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Techno Classica 2010 - Tipps der Redaktion, Teil I

Von Top-Models und Illusionisten

Techno Classica 2010 - Das müssen Sie sehen! - Tipps der Redaktion Foto: Kai Klauder 133 Bilder

Die muss man sehen! - Ein Motor-Klassik-Redaktionsausflug auf der Techno Classica 2010 in Essen (7. bis 11. April): Kauftipps, Schnäppchen, Gruseliges, persönliche Favoriten und Autos auf der größten Oldtimermesse, die man wirklich gesehen haben muss.

19.04.2010 Kai Klauder Powered by

Teil I: Malte Jürgens und Hans-Jörg Götzl, Chefredakteur und stellvertretender Chefredakteur Motor Klassik, nennen ihre Highlights der diesjährigen Techno Classica.

Luxus-Limousinen und ein Traum von Renault

Motor Klassik-Chefredakteur Malte Jürgens präsentiert seine Favoriten der Techno Classica 2010.

Der letzte verborgene Schatz in Spanien - Renault 40 CV von 1925
 
"Das ist mein Traumauto der diesjährigen Techno Classica" - Malte Jürgens steht neben einem Renault 40 CV von 1926 mit einer Aufsehen erregenden Skiff-Karosserie aus Holz. "Das Holz könnte Mahagoni sein. Die Kombination mit den Kupfernieten ist schon sehr gelungen." Das SPritfass, dass seinen Namen noch wirklich verdient wurde mit Holz eingekleidet, die Uhren, Karosserie, Fahrwerk und Blechteile überzeugen Jürgens mit ihrem Originalzustand. Das Auto stammt aus zweiter Hand und wird von einem spanischen Händler in Halle 6 angeboten.

Der Doppelphaeton mit zwei Windschutzscheiben - eine für Fahrer und Beifahrer und eine für die zweite Sitzreihe besitzt eine Motorhaube aus Aluminium in der typischen Form der Vorkriegs-Renaults. Unter der Haube sitzt ein 9.120 Kubikzentimeter großer Sechszylinder, der das Auto auf bis zu 145 km/h beschleunigt. Erster Besitzer war laut Anbieter José de Solís Montero de Espinosa, der Vetter des damaligen Rolls-Royce-Importeurs Carlos de Salamanca.
 
Der zweite und aktuelle Besitzer tauschte 1961 den Renault 40 CV gegen einen neuen Renault Gordini und wollte das Auto in den 70er-Jahren bei dem berühmtesten Rennen Spaniens, der Madrid-Benidorm-Madrid-Rallye einsetzen. Dabei wurde entdeckt, dass die Substanz der Holzräder zu schwach war. So wurden alle Felgen im Sandgussverfahren aus Aluminium aufwendig neu gegossen. Für jede Felge musste eine neue Sandgussform angefertigt werden.
 
Der Preis für dieses besondere Auto liegt etwa in der Höhe eines preiswerteren Kompressor-Mercedes.

Die Illusionisten - Mercedes-Benz 600 und  Maserati Quattroporte
 
"Die Vision bei einem solchen Auto großen Luxus zum kleinen Preis zu bekommen, ist eine Illusion. Man muss die Folgekosten bedenken - der Restaurierungsaufwand übersteigt dann oftmals die vermeintlich günstigen Anschaffungskosten." Ein Beispiel für ein solches Objekt findet sich auf dem Freigelände IV. Hier steht ein Mercedes 600 - einst als „das beste Auto der Welt“ beworben, hat dieses Exemplar offensichtlich seine besten Zeiten hinter sich. Der Zustand ist kritisch - der Preis recht niedrig. "Doch die Unterhalts- und Teilekosten sind enorm. So kostet etwa der Druckschalter für die Fensterheber-Komforthydraulik beim freundlichen Mercedes-Händler rund 12.000 Euro", weiß Malte Jürgens.
 
Er betrachtet den Wagen: "Bei diesem W 100 muss noch viel gemacht werden. Angefangen bei einer neuen Lackierung. Auch die Spaltmaße und Passung der Hauben verlanngen nach Feinarbeit. Das echte Schnäppchen gibt es bei den Luxuswagen eben so gut wie nie."
 
Auch beim Maserati Quattroporte, der neben dem W100 steht, trifft das zu. 17.000 Euro stehen auf dem Verkaufsschild. Das Auto sieht gut aus, doch auch hier gilt: Folgekosten beachten. Ein Maserati hat schon mehr als einem Enthusiasten das letzte Geld aus dem Geldbeutel geraubt.
 
