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Fahren im Winter

Beste Tipps für das Fahren im Winter

Regeln im Winter 6 Bilder

Setzen Schnee und Eis ein, gelten viele spezielle Vorschriften. Wer sie nicht beachtet, muss mit Strafen rechnen. Wir sagen Ihnen, was Sie wissen müssen, und geben einen Einblick in den Bußgeldkatalog.

10.10.2016 Henning Busse

Schlimm genug, dass der Winter die Menschen mit seinem eisigen Griff umklammert. Dass er uns auch noch jede Menge Hausaufgaben aufgibt, macht ihn nicht attraktiver. Trotzdem sind sie wichtig, denn wer die Regeln vernachlässigt, muss mit Bußgeldern oder Strafen rechnen.

Dass Winterreifen benötigt werden oder Frostschutzmittel für die Scheibenwaschanlage, wissen viele Autofahrer. Aber es gibt noch mehr zu beachten. Das fängt zum Beispiel mit der Räumpflicht an. Bei Schneefall und Glatteis müssen Haus- und Grundbesitzer, aber auch Mieter Gehwege und Zufahrten von Schnee und Eis befreien. Bleibt das aus und verletzt sich ein Passant beim Sturz, haftet man. Für herabstürzende Eiszapfen oder Dachlawinen dagegen ist nicht automatisch der Hausbesitzer, Verwalter oder Mieter voll verantwortlich zu machen. Autofahrern, die die Gefahr in schneereichen Gegenden kennen und ihren Wagen dennoch unter einem Dachrand abstellen, von dem eine Lawinengefahr ausgehen kann, wird sehr häufig eine Mitschuld angelastet.

Regeln im Winter
Eingeschneite Verkehrsschilder verlieren nicht ihre Wirkung.

Kein umherfliegendes Eis

Wenn wir schon bei der Räumpflicht sind, beim Auto gilt sie ebenfalls. Damit der Fahrer eine ungehinderte Rundumsicht hat, müssen alle Scheiben frei von Eis und Schnee sein – auch die hinteren. Wer nur ein kleines Guckloch in die vereiste Frontscheibe kratzt und deshalb in der Sicht behindert ist, riskiert mindestens 10 Euro Verwarnungsgeld. Die Beleuchtungsanlage und das Kennzeichen müssen auch von Schnee und Eis gesäubert werden – verdreckte Scheinwerfer kosten 20 Euro Bußgeld, zugeschneite Nummernschilder 5 Euro. Am besten befreit man vor Fahrtantritt sein Auto ganz von Eis und Schnee. Denn wird der nachfolgende Verkehr durch umherfliegende Eisstücke behindert, kostet das 25 Euro Strafe. Besonders Lkw-Fahrer sollten daran denken. Denn hier können vom Laster geschleuderte Eis­platten besonders gefährlich sein. Schäden hat der Lkw-Fahrer zu verantworten. Das heißt: Er haftet in solchen Fällen, weil er seinen Lkw nicht ordnungsgemäß vom Eis gesäubert hat.

Regeln im Winter
Räumfahrzeuge haben im Winter besondere Rechte im Verkehr.

Doch keine Regel ohne Ausnahme: Für Kommunen gelten bei der Räumpflicht andere Bedingungen. So wird von den Verkehrsteilnehmern erwartet, dass sie sich auf winterliche Verhältnisse einstellen. Sie können nicht darauf zählen, dass alle Straßen geräumt und gestreut sind. Innerorts muss die Kommune bei Eis- und Schneeglätte lediglich an wichtigen und gefährlichen Stellen für freie Straßen sorgen. Gleiches gilt für belebte Fußgängerwege und wichtige Übergänge an Kreuzungen. Außerhalb der Ortschaft besteht nur an gefährlichen Stellen eine Räum- und Streupflicht.

Regeln im Winter
Räumfahrzeuge dürfen nur mit großer Vorsicht überholt werden.

Vieles neu im Winter

Apropos Streupflicht: Die Straßenverkehrsordnung gesteht Räumfahrzeugen Sonderrechte zu. Der Fahrer eines langsamen Schneepflugs auf der Autobahn ist nicht für Auffahrunfälle verantwortlich zu machen. Es gilt: Beim Fahren hinter Streuwagen oder Schneepflügen ist immer Abstand zu halten. Es darf nur überholt werden, wenn es der Straßenzustand erlaubt und es gefahrlos möglich ist. Kommt es dagegen zu Beschädigungen durch Streugut, geht das auf das Konto des Halters des Streuwagens – in der Regel also der Kommune. Problematisch ist aber, dem Streufahrzeug-Fahrer ein Verschulden nachzuweisen. Wenn ein vorbeifahrender Wagen Splitt hochschleudert und ein anderes Auto beschädigt, ist dies als unabwendbares Ereignis einzustufen – die Haftung bleibt aus.

Die Frage der Haftung tritt auch immer wieder bei zugeschneiten Verkehrszeichen auf. Sind sie wirksam oder nicht? Die Antwort: Sie verlieren nicht ihre Gültigkeit. Die Begründung: Vorfahrts- und Stoppschilder sind an ihrer Form zu erkennen. Zudem wird von Ortskundigen erwartet, dass sie die örtlichen Schilder kennen. Ein Streitpunkt ist auch, ob im Winter die Autobeleuchtung an sein muss. Bei schlechter Sicht durch Schneefall oder Regen ist Abblendlicht Pflicht. Wer dies missachtet, zahlt innerorts bis zu 25 Euro Strafe, außerorts drohen 60 Euro und ein Punkt. Aber es gibt auch Lichtblicke im Winter – gerade für Auto­fahrer, die wegen des Wetters auf die Bahn umsteigen. Wurden Verspätungen lange Zeit als höhere Gewalt abgetan, können Kunden jetzt Geld zurückverlangen. Verspätet sich ein Zug um mehr als eine Stunde, steht den Bahnfahrern eine Entschädigung von 25 Prozent des Ticketpreises zu und ab 120 Minuten von 50 Prozent.

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