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Techno Classica Essen 2011

Show-Time in Essen

Techno Classica 2010 - Clubs Foto: Kai Klauder 84 Bilder

Techno Classica 2011  Furioser Saison-Auftakt, riesiger Oldtimer-Marktplatz, ausgelassene Club-Party, glamouröse Autoschau. Essen bleibt die internationale Nummer Eins.

24.03.2011 Alf Cremers Powered by

Die Botschaft der Techno Classica (30. März bis 3. April) lässt sich, hochverdichtet, auf einen weißen Karton reduzieren. Etwas unbeholfen mit schwarzem Edding beschriftet, klemmt er hinter der Frontscheibe eines zypressengrünen 107er- Mercedes in Halle 8.0.

Mit welchem Wagen fahren Sie heim?

Sie ist ein wenig finster, und ringsum stapeln sich die Kisten. Die schlichte Aussage ist von enormem philosophischem Tiefgang. Es ist das "Yes, We Can" der Techno Classica Essen: "MB 450 SL ummelden, tanken, Lago Maggiore - no Problem!" Mehr aufblühendes Frühlingserwachen in der Klassiker- Szene geht nicht. Mehr Spontaneität ist nicht denkbar, mehr Wagnis, Lebenslust und Wenn-nicht-jetzt-wann denn? kann sich keiner vorstellen. Auf geht's, lasst es uns tun. Das Coupé-Dach bleibt in der Garage, in Ascona sind schon zwanzig Grad. Dabei ist der gut erhaltene 450 SL für 17.500 Euro nur eine von 2.500 Okkasionen, die es in den 20 Hallen und auf den drei Freigeländen der Techno Classica wahrzunehmen gilt.

Zugegeben, eine besonders verlockende, bei der man sich das Kurzzeitkennzeichen in der Umhängetasche wünscht, in der schon der Original 79er 107er-Prospekt steckt und ein wunderbar präzises Modell vom SL - leider eine US-Version, dafür aber vom Oberperfektionisten CMC. In Halle 2 haben wir auf der Techno Classica 2010 beides spontan gefunden, inklusive Preisliste.

Auf der Techno Classica dauert es keineViertelstunde - schon hat man von einem halbwegs gängigen Typ die komplette Dokumentation zusammen, inklusive Farbkarte und Betriebsanleitung, auch da ist die Techno Classica immer noch Weltklasse. Den 107er SL gibt es auch noch von Matchbox, Siku, Majorette, Minichamps, Wiking, Gama und Tamiya, macht gerade eine halbe Stunde und 75 Euro mehr. Und alle Prospekte und Testberichte von 1971 bis 1989 kosten einen entspannten Nachmittag.

Mercedes, Audi, BMW, Ferrari und Porsche.

"Haben wir nicht", diese Killerparole der Sammellust kann man auf der Techno Classica so schnell nicht hören. Es sei denn, man sucht einen Tatra 87. Im 125. Jahr des Automobils gibt die Techno Classica im Verbund mit Mercedes-Benz richtig Gas. Für den Erfinder des Automobils Ehrensache, in Halle 1 der Techno Classica neben dem Benz Patent-Motorwagen und dem Mercedes Simplex von 1902 noch zehn andere Meilensteine mit Stern zu präsentieren: Mercedes 500 K Spezial Roadster von 1935, Inbegriff automobiler Eleganz, das Ponton-Modell 180, erster Volks-Mercedes mit Sicherheitskarosserie, natürlich ein 300 SL-Flügeltürer, als zivile Antithese dazu ein Strichacht, ein W 116, die erste S-Klasse, die zum weltbesten Auto führte, der Baby-Benz W 201, der erste SLK von 1996 und die zukunftsweisende B-Klasse mit Brennstoffzelle.

