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Toshiba Camileo X-Sports Test

Ist das der GoPro-Killer?

Toshiba Camileo X-Sports Test Foto: Torsten Seibt 17 Bilder

Die GoPro ist Referenz unter den Action-Cams, doch die neue Toshiba Camileo X-Sports könnte das ändern. Zum halben Preis. Wir haben sie getestet.

18.04.2014 Torsten Seibt Powered by

Die Generation Youtube ist ohne sie nicht denkbar: sogenannte Actioncams, ultrakompakte und unempfindliche Kameras, die aus den unmöglichsten Perspektiven Bilder und Videos produzieren können. Einsamer Marktführer bislang ist die GoPro-Serie des kalifornischen Herstellers Woodman Labs, auch Offroader setzen weltweit auf das GoPro-System.

Toshiba Camileo X-Sports Action-Cam im Test
Konkurrenz für die GoPro 1:28 Min.

Konkurrent zum Kampfpreis

An der GoPro, die das Segment dieser Actioncams begründete, kommt bislang niemand vorbei. Diverse Generationen sind inzwischen erschienen und millionenfach verkauft worden, es gibt unzähliges Zubehör. Und ab sofort einen harten Konkurrenten, die Toshiba Camileo X-Sports. Die hat eine Preisempfehlung von 279 Euro, wir kauften sie regulär beim deutschen Fachhändler für 229 Euro. Zum Vergleich: für die aktuelle GoPro Hero3+ Black Edition, im Lieferumfang und den Leistungsdaten ungefähr vergleichbar, gibt es eine Hersteller-Preisempfehlung von 449 Euro.

Toshiba bedient sich hier des „Samsung-Prinzips“: so, wie sich der koreanische Handy-Hersteller vom Smartphone-Erfinder Apple „inspirieren“ ließ, sind auch die Ähnlichkeiten der Toshiba Camileo X-Sports zur GoPro mehr als offensichtlich. Wie das Vorbild kommt die Toshiba Camileo X-Sports in klassischer Kamera-Form und lässt sich in einem ähnlich gestalteten wasserdichten Kunststoffgehäuse mit nach außen geführten Tasten verstauen.

Allerdings hat die Toshiba Camileo X-Sports einen entscheidenden Vorteil zu bieten: weil sie auf ein breiteres Gehäuse mit weniger Tiefe setzt, ist Platz für ein zwei Zoll kleines Farbdisplay an der Gehäuserückseite, wie bei einer herkömmlichen digitalen Kompaktkamera. Dadurch und durch die übersichtlichen Menütasten lassen sich sowohl alle Einstellungen der verschiedenen Kamera-Modi als auch die Ausrichtung der Kamera auf die richtige Aufnahmeposition sehr viel leichter vornehmen.

Actioncam Toshiba Camileo X-Sports

Wie die neueste GoPro Hero3 verfügt auch die Toshiba Camileo X-Sports über eine WiFi-Funktion: sie baut eine WLAN-Verbindung auf, über die man sich mit einem Smartphone oder Tablet mit der Kamera verbinden kann. Die zugehörige App ist kostenlos. Mit dieser App lässt sich das Handy als Fernsteuerung benutzen, die Kamera liefert auch das jeweilige Signal als Echtzeitbild auf das Handy-Display. Das funktioniert über fünf bis sechs Meter Entfernung erstaunlich gut und mit relativ geringer Verzögerung. Praktisch: mit dem Handy-Programm können gleichzeitig alle Kamera-Einstellungen vorgenommen werden, ohne sich am Gerät selbst durch die Einzelmenüs hangeln zu müssen.

Wie sehr sich Toshiba von der GoPro „inspirieren“ ließ, zeigt sich am Zubehör. Die Halterungen, selbst der Schnellverschluss-Schuh, passen 1:1 zusammen, alles GoPro-Befestigungszubehör lässt sich auch mit der Toshiba Camileo X-Sports benutzen. Allerdings wird bereits einiges an Befestigungsmöglichkeiten (Klebepads, ein Rund-Halter und ein Befestigungs-Gurt) mitgeliefert.

