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Technik erklärt - Soundaktoren

Wenn es gut klingen muss

Soundaktoren, Motor, Technik

Spritsparende Autos sind zwar gefragt - bei kleinen, effizienten Motoren fehlt vielen Fahrern jedoch die richtige Klangkulisse. Spezielle Soundaktoren lösen das Problem.

08.11.2015 Annette Napp

Gutes Fahrverhalten und niedriger Spritverbrauch sind wichtig, der Motorklang ist es für viele Fahrer aber ebenso. Bei Modellen wie dem Porsche 911 oder einem Ferrari gehört der charakteristische Motorsound sogar zur Fahrzeug-DNA. Doch viele Bemühungen und Vorschriften zum Spritsparen, vor allem das sogenannte Downsizing, gehen zulasten der Klangkulisse. Zwar erfreuen mittlerweile kernige Dreizylinder das eine oder andere Gehör, Vierzylinder und aufgeladene Dieselmotoren wecken aber kaum Emotionen. Einige Hersteller helfen daher mit speziellen Soundaktoren nach. Die Active-Sound-Technologie von Eberspächer etwa kann den Motorklang so modifizieren, dass ein Diesel nach rassigem V8-Benziner klingt.

Dazu berechnet ein Steuergerät nach festgelegten Algorithmen, welche Frequenzbereiche verstärkt oder überdeckt werden. Es berücksichtigt zum einen Daten der Motorelektronik wie Drehzahl und Last. Zum anderen erfasst ein Sensor den Schalldruckpegel, um bei Bedarf den Klang noch einmal nachzubessern. Zudem beeinflusst der gewählte Fahrmodus, ob das Auto sportlich-kräftig oder komfortabel-dezent klingt. Über eine Leistungsverstärkerstufe gelangt das Signal zum Soundaktor, in dem ein spezieller Lautsprecher die gewünschte Klangkulisse erzeugt. Der Aktor sitzt meist beim Auspuffendrohr und ist per Anschlussrohr mit dem Abgasstrang verbunden.

Dämpfung durch Gegenschall

Nach dem gleichen Prinzip lässt sich auch das umgekehrte Ziel erreichen: Schalldämpfung. Das Active-Silence-System reduziert das Motorgeräusch mit gezieltem Gegenschall. Das funktioniert ähnlich wie Kopfhörer, die störende Umgebungsgeräusche ausblenden. Vor allem Turbobenziner würden profitieren, da sie bei der Fahrt in tiefen Drehzahlbereichen lauter werden und normalerweise große und schwere Schalldämpfer brauchen. Mit dem Soundaktor-System dagegen können Endschalldämpfer entfallen und Mittelschalldämpfer kleiner dimensioniert werden. Das spart rund 30 Prozent Gewicht.

Noch mehr Potenzial in puncto Leichtbau versprechen sich die Entwickler von motornah eingebauten Aktoren, bei denen der gesamte Abgasstrang entfallen könnte. Die Herausforderungen liegen derzeit aber noch in dem begrenzten Bauraum sowie den hohen Temperaturen in Motornähe. Während die Active-Silence-Technologie noch auf den Serieneinsatz wartet, gibt es das Active-Sound-System bereits seit 2011 in verschiedenen Modellen, unter anderem im VW Golf GTD und Audi A6.

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Was bringt eigentlich die Bremsenergie- Rückgewinnung beim Verbrenner - fällt die Motorbremsleistung überhaupt ins Gewicht?

Alyson Geier aus Obrigheim (Pfalz)

Der Begriff Bremsenergie-Rückgewinnung ist etwas irreführend. Beim Verbrennungsmotor erzeugt der oft als Lichtmaschine bezeichnete Generator den Strom für das Bordnetz. Während er früher kontinuierlich lief, ist er heute in der Regel nur im Schubbetrieb aktiv. Sprich, wenn der Fahrer vom Gas geht oder bremst. In anderen Fahrsituationen belastet er den Motor also nicht, das soll laut Hersteller bis zu vier Prozent Kraftstoff sparen.

Annette Napp, Technik-Redakteurin

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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