Statistisch bleibt die Techno Classica 2011 auf Wachstumskurs. Erwartet werden 180.000 Besucher aus 30 Nationen. 1200 Aussteller gestalten 20 Messehallen, 200 Markenclubs zeigen, wie weit die Liebe zum Automobil geht. 300 Klassiker- Händler offerieren 2500 Autos von kulanten Mitnahme-Schnäppchen à la Opel Senator oder BMW 320/6 für 2000 Euro im Innenhof bis hin zum zwei Millionen Euro teuren Mercedes 540 K auf dem roten Teppich in Halle 11.

Auch 2011, im 23. Jahr ihres Bestehens, erfindet sich die Techno Classica wieder ein bisschen neu, um ihre Trendsetterfunktion zu unterstreichen. Letztes Jahr haben exklusive Sammler-Motorräder die Messe um eine attraktive Facette bereichert. Dieses Jahr wird der renommierte Kölner Händler Procar Rolls-Royce Motor Cars Cologne die Präsenz der nobelsten Auto-Marke der Welt in Halle 12 erheblich erweitern. Blickfang ist hier der Silver Cloud III mit hinreißend elegantem Coachwork von H. J. Mulliner. Seine charismatischen Chinese Eyes bezauberten schon 1968 in dem Film "Blow-up" von Michelangelo Antonioni.

Schnäppchensuche, Feilschen, Wiedersehen und Probesitzen

Gleich nebenan in Halle 12 bei BMW huldigt man dem ewigen Helden 328, der das Konzept effizienter Dynamik schon vor 75 Jahren erfand. Der Zweiliter-Sechszylinder mit 80 PS fuhr manch einem Reihenachtzylinder behände davon. Vor 50 Jahren erschloss die Neue Klasse mit dem 1500 die Nische der kompakten Sport-Limousine und machte BMW wieder zukunftssicher. Vor allem als 1800 und 2000 blieben die drehfreudigen Übersteurer so unvergessen wie ihre wilden Sprösslinge, die Nullzweier. Außerdem zeigt BMW auf der Techno Classica noch eine kleine Werkschau der großen Coupés.

Selbst das Messeplakat der Techno Classica, woanders gern gemalte Illusion, ist kein leeres Versprechen. Wo sonst wenn nicht hier in Essen oder im märchenhaften Pebble Beach gibt es die Chance, solch ein glamouröses Auto-Kunstwerk wie diesen hellblauen Delahaye 175 S mit extrem exzentrischer Saoutchik-Karosserie zu bestaunen? Möglicherweise begegnet uns wenigstens einer seiner zivileren Brüder auf dem Techno Classica-Stand von Lucas Hüni in Halle 1 oder Christoph Grohe in Halle 6, der ein ausgeprägtes Faible für die großen Luxuswagen aus Frankreich hat, ob Bugatti, Delage, Talbot Lago, Hotchkiss oder eben Delahaye. Nur Mirbach, im Zauber des Neubeginns sehnsüchtig erwartet, fehlt diesmal in Halle 11.

Volkswagen Classic geht in Halle 7 auf Tour

Fahrspaß unter freiem Himmel heißt in diesem Jahr das Motto von Volkswagen auf der Techno Classica. Anlass für die heitere Retrospektive mit den Hauptdarstellern Käfer, Karmann-Ghia und Golf ist die Ankündigung des neuen Golf VI-Cabrios in diesem Jahr. Alsspezielle Gäste wurden zu der Open-Air-Party auch Raritäten wie Cheetah oder Puma GTS aus der kürzlich von VW erworbenen Osnabrücker Karmann-Sammlung geladen. Authentisch präsentiertes Wolfsburger Werkskantinen-Catering kommt in diesem Designer-Ambiente mit Spotlights und mutigen Farbakzenten nicht zu kurz.

