs

Der Aufwand, den Fahrer und Co-Pilot vor jeder Etappe betreiben, lohnt sich. Bei der Sachsen Classic 2008 kam das Team Viaro-Inverardi im Schnitt auf weniger als eine Zehntelsekunde Abweichung pro Prüfung. Trotz des eindeutigen Abstands zum Zweitplatzierten schwört Viaro in einem Gespräch mit Motor-Klassik: "Der enthält kein Geheimnis, sondern nur 120 Stoppuhren." Gemeint ist sein Bora-Computer, den Luciano Viaro eigens entwickelt und vertreibt. Vor dem Start speichert er die Sollzeiten der Prüfungen ein, der Computer informiert ihn dann über den zeitlichen Rallye-Verlauf. So gelingt es den Fahrern der M.I.T.E.-Teams die Wertungsprüfungen im Etappenverlauf alleine zu bestreiten.

Die M.I.T.E.-Teams werden von Lancia gesponsert und erhalten für die Rallye prominente Unterstützung. Bei der Silvretta Classic 2009 wird das Team mit einem //1213803:Lancia Stratos HF, dreifacher Rallye-Weltmeister von 1974, 1975 und 1976, an den Start gehen.

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