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Tipps zum Anfang

Der Traum-Klassiker

Traum-Klassiker, Einsteiger, Grafik Foto: Matthias Seeburger

Fast 15 Millionen Deutsche interessieren sich für Oldtimer. Der überwiegende Teil besitzt selbst noch keinen Klassiker, doch viele spielen immer wieder mit dem Gedanken, sich einen zu kaufen. Alles beginnt mit der entscheidenden Frage: Welches Auto passt zu mir?

14.02.2014 Dirk Johae Powered by

Am besten vergessen Sie alle Erfahrungen, die Sie bislang beim Kauf von jungen Gebrauchtwagen oder Neuwagen gemacht haben. Denn nicht nur das Fahren mit einem Klassiker unterscheidet sich vom Umgang mit einem neuen Auto, auch die Kaufpläne reifen anders: Lassen Sie sich bei der Wahl des passenden Autos ausreichend Zeit!

Zeit für Gedankenspiele

Die Suche nach dem passenden Klassiker beginnt mit dem Sammeln von Informationen in Fachzeitschriften wie Motor Klassik, in Büchern oder im Internet. Das klingt oberflächlich nach trockenem Datenstudium und lästiger Arbeit, besitzt aber bei genauem Hinsehen einen besonderen Reiz, dem man schnell erliegt. Denn ein Interesse an der Geschichte der Marke oder Baureihe ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Hobbys Klassiker. Letztlich werden Sie selbst der beste Experte für Ihr künftiges Traum-Auto.

Nicht Sie finden ein Auto, im übertragenen Sinn findet das Auto Sie. Je intensiver Sie sich vor den praktischen Erwägungen mit dem Thema befassen und sich Zeit für Gedankenspiele lassen, umso glücklicher sind Sie mit der Wahl. Praktische Fragen, ob zum Beispiel der Charakter des Autos zu Ihnen passt, beantworten sich meist von selbst. Falls Sie zu offenen und sportlichen Autos tendieren, werden Sie sich wohl nicht mit Limousinen oder Kombis beschäftigen. Eine Spielregel sollten Sie aber von Anfang an beherzigen: Bleiben Sie ehrlich und schätzen Sie Ihre Möglichkeiten realistisch ein! So ersparen Sie sich kostspielige Enttäuschungen.

Der Wert eines Oldtimers bemisst sich nicht nur am Preis

Und trennen Sie sich vom Gedanken eines Oldtimers als Spekulationsobjekt mit Wertsteigerungsgarantie. Bei den Klassikern, die sich die Mehrzahl der Interessierten leisten können, ist der Wert für ein solches Objekt viel zu gering. Die Wertsteigerung eines Klassikers bemisst sich dagegen an den Kilometern, die mit dem Auto zurückgelegt werden, mit den unbezahlbaren Erlebnissen und Erfahrungen, sei es auf den Straßen, beim Clubtreffen oder beim Schrauben in der Werkstatt. Jede Minute summiert sich zu einer Auszeit vom Alltag.

Damit diese Auszeit so wertvoll wie möglich ist, sollten Sie neben dem Kaufpreis auch alle anderen Kosten und Aufwendungen in Ihr Gedankenspiel miteinbeziehen. Wenn Sie mit Ihrem Auto vor allem ausgiebig fahren wollen, sollte die Ersatzteilbeschaffung kein detektivisches Gespür erfordern und keine langen Standzeiten verursachen. Wenn Sie selbst kein gutes Händchen für größere Reparaturen haben, sollte eine kompetente und vertrauenswürdige Werkstatt in der Nähe liegen. Trotzdem gehört passendes und gutes Bordwerkzeug zur Grundausstattung eines Klassikers.

Wartungen und Reparaturen einplanen

Solche Aspekte haben direkten Einfluss auf das nötige Budget. Nicht nur für Kaufpreis sowie Steuer und Versicherung sollte genügend Geld vorhanden sein, sondern auch für fällige Wartungen, Inspektionen und Reparaturen. Als Faustformel sollte für ein Auto in gutem Zustand ein Reparaturbudget von zehn Prozent des Kaufpreises zur Verfügung stehen. Je nach Zustand und Anfälligkeit kann die Summe bis auf die Hälfte des Kaufpreises anwachsen.

Wie wichtig auch hier die richtige Wahl des Autos ist, belegen Zahlen aus der aktuellen gemeinsamen Studie von Motor Presse Stuttgart und Mercedes-Benz Classic, die erstmals die Klassikerszene in Deutschland umfassend beleuchtet: Rund 1400 Euro gibt der Besitzer im Schnitt für einen Oldtimer im Jahr aus. Der Youngtimer-Fahrer kommt dagegen durchschnittlich mit rund 200 Euro aus. Auch hier gilt der Rat: Bleiben Sie bei aller Begeisterung ehrlich und schätzen Sie Ihre Situation realistisch ein! Die erforderliche Pflege und Instandhaltung ist genauso entscheidend wie der Kauf. Schließlich bereitet ein Klassiker dann den größten Spaß, wenn er fährt.

Nicht die Katze im Sack kaufen

Bedenken Sie aber auch Kleinigkeiten wie eine geeignete Unterstellmöglichkeit für den Neuzugang, die idealerweise beim Kauf des Autos verfügbar ist. Beziehen Sie außerdem die Familie oder den Partner rechtzeitig ein. Es kommt zum Beispiel immer wieder vor, dass Details wie ein unbequemer Beifahrersitz stören: Eine gemeinsame Oldtimerrallye zum Beispiel wäre damit völlig undenkbar. Am Ende bleibt in einem solchen Fall nur die Rückgabe an den Verkäufer. Letztlich kommt es auf alle Eigenschaften eines Klassikers an: Kann ich in dem Auto überhaupt sitzen? Ist es für mich angenehm zu fahren?

Bevor Sie sich ernsthaft mit dem Kauf befassen, sollten Sie zumindest mal in einem vergleichbaren Auto gesessen, am besten aber eine Probefahrt unternommen haben. Um die Schwellenangst beim Eintritt in die große Old- und Youngtimer-Welt zu nehmen, haben wir in unserem Einsteiger-Spezial die besten Klassiker und die wichtigsten Tipps zusammengestellt. Damit sind Sie auf dem Weg zur Kaufentscheidung fürs Erste gut gerüstet. Jetzt sind Sie an der Reihe, und vergessen Sie nicht: Gönnen Sie sich Zeit für das Gedankenspiel rund um Ihren Traumklassiker.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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