Aus einem wunderbar restaurierten T1-Bus wird auf der Techno Classica wie erstmals im Jahr 2010 mit Riesenerfolg die berühmte Currywurst serviert. Für das alkoholfreie Becks-Bier ist ein weiterer Bulli mit stilvoller Beschriftung aus der Wirtschaftswunderzeit zuständig. Ein typisches VW-Bus-Thema ist auch die mobile Freizeit. Ein anschaulicher Blick zurück zeigt die frühen Westfalia-Campingaufbauten bis zu den Sven Hedin- und James Cook-Wohnmobilen der siebziger und achtziger Jahre. Außerdem sorgt bei der Techno Classica ein unrestaurierter VW T1-Krankenwagen, der als vergessener Scheunenfund originalgetreu überlebt hat, für Gesprächsstoff. Die Wolfsburger Autostadt widmet sich dem Thema Design, nicht nur durch die Brille des VWKonzerns betrachtet. Vielmehr wurden ZeitHaus-typisch die spannendsten Exponate aus dem großen Automobilkosmos zusammengetragen.

In der Galaxie der Audi-Tradition begegnen sich auf der Techno Classica Serienmodell und Rennexemplar, sowohl auf Motorradebene mit DKW und NSU als auch in der ölgeschwängerten Atmosphäre der vier Räder. Zahme und wilde treffen aufeinander, DKW 3 = 6, NSU TTS und Wankel Spider und die Rallye-Versionen des Audi 80 und des Urquattro. Auch die böhmische Konzernmarke Skoda setzt bei der Techno Classica auf Rennsport. Heck- und Frontmotorgerät aus über 110 Jahren Firmengeschichte - die Skoda-Keimzelle Laurin & Klement spielt natürlich mit.

25 Jahre Porsche Exclusive

Porsche hat sich neben der markentypischen Rennsport-Fokussierung in Halle 3, flankiert von acht Markenclubs, einem besonderen Thema gewidmet. Es hört auf den spröden Namen "25 Jahre Porsche Exclusive & Tequipment" und meint das traditionell gepflegte Porsche-Sonderwunsch-Programm, das seit 25 Jahren auf höchstem Niveau professionell praktiziert wird. Sondermodelle wie ein 911 Flachschnauzer von 1986, ein 911 Turbo S Leichtbau von 1992 und ein 911 Turbo S von 1997 illustrieren die phantasievolle Vielfalt des Machbaren in Stuttgart-Zuffenhausen.

Sie wecken auf der Techno Classica Erinnerungen an den legendären Porsche Carrera RS 3.0 aus dem Jahr 1974 mit dem aggressiven Ölkühlergesicht und den weit ausgestellten Kotflügeln. Wir erinnern uns - nur 109 Exemplare wurden gebaut. Wenn man ein verkäufliches fände, dann nur hier auf der Techno Classica. Vielleicht als Exponat bei Coys of Kensingston die wieder auf dieser Messe ihre Hochkaräter einem solventen, internationalen Publikum zeigen werden.

Freunde eher bürgerlicher Fahrkultur werden sich auf der Techno Classica darüber freuen, dass die Adam Opel AG wieder offiziell in Essen präsent ist. Zusammen mit der Alt-Opel IG präsentieren die Blitz-Jünger in der Halle 2 einen Stand, der die traditionsreiche Marke würdig vertritt. Erzrivale Ford sonnt sich wie immer in der Premium-Halle 3 auf dem großen Clubstand. "80 Jahre made in Kölle" heißt das mundartliche Techno Classica-Motto. Ford A, Ford Köln, Fiesta, Capri und Granada sowie die markentypischen V4-, und V6- Motoren dokumentieren ihre Herkunft aus Köln-Niehl. Ford Osi und Sierra Cosworth zeigen den Mut zur Nische.

Aber die Techno Classica ist mehr als eine IAA für alte Autos. Längst werden in Essen auch neue, hochkarätige Sport- und Luxuswagen präsentiert, während gleich nebenan in der Galeria bei den Restaurierern wieder Neues aus Fragmenten entsteht. Diese große Weltmesse zeigt den gesamten Kosmos des Automobils - vom Opel Kadett im Maßstab 1:87 bis zum leibhaftigen Bugatti Veyron, vom Karosseriehammer bis zum Standardwerk von Trzebiatowsky.

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