Tiefensee
Lkw-Überholverbote zur Stauvermeidung
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) will die Überholverbote für Lastwagen auf deutschen Autobahnen deutlich ausweiten. "Auf stark befahrenen Autobahnen sollten die Lastwagen ausschließlich die rechte Spur benutzen, alle anderen Spuren gehören den Autos", sagte Tiefensee der "Bild am Sonntag".
"Mein Ziel ist, dass sich Lkw und Pkw auf den Autobahnen weniger in die Quere kommen. Dazu brauchen wir getrennte Spuren." Tiefensee strebt dabei eine Senkung des Benzinverbrauchs durch weniger Staus an.
"Das Gebot der Stunde heißt Sprit sparen", sagte der Minister angesichts neuer Benzinpreisrekorde. "Ich befürchte, wir sind noch längst nicht am Ende der Preisspirale angekommen." Der ACE Auto Club Europa unterstützt die Pläne: "Schon die geplante Verbannung der Lkw auf einen Fahrstreifen und die erweiterte Nutzung der Standspur auf Autobahnen lassen das Autofahrerherz höher schlagen", sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner am Sonntag in Stuttgart. Der Verkehrsminister hat das Thema nach eigener Aussage bereits mit seinen Länder-Kollegen erörtert. "Ich dringe darauf, dass weitere Verbote noch in diesem Sommer ausgesprochen werden", sagte Tiefensee. "Von 12.200 Kilometern Autobahn in Deutschland sind 2.500 staugefährdet. Auf 1.300 Kilometern regeln bereits moderne, elektronische Anlagen den Verkehr. Ich will erreichen, dass die Länder auf den verbleibenden Stecken rasch Lkw-Überholverbote erlassen."
Weitere Maßnahmen geplant
Als weitere Maßnahme zur Stauvermeidung sollen Straßenarbeiten auf Autobahnen künftig zügiger abgeschlossen werden, so Tiefensee. Berechnungen des ACE werden jedes Jahr weit mehr als 11.000 große Verkehrsstaus ausschließlich durch Autobahnbaustellen ausgelöst. Der dadurch hervorgerufene Reisezeitverlust betrage zusammengenommen weit über 81 Millionen Stunden pro Jahr, der volkswirtschaftliche Schaden gehe in die Milliarden, sagte Hillgärtner. "Wenn der Verkehrsminister diese Sache jetzt endlich anpacken und den Güterverkehr und dessen Logistik neu organisieren will, dann verdient er dafür breite Unterstützung."

Spediteure kritisieren Tiefensees Pläne
Das deutsche Speditionsgewerbe hat das Drängen von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) auf mehr Überholverbote für Lastwagen auf Autobahnen und eine uhrzeitabhängige Lkw-Maut kritisiert. Letztendlich werde dies "zu einer weiteren Verteuerung von Waren" in Deutschland führen, sagte der Vizepräsident des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV), Manfred F. Boes, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Wenn ein langsamer alter Lkw auf der Autobahn alle anderen blockiere, führe dies zu zusätzlichen Transportkosten. Dasselbe sei der Fall, wenn sich die Lkw-Maut etwa in Zeiten des dichten Berufsverkehrs erhöhen würde. Boes forderte Tiefensee auf, seine Pläne zusammen mit Vertretern der Wirtschaft zu entwickeln und nicht an ihnen vorbei.












































