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Technik-Projekt Eventreifen - Teil 6

Die Premiere beim Perfektionstraining

Aufmacher Projekt Eventreifen Foto: sport auto 39 Bilder

Unter den Augen und in den Händen von 135 Perfektionstrainings-Teilnehmern feierte der in enger Zusammenarbeit mit sport auto entwickelte ContiForceContact auf der Nordschleife eine bemerkenswerte Premiere.

15.09.2010 Horst von Saurma Powered by

Wenn innerhalb einer von großer Leidenschaft und Ehrgeiz geprägten Szene bereitwillig neue Techniken erlernt und gemeinsam innovative Lösungen gesucht werden, dann ist die Chance groß, den Status Quo noch mal ein gutes Stück weit nach oben zu verschieben – und zwar in mehrerlei Hinsicht.

Anders ausgedrückt: Beim sport auto-Perfektionstraining, diesem schon seit fast 20 Jahren der erhöhten Fahrkunst und -dynamik gewidmeten sport auto-Event auf der Nürburgring-Nordschleife, verbessert sich das individuelle Leistungsniveau neuerdings nicht mehr nur durch die von ausgewiesenen Kennern an den Mann beziehungsweise die Frau gebrachten Fahrtechniken, sondern erstmals auch durch neues Material. Und zwar durch solches, das unter Mithilfe der Perfektionstrainings-Teilnehmer entwickelt worden ist.

Die Rede ist von einer Reifenspezifikation, die es in diesem speziellen Zuschnitt bisher so nicht gegeben hat: dem sogenannten Eventreifen. Was sport auto bereits in den vergangenen fünf Ausgaben step by step beschrieben hat, nämlich die Konzeption, Herstellung und Erprobung eines für besondere Ansprüche und Gelegenheiten gedachten Reifentyps, ist auch insofern ein Novum, als es eine so enge und konstruktive Zusammenarbeit zwischen einem Reifenhersteller und einer Fachzeitschrift beziehungsweise deren Kundschaft bisher noch nicht gegeben hat.

Allein der Grip entscheidet...

sport auto als verlängerte Werkbank der Industrie? Was wie eine Anmaßung seitens der Redaktion aufgefasst oder von Gralshütern des unabhängigen Journalismus vorschnell als zweifelhafter Schulterschluss zwischen Industrie und Presse diskreditiert werden könnte, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als rundum zielführende Allianz: „Unter dem Dach von sport auto sind“, so der Vorstand der Continental AG, Nicolai Setzer, „Sportwagen-Fans versammelt, für die ein Reifen deutlich mehr darstellt als nur ein rundes, schwarzes Verschleißteil. Die sport auto-Leser wissen besser als jeder andere, dass die Fahrdynamik eines Autos ganz wesentlich von der Qualität der Reifen bestimmt wird.“ Dass sich ein traditionsbewusster und renommierter Reifenhersteller dieser Größenordnung mit einer Klientel zusammentut, die – vertreten durch die Perfektionstrainings-Teilnehmer am Ring – möglicherweise gerade mal mit einem Promille am Reifenumsatz beteiligt ist, ist aus Sicht des bei Conti für die Tuning-Sparte verantwortlichen Reifenexperten, Henry Simons, „gewiss kein Minusgeschäft, sondern eine langfristige, gut angelegte Investition.“

Simons: „Wo sonst, außer im Rahmen dieser von uns seit sechs Jahren begleiteten sport auto-Veranstaltungen, hätten wir so kompetente und vor allem ehrliche Antworten auf die Frage erhalten, wie denn ein idealer Sportreifen auszusehen hat? Und zwar einer, der außer bei gelegentlichen Rennstrecken- Besuchen auch im unwägbaren Umfeld des öffentlichen Straßenverkehrs funktioniert.“ Die gut zweijährige Konzeptions- und Entwicklungsphase des auf den griffigen Namen Conti ForceContact getauften Sportreifens kulminierte während des Perfektionstrainings-Auftakts Mitte Juni auf der Nordschleife in einem von spürbarer Spannung beherrschten Showdown – zumindest aus der bangen Sicht der anwesenden Conti-Vertreter. Schließlich waren es keine – wie gemeinhin bei Produkteinführungen üblich – Vertreter der Fachpresse, die sich auf der Nordschleife ein Urteil zum neuen Produkt bilden sollten, sondern ein Kundenkreis, der nicht nur auf dem Werbeohr extrem schwerhörig ist, sondern darüber hinaus auch nicht den geringsten Anlass verspürt, irgend jemandem nach dem Mund zu reden. Frei nach dem Motto: Allein der Grip entscheidet...

