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Tipps zum Gebrauchtwagenkauf

Auge für's Detail

Kauftipps, Kratzer, Dellen Foto: Dino Eisele 7 Bilder

Solides Schnäppchen oder Dauerbaustelle? Beim Gebrauchtwagenkauf kann man schnell danebengreifen. Doch wer unsere Tipps beherzigt, kann das Risiko, ein technisch anfälliges Secondhand-Exemplar zu erwerben, deutlich reduzieren.

25.02.2015 René Olma Powered by

Wenn der Preis verlockend ist und der Lack strahlt, setzt der gesunde Menschenverstand gerne mal aus. Wer später nicht durch Reparaturen drauflegen möchte, sollte sich trotzdem ein wenig Zeit nehmen und den Wunschwagen gründlich überprüfen. Das kann auch ein Laie, wenn er die folgenden Tipps beherzigt.Die erste Kontrolle gilt dem Erscheinungsbild. Sind Beschädigungen zu erkennen?

Detailgenaue Inspektion der Karosserie

Am besten nimmt man das Auto aus mehreren Perspektiven und bei Tageslicht in Augenschein. Wie sieht es mit Kratzern oder gar Farbunterschieden aus? Wurde ein Unfallschaden repariert? Dieser Verdacht erhärtet sich, wenn das Auto nicht gewaschen ist. Dann gilt es, auf andere Indizien zu achten: Unterschiedliche Spaltmaße, etwa an der Motorhaube, den Türen oder im Bereich der Stoßfänger, geben Aufschluss. Lackspuren an Gummi- und Kunststoffteilen können ebenfalls Unfallschäden aufdecken.

Bei Beschädigungen heißt es abwägen: Kratzer in Kunststoffteilen lassen sich als Schönheitsfehler vielleicht verschmerzen, doch tiefe Schrammen im Blech ziehen unweigerlich Rost nach sich und müssen beseitigt werden. Besonders gründlich sollte man Türkanten und Radläufe untersuchen; oft gedeiht die braune Pest hier als Erstes, mit ein wenig Fingerspitzengefühl ertastet man sie. Ein muffiger Geruch im Innenraum zeugt oft von Undichtigkeiten und somit Karosserieschäden.

Reifen und Kontrollämpchen checken

Ein besonderes Augenmerk sollte den Reifen gelten. Sind sie beschädigt? Wie viel Restprofil ist noch vorhanden? Vier Millimeter sollten es mindestens sein, sonst muss man bald in einen neuen Satz investieren. Auf jeden Fall ist es ein Ansatz dafür, den Preis zu drücken. Das Reifenprofil sagt auch etwas über den Zustand des Fahrwerks aus. Weisen vor allem die Innen- und Außenseiten der Profile starken Verschleiß auf, stimmt die Fahrwerksgeometrie nicht. Wenn die Profilblöcke nicht rundherum gleichmäßig abgefahren sind, deutet das auf defekte Radlager, Stoßdämpfer oder Achsaufhängungen hin.

Als Nächstes überprüft man die Beleuchtung: Sind Lampen defekt, spricht das nicht für einen guten Pflegezustand des Autos. Bei der Gelegenheit ist auch auf die Kontrollleuchten zu achten: Gehen alle an und vor allem auch wieder aus? Gerade auf Verschleißanzeigen, etwa für die Bremsbeläge, sollte man dabei unbedingt ein Auge haben.

Achten Sie auf die Service-Papiere

Ein Blick unter die Motorhaube gehört ebenfalls zum Standardprogramm. Ist das Triebwerk warm? Das könnte ein Indiz dafür sein, dass das Auto im "kalten" Zustand schlecht anspringt und der Verkäufer es auf eine Probefahrt vorbereiten wollte.

