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Weltrekordfahrt mit Teslas Model S

Fernreise mit E-Auto - Und es geht doch

Tesla, Model S, Rekordfahrt, Rekord, Nordkap Foto: Tesla in Motion 34 Bilder

Eine Gruppe Enthusiasten fährt mit vier Tesla 6624 Kilometer von Südspanien ans Nordkap und stellt einen Guiness-Rekord für die kürzeste Ladezeit auf. auto motor und sport war dabei.

12.08.2015 Markus Stier

In diesem Artikel finden Sie:

  • Reisebericht: 6624 km durch Europa
  • Erklärung: der Weltrekordversuch in Kurzform
  • Ticker-Protokoll: die Fahrt Tag für Tag
  • Weltrekordversuch: die Vorgeschichte

Die 96 klang so gut, nach Action-Film. Sie schrieben die 96 auf ihre Polo-Shirts und Kappen. In 96 Stunden wollte Elektro-Enthusiast Michael Willberg mit einem knappen Dutzend Gleichgesinnter Europa in voller Länge durchqueren, mit vier Tesla Model S – in vier Tagen. Sie wollten beweisen, dass ein Elektroauto eben nicht nur ein Stadtauto sein kann, sondern auch ein Mobil für Fernreisen.

Reisezeit überzogen, Weltrekord geglückt

Am Ende dauerte die Reise dann doch länger als geplant. Als das erste Auto mit dem Organisator am Dienstagnachmittag (11.8.) um 15:30 Uhr am Nordkap eintraf, waren rund acht Stunden mehr vergangen als geplant. Der Freude der Besatzung Michael Willberg, Frank Mischkowski und Martin Wrobel tat die Verspätung allerdings keinerlei Abbruch. Denn um die Ankunftszeit ging es gar nicht, als Willberg einen Rekordversuch beim Guinnessbuch einreichte.

Er wollte Europa von Süd nach Nord mit der geringsten Ladezeit durchqueren. 22 Stunden gestanden die Regelhüter von Guinness ihm maximal zu. Diese Maßgabe hatte das Team bei der Ankunft am Nordkap-Felsen mühelos unterboten und damit einen offiziellen Rekord aufgestellt. Insgesamt 20 Stunden und 15 Minuten parkte der Tesla zum Laden auf dem Weg vom spanischen Tarifa nach Nordnorwegen. So hatte man ausgerechnet beim bei Elektroautos so heiklen Thema Aufladen Zeit gespart.

Dabei hätte es durchaus noch schneller gehen können. Gerade der Auftakt in Spanien verlief kompliziert. Ladestationen funktionierten nicht, brachten nicht die gewünschte Leistung, oder waren auf Gewerbearealen hinter verschlossenen Toren unerreichbar. Eine war gar nicht mehr existent, und die Mannschaft musste nach Ersatz suchen. Schon in der Anfangsphase gingen so zwei Stunden verloren, weitere Zeit kostete ein langer Stau auf der Autobahn bei Lyon und zwei Tage später in Stockholm.

In Nord-Norwegen sorgten zahlreiche Straßenbaustellen auf den Landstraßen für zusätzlichen Verzug. Chancen, Zeit gutzumachen, gab es kaum. Denn die Regeln des Guinnessbuch schreiben striktes Einhalten der Tempolimits vor, was anhand eines GPS-Trackingsystem nachprüfbar ist.

Lange Reise, viele Hindernisse

Dennoch wurde keine Zeit verloren. Hotels suchten die ambitionierten Elektro-Fahrer nur einmal zum Duschen und einmal zum Frühstücken auf, während vor der Tür die Autos mit Strom versorgt wurden. Auf der Fahrt lösten sich die Dreierteams am Steuer ab. Auf der Rückbank wurde geschlafen.

Dass es eine Tour mit Hindernissen werden würde, wusste Initiator Willberg, der im zivilen Leben eigentlich Kopfhörer herstellt, schon vor dem Start. Sein nagelneuer Tesla S 85D war beim Transport zur Auslieferung beschädigt worden. Tesla stellte ihm kurzfristig ein Ersatzauto, damit die Expedition nicht platzt.