Toshiba Camileo X-Sports ist schwerer als GoPro

Die Toshiba Camileo X-Sports ist etwas schwerer als die GoPro-Modelle. Mit dem wasserdichten Gehäuse haben wir 205 Gramm gemessen. Das führt dazu, dass die Kamera an längeren, fest montierten Auslegern wie einem Saugfuß-Halter durch das hohe Eigengewicht relativ oft verwackelte Bilder liefert. Dem soll ein elektronischer Bildstabilisator entgegenwirken, der sich per Menü zuschalten lässt.

Der Stabilisator arbeitet in einem gewissen Rahmen recht akzeptabel, bringt aber auch einen ungewöhnlichen Effekt: weil die Kamera versucht, Bewegungen auszugleichen, werden auch horizontale und vertikale Fliehkräfte während der Fahrt ausgeglichen. Das wirkt auf dem fertigen Video, als würde die Kamera ein klein wenig „mitschwenken“, in unserem Demo-Video schön zu beobachten.

Neben der Video-Funktion kann die Toshiba Camileo X-Sports auch Fotos in bis zu 12 Megapixel Größe aufnehmen. Wie bei den Videos ist allerdings besonders bei näheren Objekten die ausgeprägte „Froschaugen“-Optik etwas speziell, eine Eigenart nahezu aller solcher Kameras. Je nach gewählter Auflösung lässt sich dieser Effekt etwas reduzieren. Weitere Modi erlauben eine „Timelapse“-Funktion, bei der die Kamera in festgelegten Abständen ein Bild schießt, dass sich anschließend zu einem Zeitraffer-Video zusammenfügen lässt. Zusätzlich kann mit einem weiteren Modus während der Video-Aufnahme fotografiert werden, wobei die Kamera die Einzelbilder nach eingestelltem Intervall automatisch „schießt“.

Funktioniert nur mit richtig schneller Speicherkarte

Leider setzt Toshiba auf das Micro-SD-Format für die Speicherkarten. Deren Tausch ist eine relative Fummelei, weshalb man statt über einen schnelleren Kartenleser wohl zumeist mit der Kabel-Verbindung direkt an der Kamera arbeiten wird. Obwohl Toshiba Speicherkarten ab der Geschwindigkeitsklasse Class 6 empfiehlt, war im Test selbst eine Class 10-Karte zu langsam, nach kurzer Zeit wurde die Aufnahme abgebrochen, weil die Daten nicht schnell genug gespeichert werden konnten. Abhilfe brachte eine hochwertige (und teure) Speicherkarte (SanDisk Extreme) mit bis zu 45 MB/s Schreibgeschwindigkeit. Hiermit liefen die Aufnahmen problemlos.

Die Kamera erlaubt Videoaufnahmen mit der maximalen Auflösung von 1920x1080 Pixeln (Full HD) mit maximal 60 fps. Bei der Verwendung der „Über-Kopf“-Funktion, mit der die Aufnahme gespiegelt wird, reduziert sich die Bildrate jedoch auf 30 fps (die technischen Daten der Kamera finden Sie in der Bildergalerie).

Fazit

Die Toshiba Camileo X-Sports kommt dem Marktführer GoPro näher, als es diesem lieb sein kann und offeriert vergleichbare Aufnahme-Qualität zu einem deutlich günstigeren Preis. Das Display im Gehäuse ist eine große Erleichterung bei Bedienung und Einstellung. Dadurch wird die Kamera im Outdoorgehäuse jedoch relativ schwer, was entsprechende Ansprüche an die Befestigung stellt. Sowohl die Lichtempfindlichkeit als auch die schnelle Reaktion auf hell/dunkel-Wechsel konnten überzeugen. Leider ist die Anleitung (PDF auf CD) der Kamera nicht besonders ausführlich, viele Funktionen müssen langwierig ausgetestet werden. Der Wechsel der Micro-SD-Karte ist ausgesprochen fummelig, Zubehör und Gehäuse zum Teil schwergängig.

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