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So war die erste Folge von „The Grand Tour“

Drei Hypercars im Duell und drei Tote in der Show

Erste Folge The Grand Tour Screenshots Foto: Amazon 53 Bilder

Lange haben die Fans gefiebert, jetzt ist „The Grand Tour“ auf Amazon Prime gestartet. Wir haben die erste Folge der Show gesehen und es war großartig (Achtung: SPOILER). Hypercars, Todesfälle und eine Prügelei mit dem Studio-Publikum.

18.11.2016 Patrick Lang, Andreas Of 4 Kommentare

Mit „The Grand Tour“ haben Auto-Fans auf der ganzen Welt endlich wieder eine Heimat in Form einer TV-Show. Die Kult-Moderatoren Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May haben die BBC verlassen und produzieren nun unter dem Dach des Internet-Giganten Amazon. Die erste Staffel startete am 18.11.2016 und wir saßen selbstverständlich am Bildschirm.

Das Highlight der ersten Folge

Ein Höhepunkt ist schwer zu benennen, wenn man sich durchgehend dabei ertappt, zu grinsen wie ein Bekloppter. Kern der ersten Folge ist das lang ersehnte Duell der drei Hypercars Porsche 918 Spyder, McLaren P1 und Ferrari LaFerrari, die über den Algarve International Circuit in Portugal ballern. In Kürze: sensationelle Bilder, erstklassiger Soundtrack und drei Moderatoren in Höchstform. Wer das Duell gewinnt, verraten wir an dieser Stelle nicht, das dürfen Sie sich selbst ansehen.

Der Tiefpunkt der ersten Folge

Langweilig ist „The Grand Tour“ bislang nicht eine einzige Sekunde. Freilich wird einiges an Sendezeit damit verbracht die neuen Formate und Settings vorzustellen. Insofern besteht noch Steigerungspotential, wenn es in den nächsten Folgen richtig ans Eingemachte geht. Lediglich die angedeutete Prügelei mit dem amerikanischen Publikum über die Frage, welches Land die beste Luftwaffe habe, hätte auch etwas schneller abgehandelt werden können.

Wo sind die Unterschiede zu Top Gear?

Die gute Nachricht: Alles was die ehemalige Show der drei Moderatoren so großartig gemacht hat, findet sich wieder. „The News“ heißen jetzt „Conversation Street“. Statt einem „Star in a reasonably priced car“ gibt es „Celebrity Brain Crash“. Allerdings sterben drei angekündigte Studiogäste für dieses Format in der Show vorgetäuschte Tode. Hollywood-Star Jeremy Renner springt etwa mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug und schlägt neben dem Studio-Zelt auf.

Um die in der Show vorgestellten Autos zu bewerten, gibt es eine neue Rennstrecke, der Fahrer ist nicht länger „The Stig“, sondern ein übellauniger und übergewichtiger Amerikaner und das Studio hat freilich eine neue Optik. Die Struktur und Dramaturgie der Sendung ist dagegen angenehm vertraut. Den politisch unkorrekten Witz und die Sticheleien gegen Autos und gegeneinander hat sich das Trio bewahrt. Nicht zuletzt deshalb blicken wir mit Freude der nächsten Episode in Johannesburg entgegen.

Clarkson, Hammond und May im Interview

Jeremy Clarkson, James May und Richard Hammond waren gerade aus London gekommen und sitzen nun wenige Tage vor der ersten Ausstrahlung von „The Grand Tour“ in drei kleinen Besprechungszimmern in einem Hotel in Ludwigsburg. Clarkson und May trinken Weißwein, Hammond Gin Tonic. Im Schlosspark steht das Studiozelt, dort zeichnen sie am nächsten Tag eine neue Folge von „The Grand Tour“ auf.

Seit September ist der Tross unterwegs, um die neuen Folgen zu drehen. Das Team war dafür unter anderem auf Barbados, in Namibia und in der kalifornischen Wüste. Großartig sei das amerikanische Publikum gewesen, erzählt Jeremy Clarkson, aber auch in Finnland sei die Stimmung sehr gut gewesen. Und obwohl die Zuschauer in Whitby, North Yorkshire, begeistert gewesen sei, kann Clarkson das englische Publikum nicht leiden: „stiff upper lip“, erklärt er kurz und klatscht verhalten in die Hände, um den maximalen Grad an Begeisterung britischer Zuschauer zu imitieren. Was er vom deutschen Publikum erwartet: „I don’t know. Wir haben noch nie in Deutschland aufgezeichnet“, erklärt er. Vielleicht ist darum niemandem aufgefallen, dass Ludwigsburg gar nicht zur „Autostadt Stuttgart“ gehört, mit der „The Grand Tour“ wirbt.

Das sagen Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May…

…über die Location:

Clarkson: Jeder hätte erwartet, dass wir nach Berlin oder München gehen. Wir haben gesagt: Wir müssen nach Stuttgart.

