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Technisches Kulturgut in Bremen

Foto: Messe Bremen 12 Bilder

Die Bremen Classic Motorshow zeigte vom 1. bis 3. Februar den Besuchern, dass bedeutendes technisches Kulturgut durch das Oldtimer-Hobby lebendig gehalten wird.

04.02.2008 Powered by

Tonnenschwere, Benzin verschlingende Karossen aus Gusseisen, Stahl oder schlichtem Holz, die keiner Umweltnorm entsprechen. Automobile tollkühner Filmhelden wie Buster Keaton, Charlie Chaplin oder James Dean sind heute Raritäten auf den Straßen. Panhard, Gordini, Borgward, Trabant - in den Bremer Messehallen war am Wochenende bei der Classic Motorshow eine Zeitreise in die Automobil- und Motorradgeschichte zu sehen.

Sammler, Händler und Museen aus elf Ländern präsentierten auf Hochglanz polierte Edelkarossen, Rennwagen und Nutzfahrzeuge längst nicht mehr existierender Automobilschmieden ebenso wie historische Kleinwagen oder Luxusautos von Mercedes, Rolls Royce, Bentley und Jaguar.

Hobby mit hohem Suchtpotential

"Ein Oldtimer muss mindestens 30 Jahre alt und in einem erhaltenswerten Zustand sein. Zudem muss er der Pflege des KfZ-technischen Kulturgutes dienen", beschreibt ADAC-Sprecher Roman Breindl die Kriterien für die historischen Fahrzeuge.

210.000 Oldtimer sind in Deutschland zugelassen. Wie viele alte Autos noch in Garagen stehen, sei unklar. Die Sammler und Liebhaber sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Zahlreiche Clubs organisieren Treffen und Rennen, um die Ergebnisse ihres zeitraubenden und teuren Hobbys zur Schau zu stellen.

"Es ist aufwendig und kostspielig, weil die Ersatzteile extrem teuer geworden sind", sagt der Sammler alter Fahrzeuge, Peter Pawlowski, aus Sottrum bei Bremen. Er ist Mitglied in dem Club Bella IG, in dem sich mehr als 220 Liebhaber alter Motorroller aus ganz Deutschland und anderen europäischen Ländern zusammengeschlossen haben.

Seine sechs historischen Roller und zwei Autos hat er in zwei Garagen untergebracht. "Der Rest steht im Keller", sagt Pawlowski, den das alte Design an seinen Fahrzeugen fasziniert. Fast jede freie Minute steckt er in sein Hobby. "Es ist wie eine Krankheit, von der man nicht mehr loskommt. Sie ist gefährlich und hochansteckend", beschreibt Fritz W. Hardach aus Oldenburg die Faszination alter Autos. Zu seiner Sammlung gehören unter anderem sechs Limousinen von Maybach.

Oldtimer in Umweltzonen: Keine Auswirkungen auf den Feinstaub

Alleine in Deutschland sind nach ADAC-Angaben heute mehr als 40 Millionen Pkw zugelassen. Kilometer lange Staus auf den Straßen waren zu Beginn der Automobilgeschichte für die ersten Tüftler kaum abzusehen. "Ein Auto war damals etwas für sportliche Leute. Die haben noch mehr Zeit unter dem Wagen verbracht, als dass sie gefahren sind", sagt der Chefkonservator des Musée National de l’Automobile im französischen Mulhouse, Richard Keller. Das Museum zeigte auf der Oldtimer-Messe in Bremen das älteste, in Serie hergestellte Auto der Welt von Panhard & Levassor.

"An dem Wagen kann nicht viel kaputt gehen, der muss aber immer gut gefettet werden", beschreibt Keller die Konstruktion, die mit ihren Holzrädern einer Kutsche mit Motor gleicht. Spitzengeschwindigkeit: 22 Stundenkilometer. Viel schneller sollten die Autos auch nicht fahren. "Die Menschen hatten Angst vor dem Lärm der Verbrennungsmotoren."

Über Diskussionen um Lärm, Kohlendioxidausstoß und Umweltzonen in Innenstädten müssen sich die Besitzer von historischen Autos heute keine Gedanken machen. "Oldtimer dürfen auch in den Umweltzonen fahren", sagt Breindl. Oldtimerbesitzer kämen vielleicht ein oder zwei Mal im Jahr in die Innenstadt, beschreibt der ADAC-Sprecher die Situation für München. "Im Vergleich zum sonst tosenden Verkehr hat das keine Auswirkungen auf den Feinstaub."

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