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Tankbetrug

Spritklau ist kein Kavaliersdelikt

Tanken, tankstelle Foto: DEKRA

Die Spritpreise steigen, und damit wächst die Zahl der Tankbetrugsfälle. Laut einer Studie mit Daten zu 120 deutschen Städten hat der Kraftstoff-Klau seit 2010 um 17 Prozent zugelegt. Wer erwischt wird, muss mit hohen Strafen rechnen.

18.11.2014 Henning Busse

Ein neuer Volkssport soll es sein, behauptet zumindest das Vergleichsportal Preisvergleich.de und untermauert seine These mit Fakten. In Untersuchungen fanden die Marktbeobachter heraus, dass Tankbetrügereien seit 2010 um mehr als 17 Prozent auf 91.578 Fälle im Jahr 2013 angestiegen sind. Ob man bei dieser Zahl von einem Volkssport reden kann, ist fraglich. Doch sie macht deutlich, dass es sich beim Spritdiebstahl nicht mehr um eine Randerscheinung handelt – dazu ist das Ausmaß zu groß. Dass der Anstieg etwas mit den hohen Benzinpreisen zu tun hat, liegt auf der Hand. Für manche Autofahrer ist die Grenze erreicht – sie schrecken auch vor illegalem Handeln nicht mehr zurück.

Tankstellenbetreiber wehren sich mit Überwachung

Tankstellenbetreiber wehren sich per Kameraüberwachung, trotzdem liegt laut Preisvergleich.de die Aufklärungsquote der angezeigten Betrügereien deutschlandweit bei nur 43,1 Prozent. Erfolgreiche Ermittler bringen es in Hessen auf 54,6 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern auf 54,3 und in Thüringen auf 52,8 Prozent. In Berlin (24,5 Prozent) und Bremen (30,9 Prozent) gehen die Spritdiebe dagegen seltener ins Netz.

Sichere Städte für Tankstellen sind laut Preisvergleich.de zum Beispiel Esslingen, Remscheid und Trier. Dort wird jeder Betrieb im Schnitt nur zweimal pro Jahr von Kraftstoffdieben aufgesucht. Gemessen an der Tankstellenzahl und den Betrugsfällen ist Berlin im negativen Sinne die Hochburg. Statistisch betrachtet wird jede Tankstelle in der Hauptstadt 25-mal pro Jahr von Betrügern heimgesucht. Der zweite Platz im Negativ-Ranking geht an Solingen (22-mal), gefolgt von Frankfurt (19-mal), Bottrop und Köln (jeweils 17-mal).

Niemand sollte sich übrigens zum Tankbetrug verleiten lassen – die Gerichte sehen darin kein Kavaliersdelikt. Oft und vor allem bei Ersttätern wird eine empfindliche Geldstrafe verhängt. Handelt es sich um einen Wiederholungstäter, kann eine Bewährungsstrafe, bei hartnäckigen Spritdieben sogar eine Haftstrafe ohne Bewährung (bis zu fünf Jahre) verhängt werden.

Die Untersuchung im Detail

Für die Tankbetrug-Studie hat Preisvergleich.de die Deliktangaben der Polizeibehörden ausgewertet und anschließend mit der Anzahl der Tankstellen verglichen. Dazu wurde eine Tankstellenerhebung von der Logiball GmbH und TomTom International BV herangezogen. Gezählt wurden auch Stationen an Autohäusern und Supermärkten. Tankstellen eines Betreibers beiderseits einer Straße wurden als zwei Stationen gezählt.

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