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8 Todsünden im Winter

Was Sie im Winter machen sollten und was nicht

Fehler im Winter 8 Bilder

Dass Winterreifen Pflicht sind oder Autofahrer in der kalten Jahreszeit ihre Fahrweise anpassen sollten, weiß mittlerweile jeder. Doch es gibt noch einiges mehr zu beachten. Hier lesen Sie, was Sie nicht machen sollten.

10.10.2016 Henning Busse

1. Scheibe mit Heißwasser oder CD-Hülle enteisen

Wer die Scheiben mit heißem oder lauwarmem Wasser enteist, riskiert Spannungsrisse wegen starker Temperaturwechsel. In der Eisschicht befindet sich Schmutz, der beim Kratzen wie Schleifpapier wirkt und Glaskratzer hinterlässt. Daher beim Abstellen des Autos die Waschanlage zum Scheibensäubern betätigen. Die Scheckkarte, ein Kochfeldschaber oder eine CD-Hülle sind als Kratzer wenig sinnvoll. Sie beschädigen nur die Scheibe. Auch die Scheibenwischer rücken der Eisschicht nicht zu Leibe und verschleißen nur.

2. Ständig hohe Drehzahlen und Kurzstrecken fahren

Besonders im Winter braucht es seine Zeit, bis die Lager und Schmierflächen im Motor optimal mit Öl versorgt sind, der Verschleiß fällt hoch aus. Ständige Kurzstreckenfahrten sind somit Gift für den Antrieb. Auch hohe Drehzahlen schädigen den Motor auf Dauer während der Kalt­laufphase. Zum einen ist die langsame Durchölung ein Problem, zum anderen die schnelle, aber ungleichmäßige Erwärmung der einzelnen Komponenten. Auch dadurch kommt es zu erhöhtem Verschleiß.

3. Waschstraße ohne Vorwäsche benutzen

Damit das Streusalz nicht das Fahrzeug angreift, sollte das Auto im Winter gelegentlich gewaschen werden. Wer dazu die Waschstraße nutzt, sollte eine Vorwäsche durchführen. Denn auf dem Lack hat sich eine Dreck-und-Salz-Kruste gebildet, die der Farbschicht kräftig zusetzt, wenn sie vor der Waschanlagenbenutzung mit dem ­Dampfstrahler nicht entfernt wird. Wichtig: immer ein Waschprogramm mit Unterbodenwäsche wählen.

4. Dichtungen nicht einfetten

Vergisst man, die Gummidichtungen an Türen und Klappen mit Silikon oder Hirschtalg zu schützen, sind Schäden wahrscheinlich. Denn dann frieren sie an und reißen, wenn Türen oder Klappen geöffnet werden. Besonders wichtig ist die Schutzschicht an den Dichtgummis rahmenloser Seitenscheiben.

5. Alte Batterie vor dem Winter nicht tauschen

Licht, Scheibenwischer, Gebläse, heizbare Heckscheibe und eine Sitz­heizung – im Winter müssen Batterie und Lichtmaschine Schwerstarbeit leisten. Gerade bei vielen Kurzstreckenfahrten kann es passieren, dass der Akku irgendwann in die Knie geht. Man sollte deshalb sparsam mit den elektrischen Verbrauchern im Auto umgehen. Ist die Batterie schon in die Jahre gekommen (älter als vier Jahre) oder in der Vergangenheit tiefentladen gewesen, kann sie mit einsetzendem Frost zusammenbrechen. Wer nicht bis zum ersten Ausfall warten will, kann den Akku in der Werkstatt testen lassen.

6. Frostschutz im Winter vergessen

Damit man im Winter den Durchblick behält, gehört ein Reiniger mit Frostschutzanteil in die Scheibenwaschanlage. Wer das unterlässt, riskiert nicht nur Schäden, sondern auch ein Bußgeld. Auch der Kühlerfrostschutz sollte nicht vernachlässigt werden. In der Regel reicht dieser bis minus 25 Grad Celsius. Das genügt bei uns, denn selbst wenn die Temperaturen noch tiefer sinken, braucht es seine Zeit, bis das Wasser im Kühlmittelkreislauf einfriert.

7. Mit einer dicken Jacke am Steuer sitzen

Wenn die Temperaturen sinken, steigen viele Autofahrer mit dicken Jacken in den Wagen. Das ist nicht gut, weil der Gurt nicht eng genug am Körper anliegt. Bei einem Unfall kann das schlimme Folgen haben. Außerdem schränken dicke Jacken die Bewegungsfreiheit ein. Vor Fahrtantritt sollte man die Jacke ausziehen.

8. Feuchtigkeit ins Auto tragen

Vor dem Einstieg ins Auto sollte man sich vom Schnee befreien, sonst kommt die Feuchtigkeit ins Fahrzeug. Doch ganz vermeidbar ist es nicht. Wer die Nässe ignoriert, riskiert von innen beschlagene Scheiben, Moder, Schimmel und Rost. Deshalb regelmäßig gut durchlüften und die Heizung stark aufdrehen. Die Klimaanlage entfeuchtet ebenfalls – jedoch nur solange die Außentemperatur nicht unter sechs Grad rutscht, denn da schalten viele Anlagen ab. Nehmen Sie nasse Fußmatten heraus und lassen diese trocknen. Generell ist es sinnvoll, im Winter auf Gummimatten umzusteigen.

Weitere DONT’s:

  • Zeitungen und Pappe eignen sich nicht zum abendlichen Abdecken der Front- und Heckscheibe. Sie werden feucht und kleben an der Scheibe fest.
  • Das Warmlaufenlassen des Motors an kalten Wintertagen ist nicht nur störend, umweltbelastend und schädlich für den Motor, sondern laut Paragraph 30 Absatz 1 der StVO sogar verboten.
  • Enteiser-Spray: Macht nur in Kombination mit einem Eiskratzer und bei einer dünnen Eisschicht Sinn. Denn die Scheiben verschmutzen und müssen nach gereinigt werden.
  • Niemals einen Heizlüfter ins Auto stellen, die Hitze wirkt im Fahrzeug nicht gleichmäßig. Plastikteile der Innenverkleidung können sich durch die Hitzeeinwirkung verformen – im schlimmsten Fall kann sogar ein Brand entstehen.

Das hilft: DO’s für kalte Tage

  • Abends immer die Scheibenwischer hochklappen, damit sie über Nacht nicht an der Scheibe festfrieren. Eisreste in den Wischerblättern lassen sich mit der Furche im dreieckigem Schaber entfernen.
  • Der richtige Eiskratzer spart Kraft und Zeit. Benutzen Sie ein ergonomisch geformtes Gerät (wie zum Beispiel den MID-IS) und setzen Sie dieses in einem optimalem Winkel von 30 Grad auf der Scheibe an.
  • Auch die richtige Kratztechnik ist entscheidend: Das Eis immer nur in eine Richtung abkratzen, damit der Schmutz nicht auf der Scheibe hin- und her gerieben wird und Kratzer verursacht.
  • Zusätzlich die Autoscheiben regelmäßig mit viel Wasser reinigen. Denn: Ob Autoscheiben beim Eis entfernen verkratzen, hängt vor allem davon ab, wie schmutzig sie sind.
  • Befreien Sie das gesamte Auto vom Schnee. Dazu gehören neben den Scheiben auch das Fahrzeugdach, die Radkappen, die Seitenspiegel, die Scheinwerfer und das Nummernschild.
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