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Techno Classica

Die Messe des Oldie-Booms

Foto: dpa 39 Bilder

Die Jubiläums-Ausgabe der weltgrößten Oldtimermesse zeigt es: Die Branche boomt weiter - und alle machen mit.

28.03.2008 Kai Klauder

Größter Stand von Mercedes - BMW enttäuscht viele Fans

Auch die Autohersteller sind auf der 20. Techno Classica wieder mit großen Ständen vertreten. Am größten ist in diesem Jahr der Auftritt von Mercedes, der in seinem Ausmaß und der Gestaltung stark an die IAA erinnert. Über den Stand von BMW - im letzten Jahr noch einer der größten Auftritte anlässlich des 90. Geburtstags - zeigen sich viele Fans der Marke enttäuscht. Nur wenige Exponate - die meisten von Club-Mitgliedern sind ihnen nicht genug.

Der Mitbewerber aus Stuttgart nimmt das Facelift des neuen SL als Anlass für die Ausstellung seiner Vorgänger-Generationen und stellt den Roadster als neuesten Klassiker in der Reihe seiner Ahnen. Ebenso macht es Alfa Romeo mit seinem neuen 8C-Sportwagen. Im Kreise seiner berühmten Verwandten beschwört er die sportliche Tradition der Marke.

Oldtimer als Marketing-Tools

Darin ist ein Trend der Branche zu erkennen: Die positive Wirkung der Oldtimer für die  aktuellen Modelle der Marke zu nutzen. Volkswagen stellte gerade den neuen Scirocco in Genf vor, in Essen gibt es die Vorgänger zu sehen. Aus jeder Generation der bisherigen VW-Coupés wurden die sportlichsten ausgewählt, um das Image auf eine solide Historie zu bauen.

VW hat mit dem Käfer und der Transporter-Reihe Bulli zwei weitere bedeutende Lieblings-Autos vorzuweisen. VW Nutzfahrzeuge ist auf der Techno Classica zum ersten Mal dabei und feiert den 50. Geburtstag der DoKa - Doppelkabine.

Retro-Welle rollt

Und das Konzept geht offenbar auf: Viele Hersteller haben mittlerweile ein Retro-Auto im Programm, sei es der neue Mini, Fiats Knutschkugel 500 oder der GT von Opel. Auch Ford hat  die Zeiten der Zeit erkannt und wird wohl einen Nachfolger des Capri bringen. Kein Wunder, sind doch die Autos, mit denen man aufgewachsen ist, die stärksten Sympathieträger.

Wenn also der Name stimmt, das Design einige Referenzen an den namensgebenden Vorgänger zeigt und das Ganze auch noch mit aktueller Technik - vor allem der Sicherheits- und Umweltaspekt spielt hier eine große Rolle - aufwarten kann, gibt es kaum noch eine Ausrede für den Marken- und Modellfan.

In Essen zeigt sich, wie gut die Strategie funktioniert. Viel Geld ist hier versammelt - rund 200 Millionen Euro stehen in Form von Fahrzeugen zum Verkauf. Der Veranstalter spricht von mehr als 2.500 Fahrzeugen. Die Bandbreite reicht dabei vom privat angebotenen Scheunenfund bis hin zu den hochpreisigen Klassikern vom Schlag eines Mercedes 300 SL oder Ferrari Daytona.

Hinzu kommen mehrere Hallen, in denen sich Händler um die Versorgung mit Ersatzteilen, Werkzeug und Zubehör sowie den passenden Accessoires kümmern.

Alles für den Oldie - alles für den Club

Die Oldtimerei verbindet - auch das kann man in Essen auf besondere Artlive erleben. Die  Essener Messe gehört zu den größten Klassiker-Clubveranstaltungen der Welt. Drei Hallen sind für die Automobilclubs reserviert, hinzu kommen die Club-Stände, die bei den Herstellern ihre Zelte aufschlagen dürfen. Denn natürlich trägt auch diese Bindung zum Erfolg bei und wird in die kommenden Generationen tradiert.

Zeichen der Zeit wegpolieren oder die Patina genießen

Ein weiterer Trend zeigt sich in diesem Jahr: Viele Fahrzeuge zeigen mit Stolz ihre Spuren der Zeit, die Patina wird herausgestellt und bewusst belassen. So steht etwa ein Mercedes 250 S aus dem Jahr 1968 mit starkem Sonnenbrand – Lackschäden wegen der südfranzösischen Sonne – neben einem hochglanzpolierten Mercedes 500 SL.

Am Stand des Meilenwerkes können Messebesucher darüber abstimmen, ob Klassiker lieber im Originalzustand belassen oder komplett restauriert werden sollten. Am Freitag nachmittag tendierten die Meinungen zum Erhalten des Originalzustands.

Mehr zur Techno Classica lesen Sie bei unserem Schwestermagazin  Motor Klassik.

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