Ein kleiner grüner Austin - Reinsetzen und losfahren

Der Austin A 30 erregt nun die Aufmerksamkeit Malte Jürgens'. Das 1955er Modell sieht gut aus. Die geforderten 13.900 Euro sind ein selbstbewusste Preisvorstellung, doch der kleine Engländer macht den Eindruck, gerade erst eine Totalrestaurierung hinter sich gebracht zu haben. Von außen zeigt sich der Innenraum in sehr gutem Zustand, im Motorraum glänzt und blitzt es, auch die Gummis und Dichtungen sind in gutem Zustand. Der Motor Klassik-Chefredakteur fasst zusammen: "Der scheint vernünftig gemacht worden zu sein - das ist ein stolzer, aber fairer Preis. Reinsetzen und losfahren."

Das Auto des Sheriffs - Chevrolet Impala

Eine ganz andere Liga ist der Ex-Sheriff-Chevy Impala für 15.000 Euro. "Das ist auch nicht überteuert und genau das Richtige für Leute, die wie in Fluchtpunkt San Francisco herumfahren wollen." Meint Malte Jürgens. Der in direkter Nachbarschaft geparkte Mercedes-Benz 500 SL für 39.500 Euro macht ebenfalls einen guten Eindruck und "riecht noch gut nach Leder. Auch ein Angebot, das nicht überteuert ist."

Sportskerle - Ferrari Breadvan und Alfa P2
 
Für Hans-Jörg Götzl, den Motorsport-Experten, gibt es auf der Techno Classica 2010 zwei herausragende Rennwagen. Der erste steht am Messestand von Motor Klassik. Es ist der Ferrari 250 GT SWB Breadvan von 1961/62. Ein Einzelstück, dessen Historie ein "Musikdrama wert wäre", wie Götzl anmerkt. Einst war der italienische Graf Volpi bei Enzo Ferrari in Ungnade gefallen und seine zwei bestellten GTO wurden ihm nicht geliefert. Daraufhin beauftragte der vermögende Graf den Vater des GTO, Giotto Bizzarini, ihm einen besseren GTO zu bauen. Heraus kam der Breadvan, dessen ungewöhnliche Form auf die Idee des Aerodynamikers Wunibald Kamm zurückgeht. Wilde Geschichte - wildes Auto.
 
Der Graf erhielt mit dem Breadvan einen Rennwagen, der leichter und auch schneller als der GTO war. Wer das spektakuläre Gefährt in Aktion sehen möchte, hat beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix (13. bis 15. August) die Gelegenheit dazu. Götzl: "Das Besondere an dem Wagen ist nicht nur die Tatsache, dass es ein Einzelstück und eine optische Sensation ist, sondern auch, dass der jetzige Besitzer das Unikat bei historischen Motorsportveranstaltungen fährt - und mit 300 km/h in Le Mans, Goodwood oder Monza über den Kurs steuert."

Sensation - Der Alfa P2

Zweites Highlight für Hans-Jörg Götzl ist der Alfa P2 von 1925 am Stand von Alfa Romeo. "Der P2 ist das erste Auto, dass Vittorio Jano gebaut hat. Beeindruckend ist, dass Alfa dieses Auto nach Essen mitgebracht hat. Von den vier bis fünf Exemplaren sind nur noch zwei bekannt. In natura sieht man diese Autos kaum. Wenn mal ein P3 oder 8C auf einer Veranstaltung zu sehen ist, ist das schon wie Ostern und Weihnachten gleichzeitig. Einen P2 zu Gesicht zu bekommen ist eine Sensation", freut sich Götzl.
 
Der P2, der jetzt in Essen bestaunt werden kann, ist das Weltmeisterschaftsauto von 1925. Sein Zweiliter-Achtzylinder-Kompressormotor mit 155 PS beschleunigt ihn auf rund 225 km/h. Der Reihenachter des P2 ist ein Straight-Eight.  Im Gegensatz dazu ist der Motor des  P3, der auf dem Alfa-Messestand neben dem P2 parkt, eine völlige Neukonstruktion. Dessen Motor wurde aus zwei Vierzylindern zusammengesetzt. In der Mitte steuert eine Zahnradkaskade die vier obenliegenden Nockenwellen. "Alle späteren Vierzylinder-Alfa-Doppelnocker sind im Prinzip eine Hälfte dieses P3-Achtzylinders", erklärt Götzl.

Öffnungszeiten
07. April14.00 Uhr bis 20.00 Uhr (nur Presse- und Fachbesucher)
08. April10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
09. April10.00 Uhr bis 19.00 Uhr
10. April9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
11. April9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
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Eintrittspreise
Tageskarte20 Euro
Tageskarte ermäßigt:16 Euro
Kinder von 8-16 Jahre:zehn Euro
Kinder bis 8 Jahre:Eintritt frei
Familienkarte(Eltern mit zwei Kinder bis 17 Jahre):50 Euro
Premiumkarte (nur 1. Tag):30 Euro
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