Als Nächstes gilt es, alle Flüssigkeitsstände zu prüfen. Ist zu wenig Öl oder Bremsflüssigkeit vorhanden, wurde das Auto vermutlich auch sonst nicht pfleglich behandelt. Brüchige oder poröse Kabel beziehungsweise Schläuche sind auch ein Zeichen für Wartungsmängel. Bei der Gelegenheit sucht man gleich nach dem Ölzettel, den Werkstätten bei der Inspektion in den Motorraum hängen, und gegebenenfalls nach Service- aufklebern, die meist im Türrahmen zu finden sind. Die Angaben sollten mit jenen im Serviceheft verglichen werden. Stellt man hier Unterschiede fest, lässt man besser die Finger von diesem Auto.

Generell sollte man auf scheckheftgepflegte Exemplare zurückgreifen, weil dies das Risiko von teuren Wartungsstaus minimiert. Wer beim Tachostand misstrauisch wird, ruft bei den im Scheckheft genannten Händlern an – das schafft Klarheit. Sollte das Serviceheft ganz fehlen, schaut man sich am besten nach einem anderen Auto um.

Eine Probefahrt ist Pflicht

Zum Pflichtprogramm gehört außerdem eine ausreichend lange Probefahrt, die möglichst alle Fahrsituationen vom Stadtverkehr über die Landstraße bis hin zur Autobahn-Etappe abbildet. Springt der Motor gleich an? Läuft er rund, oder ruckelt er im Leerlauf? Lässt sich die Kupplung sauber dosieren? Rasten die Gänge gut ein? Bemerkt man ungewöhnliche Geräusche oder Lastwechselreaktionen? Sprechen Federung und Bremsen gut an? Wichtig ist auch, das ganze Drehzahlband zu nutzen, nachdem der Motor warmgefahren wurde.

Nach der Rückkehr kontrolliert man noch einmal den Motor von oben und unten: Lassen sich nun Undichtigkeiten feststellen? Oft erklärt sich so die Motorwäsche des Verkäufers: Er wollte Spuren beseitigen. Wenn möglich, sollte man außerdem mit dem Auto auf eine Hebebühne, um den Unterboden auf Flüssigkeitsverluste oder Korrosionsspuren zu überprüfen.

Grundsätzlich gilt für Laien: Im Zweifel lieber Finger weg, wenn man diverse Mängel findet. Oder man bringt das Auto gleich zu einem Fachmann (siehe oben), der es ausführlich auf Herz und Nieren prüfen kann.

Im Zweifelsfall hilft der Check beim Profi

Wer sich die Gebrauchtwagen-Beurteilung nicht zutraut, kann bei einer Sachverständigen-Organisation wie Dekra Hilfe bekommen.

"Viele Laien sind schon überfordert, wenn sie Rost auf der Bremsscheibe sehen", weiß Achim Kuppinger, Gutachter der Dekra. Dass hier oft nur unschöner, aber harmloser Flugrost für Verunsicherung sorgt, erkennt ein Profi hingegen auf einen Blick. Er kann auch einschätzen, wie lang die Bremsbeläge noch halten. Und man kann sich den Rat der Experten holen: Sachverständigen-Organisationen bieten ihren Kunden ausführliche Gebrauchtwagen-Checks an.

Bei Dekra kostet die aus drei Modulen bestehende Durchsicht, an deren Ende sich ein ordentlicher Secondhand-Wagen das Gebrauchtwagen-Siegel verdient, rund 130 Euro. Ein Sachverständiger nimmt sich dabei Karosserie, Technik und die elektronischen Systeme des Autos vor. Besonders Letzteres bleibt in der Regel – mangels Diagnosegeräten – den Profis vorbehalten. So kann der Gutachter gespeicherte Fehlermeldungen auslesen und eventuelle Mängel leichter aufspüren. Doch schon die gängigen Prüfpunkte, die zum Teil auch bei einer Hauptuntersuchung relevant sind, geben ausreichend Aufschluss über den Zustand des Autos.

Nicht zuletzt deshalb werben viele Gebrauchtwagenhändler mit dem Siegel der Dekra für ihre Angebote. Auf jeden Fall hilft die Erfahrung der Experten, potenzielle Problemzonen zu finden und zu überprüfen. Sie wissen bei bestimmten Modellen eben ganz genau, wo sie hinschauen müssen. Die Investition in die Erstellung eines Gutachtens macht sich daher in der Regel bezahlt.

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