Conti hat mit dem Conti ForceContact ins Schwarze getroffen

Dass es den Teilnehmern des sport auto-Trainings in Summe aber doch um mehr geht als nur um hohe Querbeschleunigungswerte, ist einer überwiegend vernunftbetonten und konstruktiven Sichtweise geschuldet, die im Umfeld dieser Ring-Exkursionen gang und gäbe ist. „Was nützt mir das letzte Quäntchen Seitengrip, wenn ich mich auf der Fahrt nach Hause im Regen wegen der Aquaplaning-Gefahr hinter den LKW einreihen muss?“ Porsche-Fahrer Thomas Bolz war einer der knapp 50 Teilnehmer, die von Conti im Vorfeld mit dem neuen Force- Contact ausgestattet worden waren, um das Leistungsspektrum auch jenseits des Nordschleifen-Trainings in der Praxis verifizieren zu können. Karl Platt, Neuling am Ring, beschreibt das Anforderungsprofil eines Sportreifens aus Kundensicht folgendermaßen: „Da ich kein Profi bin und daher mit schnellem Autofahren auch kein Geld verdiene, sondern – im Gegenteil – erhebliche Summen aufwenden muss, kommt es auf die ein oder andere Sekunde Zeitgewinn auf der Rennstrecke überhaupt nicht an. Erstens will ich Fahrspaß, zweitens meinen und den Grenzbereich meines Fahrzeugs kennenlernen und mich – drittens – auf sichere Fahreigenschaften verlassen können.“

Einer der Experten, die von Tuner-Seite von Beginn an an der Entwicklung des ForceContact beteiligt war, ist Manfred Wollgarten, seines Zeichens Technischer Leiter beim Conti-Entwicklungspartner AC Schnitzer in Aachen und nebenberuflich sport auto-Instruktor: „Uns kam es bei der angepeilten fahrdynamischen Klasse vor allem auch auf die Fahrbarkeit des Reifens an. Der Grenzbereich sollte an beiden Achsen so breit sein, dass dem Fahrer genügend Zeit zum Reagieren bleibt. Außerdem sollten der Fahrkomfort und der Geradeauslauf einem guten Straßenreifen entsprechend hoch entwickelt sein.“ Thomas Behringer, Geschäftsführer des zweiten Entwicklungspartners TechArt aus Leonberg-Höfingen, ergänzt: „Wir müssen uns so frühzeitig wie möglich mit den Reifenherstellern zusammenspannen, damit der Reifen auch eine individuelle und damit schlüssige Ergänzung zum jeweiligen Autotyp darstellt.“ Die professionelle Sicht der Dinge bringt stellvertretend für die 20 ebenso namhaften wie profilierten sport auto-Instruktoren Rallye-Vizeweltmeister Uwe Nittel auf den Punkt: „Conti hat mit diesem Sportreifen ins Schwarze getroffen. Die Vorgabe, einen Kompromiss zwischen gutem Nass- und Trockenhandling zu finden, ist ohne Einschränkung erreicht. Selbst der Verschleiß ist auf der Nordschleife kein großes Thema, so dass der Conti ForceContact aus meiner Sicht der ideale Reifentyp für den praktizierenden Sportfahrer ist.“ Mit solchem Lob bedacht, ist es uns selbstredend eine Ehre, mit dem sport auto-Logo auf der Flanke der ersten Charge des Conti ForceContact vertreten zu sein.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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