Hammond: Es ist der Geburtsort des Automobils.

…über das Zelt:

May: Jeremy hatte die Idee, weil er es im Fernsehen gesehen hat. Es wurde sehr kompliziert und sehr teuer, weil es in Wahrheit ein TV Studio in einem Zelt ist. Wenn es regnet, macht das einen fürchterlichen Lärm. In Kalifornien mussten wir die Aufzeichnung unterbrechen, weil Staub hereinkam. Aber so ist Camping.

Clarkson: Es ist ein riesiges Ding, es braucht hunderte von Menschen, um es zu bewegen.

Hammond: Es ist kein Zelt. Es ist ein TV-Studio in einem Zelt. In Wahrheit sind es zwei Zelte. Eins steht schon am nächsten Drehort. Es ist unglaublich kompliziert und teuer.

…zum Unterschied zwischen „Top Gear“ und „The Grand Tour“:

Hammond: Wir alle tragen Kleider. Nein, wir mussten einige Dinge aufgeben, aber das war gut für uns: neu zu denken, uns neu zu erfinden. Das bringt uns in eine bessere Position. Wir sind jede Woche in einem anderen Land und können zum Beispiel keine Rennstrecke mitnehmen. Man wird sehen, wie wir dieses Problem gelöst haben.

May: „The Grand Tour“ hat kein Zuhause und spielt vor lokalem Publikum. Es ist gereift und wir sind etwas älter geworden und müssen besser auf uns achtgeben.

Clarkson, Hammond und May über...

…die spektakulärsten Szenen in „The Grand Tour“:

May: Die Eröffnung in der kalifornischen Wüste und der Test mit den drei Hybrid-Supercars.

Hammond: Ich liebte es, in Namibia zu sein. Afrika ist großartig.

...die Zusammenarbeit mit den anderen beiden:

May: Es ist fürchterlich, mit den beiden zusammenzuarbeiten.

Die Zusammenarbeit mit Hammond und Clarkson würde James May nicht vermissen.

Clarkson über Hammond und May: So nervig wie bisher auch. Ich würde keine Autoshow ohne die beiden machen wollen. Wir arbeiten gut zusammen. Auch wenn wir einander hassen.

Hammond: Es ist schrecklich. Natürlich ist es gut bezahlt, wir sind sehr glücklich. Wir können zusammenarbeiten.

Clarkson, Hammond und May über...

…die Autos in der Sendung:

Clarkson: Mein Favorit ist der McLaren P1. Du sitzt drin und denkst: Das Auto wird mich umbringen. Es ist großartig.

Hammond: Ich mochte den Dodge Hellcat. Und den Audi R8 V10. Das ist ein gutes Auto, aber ein bisschen langweilig. Ich liebe den MX-5.

May: Ich denke, der Honda NSX. Den kannst Du als Auto benutzen. Das ist ein nettes Auto. Es ist eins schönes Stück japanische Technik. Hybrid-Autos sind kompliziert, aber Autos sind komplex. Ich bin erstaunt, dass wir nicht früher Hybridautos hatten. Fantastisches Stück Technik, um ein Auto interessanter zu machen. Wenn man den Mclaren P1, den Porsche 918 und den La Ferrari als Beispiel nimmt. Also, warum nicht? Die Technik verbessert das Ansprechverhalten und im Stadtverkehr ist das Auto nicht so laut.

…langweilige und schlechte Autos:

Clarkson: Wir fahren keine langweiligen Autos in der Show. Es gibt da draußen eine Menge langweiliger Autos, wie zum Beispiel den Q3. Ich würde dieses Auto am liebsten bombardieren. Noch schlimmer sind diese SQ-Modelle: Warum baut man ein hohes Auto, um es dann tieferzulegen?

Hammond: Bei einem schlechten Auto überwiegt das Marketing über die Technik. Ich bin kein großer Ferrari-Fan. Autos ohne Humor, Autos, die vorm Marketing kommen. Wie der neue Beetle zum Beispiel oder einige der SUV. Der Jaguar F-Pace war gut, hinterließ aber keinen großen Eindruck.

May: Der Bentley Bentayga war sehr gut, bot aber keine Überraschungen. Er ist „ganz gut“. Aber die meisten Autos sind „ganz gut“.

„The Grand Tour“ startet am 18. November auf Amazon Prime Video. Sie können Amazon Prime kostenlos für 30 Tage testen!

Sehen Sie hier den Trailer:

Neuester Kommentar

Herrlich! Clarkson, Hammond, May in Bestform!

Die Evolution von Top Gear, wie sie sein sollte. Das Original hat jetzt einen anderen Namen - und die BBC ein Problem.

Problem: Wenn die von Amazon das jetzt immer in der Nacht von Donnerstag auf Freitag launchen, komm ich freitags mit kleinen Augen zur Arbeit... ;-)

ChrisNZ 18. November 2016, 12:25 Uhr
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