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Tesla Model S Autopilot trifft Motte

Insekt verhindert autonomes Fahren

Tesla Model S Foto: Newspress 37 Bilder

Per Software-Update kann die Elektro-Limousine Tesla Model S teilautonom fahren. auto motor und sport hat das System getestet. Die Leistungen sind trotz einiger Fehler und Schwächen überraschend gut – außer der Autopilot bekommt die Motten.

12.05.2016 Uli Baumann 3 Kommentare

Motte ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen. In den USA wurde ein Tesla-Pilot nämlich jetzt von einer solchen ausgebremst. Wie Redebo in seinem Post auf Reddit schreibt, stieg der Autopilot in seinem Tesla unerwartet aus und verlangte vom Piloten das Steuer zu übernehmen. Der Autopilot zeigte ein Problem mit dem Radarsystem an. Ein kurzer Stopp brachte schnell Klärung: Eine Riesenmotte war genau auf dem Radarauge an der Tesla-Front eingeschlagen und machte dieses blind. Ein kurzer Wisch und das System war wieder voll einsatzfähig.

Wie das System dann funktioniert, lesen Sie in den folgenden Absätzen.

Nach dem Update hält der Tesla Model S bei aktiviertem Autopilot ab einer Geschwindigkeit von 30 km/h den Abstand zum Vordermann und die Spur. Obwohl man die Hände während der Fahrt vom Lenkrad nehmen kann, empfiehlt Elon Musk aus Sicherheitsgründen das Steuer trotzdem festzuhalten: Die Verantwortung für das Fahrzeug liegt nämlich nach wie vor beim Fahrer.

Tesla Model S Radar MotteFoto: Redebo/Reddit
Eine Riesenmotte legte den Autopilot im Tesla Model S lahm.
Tesla Model S Rekordfahrt
Model S fährt autonom 5:52 Min.

Tesla Model S autonom: Selbstständiger Spurwechsel

Wenn der Blinker gesetzt wird, führt der Model S einen autonomen Spurwechsel durch. Außerdem erkennt das System freie Parklücken und parkt den Wagen dort auf Wunsch selbstständig ein. Voraussetzung für das selbstständige Einparken ist die Ausrüstung des Fahrzeugs mit Radar- und Ultraschallsensoren sowie einer Frontkamera.

Allerdings funktioniert die Software nicht auf allen Straßen zuverlässig. Bei Straßen mit unklarer Spuraufteilung gibt es noch Probleme. Hier will Tesla die Daten der Fahrzeuge sammeln, um die Software weiter zu verbessern. Das Update steht zunächst nur für den US-Markt zur Verfügung, weitere Regionen sollen folgen. Auch das jüngst vorgestellte Elektro-SUV Tesla Model X soll die Software zum teilautonomen Fahren bekommen. Elon Musk geht davon aus, dass bereits 2017 komplett autonomes Fahren mit fahrerlosen Autos möglich sein wird.

Autopilot überzeugt im Test

In einem ersten Test von auto motor und sport funktioniert der hinzulernende Autopilot überraschend gut. So steuert der Tesla auch bei höheren Geschwindigkeiten von mehr als 80 km/h sicher, wenn auch ein bisschen ruckelig, durch die Kurven, wechselt die Fahrspur, überholt und fährt sogar nach längeren Rotphasen an der Ampel sicher los. Und das alles ohne Eingriffe des Fahrers.

Schwächen hat das System allerdings noch in der Stadt. Im dichten Stadtverkehr versagt der Autopilot und übergibt an den Fahrer. Doch auch da verspricht Tesla baldige Verbesserungen. Denn alle Sensordaten werden per Mobilfunk auf einen Firmenserver übertragen und dort analysiert, um das Verkehrsgeschehen besser zu verstehen. Mit jedem Software-Update soll sich das Verhalten des Fahrzeugs verbessern.

Andere Hersteller wagen sich an pilotiertes Fahren bei Serienautos bei Tempo 100 und schneller noch gar nicht heran. Dass Tesla dies trotz der rechtlichen Lage schon anbieten kann, liegt an einem Trick: Beim Aktivieren der Autopilot-Funktion muss der Fahrer umfangreichen Nutzungsbedingungen zustimmen. Die besagen unter anderem, dass der Fahrer in jeder Situation die volle Verantwortung trägt und möglichst immer die Hände am Lenkrad zu lassen hat. Lässt er dieses zu lange los, ermahnt ihn ein Piepton.

Tesla autonomes FahrenFoto: Dino Eisele
Der Autopilot im Model S funktioniert überraschend gut.

Tesla drückt nicht nur bei den Assistenz-Systemen auf die Tube, auch die Antriebe kommen nicht zu kurz. So sind inzwischen Allradvarianten des Model S verfügbar. Die Allradfähigkeit wird durch den Einsatz eines zweiten Elektromotors hinter der Vorderachse erreicht. Der E-Motor mit 188 PS an sich ist identisch mit den Heckmotoren aus dem Tesla 60 und Tesla 85, beim P85D leistet dieser aber abweichend 221 PS.

Der Tesla Model S 70D kommt so auf eine Gesamtleistung von 332 PS, die Spurtzeit (0 – 100 km/h) wird mit 5,4 Sekunden angegeben, die Reichweite mit 442 km. Die Höchstgeschwindigkeit soll 225 km/h betragen. Für den 85D liegen die Werte bei 442 PS, 4,4 Sekunden, 528 km und 250 km/h. Das Topmodell P85D wird bei Tesla mit 539 PS, 3,0 Sekunden, 491 km und ebenfalls 250 km/h geführt. Ursprünglich sollte das Top-Modell mit über 700 PS angegeben werden, um EU-Richtlinien zu erfüllen wurde die Nennleistung nach unten korrigiert.

Neuester Kommentar

Im Zweifelsfall kann eine Motte einen Haufen Technik und Sensorik aushebeln und evtl. für eine Katastrophe sorgen.
"Tut mir leid Herr Richter, ich konnte die Gruppe Fußgänger nicht sehen, eine Motte klebte am Sensor"......

Wenn Autonomes Fahren zu Pflicht wird gebe ich meinen Führerschein ab.

Varajan 8. Juni 2016, 09:47 Uhr
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