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Techno Classica-Highlights von Franz-Peter Hudek

Zagato und ein Woody

Techno Classica 2014 Foto: Kai Klauder 22 Bilder

Fast könnte man meinen, es hat sich zum vergangenen Jahr nichts geändert. OK, da gibt es als Supercar-Show nun Zagato anstatt Pegaso, und der Rennsport steht mehr im Mittelpunkt denn je: Audi, BMW, Jaguar, Mercedes und sogar Volvo zeigen tolle Autos und rasante Videos. Ansonst Porsche und Mercedes, soweit das Auge reicht und die Füße tragen.

29.03.2014 Franz-Peter Hudek Powered by

Ungebremster Porsche-Boom

Die Zahl der ausgestellten Posche 911 hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum erhöht, wohl aber die Menge an Spezialisten und Restauratoren, die inzwischen sogar relativ junge G-Modelle von Grund auf neu aufbauen. Selbst ein braver, unrestaurierter 912 kratzt bereits an der 50.000 Euro-Marke. Erfreulicher Nebeneffekt der 911-Hype: Deren Sogwirkung zieht auch die älteren 356-Modelle und vor allem den 914 mit, für die inzwischen auch Preise von deutlich über 50.000 Euro und sogar mehr aufgerufen werden. Hauptsache, der Boxer wird luftgekühlt. Außen vor sind in Essen dagegen die Frontmotor-Transaxle-Porsche. Sie müssen mit Ausnahme einiger 928 leider draußen bleiben. Auch auf den Privatmarkt-Plätzen machen sich 924 und Co äußerst rar. Es scheint so, dass die Besitzer lieber ihre Autos behalten und auf anziehende Preise warten. Mein persönlicher, abwegiger 911-Kauftipp erscheint in der Foto-Show.

Jaguar zeigt die Krallen

Natürlich kann die kleine Rennsport-Ausstellung bei Jaguar in Halle 2 nicht mit der geballten Mercedes-Flotte in Halle eins mithalten, wo sich über zwei Dutzend  Rennwagen bis zur Decke türmen. Die Suttgarter haben offenbar das halbe Museum ausgeräumt. Jaguar hat neben den altbekannten Le-Mans-Siegern C- und D-Type endlich auch zwei jüngere, überaus erfolgreiche Autos präsentiert: Den XJ-S von 1983, der im Folgejahr die Tourenwagen-Europameisterschaft gewann und den XJR-9-Sporwagen, der 1988 in Le Mans siegte.

Der Silk-Cut-Renner (britische Zigarettenmarke) sicherte für Jaguar auch die Marken-Weltmeisterschaft. Hauptgegner waren keine geringeren als BMW bei den Tourenwagen und Porsche bei den Sportwagen. Beide Jaguar-Boliden fuhren übrigens mit Rennversionen des Serien-V12.

Das kleine Gruppe A-Klassentreffen

Was die jeweiligen Verantwortlichen vielleicht gar nicht wissen: BMW, Jaguar und Volvo zeigten auf ihren Messeständen unter anderem ihre erfolgreichen Gruppe A-Renntourenwagen, die in den Achtzigern gegeneinander antraten: BMW 635 Csi, Jaguar XJS und Volvo 240 Turbo, die jeweils die Europameisterschaft für sich in den Jahren 1984, 1985 und 1986 entscheiden konnten.

Sympathischerweise geben die Schweden mit 340 PS eine vermutlich authentische PS-Zahl an, während die Bayern aus alter Gewohnheit etwas untertreiben. Das Sechser-Coupé soll nur 285 PS geleistet haben. Den Volvo 240 Turbo und noch andere Racing-Volvo kann man übrigens auch als Video in Aktion sehen. Video-Highlight ist jedoch der Film von Audi in den USA, wo die Bayern mit ihren Allrad-Turbo-Limousinen gegen Chevrolet Camaro, Datsun 300 Z, Mercury Cougar und andere antraten. Mit Hans-Joachim Stuck und Walter Röhrl. Super-Bilder, Super-Soundtrack. ein Helmut-Deimel-Juwel!

Die Zagato und der Woody bei Hüni

Und jetzt doch noch ein paar richtige, (fast) unbezahlbare Klassiker: Die Zagato-Sportwagen in Halle sechs und mein Lieblings-Fundstück, der Woody bei Hüni. Zagato wurde 2014 von Ugo Zagato gegründet. Die Karosserie-Spezialisten gibt es noch heute. Sie bringen jedes Jahr zum Frühjahr eine aktuelle Kreation auf Basis bekannter Sportwagen von Alfa Romeo, Aston Martin und anderen.

Mein persönlicher Lieblings-Zagato ist das Coupé von 1954 auf Basis des Maserati A6G von 1954. Wie kaum ein anderer Sportwagen vereinigt vor allem die Seitenlinie Kraft, Leichtigkeit und Eleganz. Der insgesamt niedrige Aufbau, die vergleichsweise großen Räder, das sanft abfallende Fließheck und die knappen Überhänge an Front und Heck sind nicht zu optimieren. Ein Jahrhundert-Entwurf!

Das gilt auf andere Weise auch für das lindgrüne Chrysler Town & Country Convertible-Coupé von 1948, das bei Lukas Hüni in Halle eins ganz bescheiden in der Ecke steht. Sein Aufbau besteht aus Mahagony- und Eschenholz, die Karosserie bietet Platz für Fünf, und das Dach öffnet und schließt sich elektrisch. Der Reihenachtzylinder mit 5,3 Liter Hubraum leistet 135 PS. Keine Frage, dass der Wagen ein "Whisper of Country Clubs and Moonlight Rides" verspricht, wie es im Prospekt von damals stand.

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