Schrecksekunde: Unfall des Führungsfahrzeugs

Es hätte dennoch schief gehen können. In Norwegen kam das weiße Model S nach einer Unachtsamkeit Willbergs in einer Linkskurve von der Straße ab und streifte ein in der Wiese stehendes Verkehrsschild. Das vordere Seitenfenster und der Seitenspiegel waren hinüber, Türen und hinterer Kotflügel leicht verbeult. Doch der Schreck dauerte nur kurz. Die Mechanik und der elektrische Antrieb waren unbeschädigt, und so steuert der Elektrowagen nach dem nächsten Ladevorgang in Mosjoen eine Scheibenreparatur-Werkstatt an, wo die Mechaniker Andreas und Solve die zugige rechte Flanke mit einer Folie schlossen, die bis ans Nordkap kein Lüftchen und kein Tröpfchen durchließ.

Dicht gestaffelt ist in Norwegen das Netz der Ladestationen. Dank staatlicher Förderung ist Tesla in Europa nirgendwo stärker verbreitet als hier. Das Netz von Schnellladestationen wächst ständig. Erst auf den letzten 500 Kilometern vor dem Nordkap fehlt es noch an Superchargern. Dank freundlicher Eingeborener, die in sozialen Netzwerken die Fahrt verfolgten und selbst mitten in der Nacht auf den Tross warteten, fanden sich plötzlich weitere Steckdosen in Hotels der Umgebung, die das Fortkommen erheblich erleichterten.

Bilanz nach mehr als 6000 Kilometern im Tesla Model S

Bei der Ankunft am Nordkap hatte das führende Auto 6425 Kilometer zurückgelegt und bei knapp 30 Ladestopps 1220 Kilowattstunden geladen. Die CO2-Bilanz der Stromerzeugung in Europa macht daraus ca. 580 kg CO2. Der Ladestrom aus Tesla-Superchargern stammt aus regenerativen Quellen. Für einen vergleichbaren Pkw mit Verbrennungsmotor errechnen einschlägige Websites Emissionen von gut 1,7 Tonnen (Diesel) bzw. rund 2 Tonnen (Benziner) CO2.

Durchschnittlich verbrauchte der Tesla 19,0 Kilowattstunden. Die längste Etappe ohne Nachladen in Spanien war 485 Kilometer lang. Auf Autobahnen lag das Reisetempo zwischen 100 und 130 km/h. Auf den Landstraßen wurde zwischen 80 und 100 km/h gefahren. Nur wenn der Verbrauch im Minus lag, wurde zuweilen auf Tempo 60 reduziert.

Am Nordkap ließ der Manager des Besucherzentrums flugs eine Kabeltrommel aus einem Fenster legen. Michael Willberg wollte im Datalogging gern auch den nördlichsten Punkt der Reise dokumentiert haben. Die Genehmigung für einen Fototermin auf dem sonst autofreien Felsen gewährte man den Rekordfahrern sofort. „Klar beginnen oder enden hier viele Rekordfahrten, aber so was haben wir hier nicht alle Tage“, staunte der Manager.

Anstrengung für die Fahrer, Erholung für die Kasse

Als Michael Willberg nach 104 Stunden die Stufen zum berühmten stählernen Globus hochstieg, war er „hinreichend erschöpft, aber glücklich.“ Der überzeugte Tesla-Fahrer sieht den Beweis erbracht, dass Elektroautos auch urlaubstauglich sein können: „Die Elektromobilität funktioniert auch auf der Langstrecke und das europaweit.“

Mit der Ankunft im Norden ist die Reise aber noch längst nicht vorbei. Der Tesla-Konvoi wird in der nächsten Woche auf eigener Achse wieder Richtung Heimat steuern. Egal, wie teuer die insgesamt 14.000 Kilometer lange Reise insgesamt gewesen sein wird: Elektrisch Fahren selbst ist unschlagbar günstig. Es wird am Ende 0,0 Euro gekostet haben.

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