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Top-Gebrauchtwagen: Nissan Patrol

Heavy Metal

18 Bilder

Es gibt Autos, die scheinen für die Ewigkeit gebaut. Wie der Nissan Patrol GR. Schwermetall auf Rädern. Den müsste man sprengen, um ihn klein zu bekommen. Seine Mechanik ist unzerstörbar, nur die Motoren sind zickig. Was Sie sonst noch wissen müssen, erfahren Sie hier.

29.05.2009 Powered by

Wenn Sie einen Geländewagen suchen, den Sie später einmal an Ihre Enkel vererben können, haben wir hier den richtigen Tipp: Der Nissan Patrol sieht so aus und fühlt sich so an, als habe man ihn im fernen Japan aus einem ziemlich großen Eisenklotz herausgefräst und vier Räder dran montiert. Kaum ein anderer Allradler vermittelt dieses Trutzburg-Feeling, wenn man erst mal im Kommandostand Platz genommen hat und über die weite Ebene der riesigen Motorhaube versucht, den Anfang des Autos zu erahnen.

Der Nissan Patrol GR ist rundum massiv

Am Patrol GR ist einfach alles groß, schwer, handfest. 1998 kommen die ersten Modelle der neuen GR-Generation in Deutschland auf den Markt. Die lösen einen noch kantigeren Vorgänger ab, der mit seinen üppigen Verbreiterungen nur außen ein Riese war – karosserieseitig basierte der erste GR noch auf dem Datsun Patrol von 1981. Das neue Dickschiff macht Schluss mit der drangvollen Enge.

Stramme fünf Meter Länge und 1,93 Meter Breite sind da unterwegs, dagegen sieht ein Mercedes G direkt zierlich aus. Den Vergleich ziehen wir nicht von ungefähr, denn beim Fahrgefühl sind sich diese beiden Hardcore-Geländegänger sehr ähnlich. Das liegt zum einen am jeweils stattlichen Gewicht (leer bringt der Patrol als Fünftürer 2,4 Tonnen auf die Waage), zum anderen resultiert es aus dem für extremste Belastungen ausgelegten Fahrwerk.

Im Gelände ist der Nissan Patrol König

Die schweren Starrachsen und langen Schraubenfedern des GR lassen den Bullen bei unziemlicher Raserei in alle Richtungen wanken. Doch dafür ist im Gelände gute Laune angesagt. Mit dem per Knopfdruck elektrisch entkoppelbaren Hinterachs-Stabi verschränkt der GR sensationell gut, ab der mittleren Ausstattungsreihe Comfort ist außerdem eine Hinterachs-Differenzialsperre serienmäßig.Schlaglöcher müssen schon die Dimension eines Kleinwagens haben, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Und nichts klappert.

Von 1998 bis 2000 kommt noch der alte Vorkammer-Turbodiesel zum Einsatz, der in der Grundkonstruktion aus dem Datsun Laurel von 1980 stammt. Dort erreicht der zahme 2,8-Liter-Motor biblische Laufleistungen, im schweren Patrol ist er – besonders im Hängerbetrieb oder auf der Autobahn – stets nah am Limit. Im GR der zweiten Generation wird deshalb die Thermik verbessert und ein Ladeluftkühler installiert, die Leistung steigt auf 130 PS.

Dennoch sind bei übermäßiger Beanspruchung Überhitzung und damit Zylinderkopfschäden nicht selten, hierauf ist beim Gebrauchtwagenkauf besonders zu achten. 2000 wird der Nachfolgemotor, ein Dreiliter-Vierzylinder-Direkteinspritzer , vorgestellt. Der ist zwar thermisch gesünder, hat allerdings zeitweise mit Problemen an der Einspritzanlage zu kämpfen. Ein genauer Motorcheck in einer Fachwerkstatt ist daher die wichtigste Voraussetzung beim Kauf.

Wichtig: Euro-Einstufung checken

Weiterhin sollte darauf geachtet werden, dass der GR – per Nachrüstung seitens des Vorbesitzers oder nach Baujahr – bereits die Euro-2-Norm erfüllt, sonst schlägt das Finanzamt brutal zu. Oberland Mangold bietet derzeit für den Patrol GR noch einen Nachrüst-Kat mit ABE an.

Beide Motoren sind eher gemütliche Gesellen, der Dreiliter kann seinen Vorteil von über 100 Newtonmeter mehr im Alltag nur beim Durchzug ausspielen. Schnellfahrer werden mit den unabhängig vom verbauten Motor maximalen 155 km/h nicht glücklich, doch für mehr ist der Patrol einfach nicht gedacht.

Eine klare Empfehlung gibt es für die Vierstufen-Automatik: Die macht das Fahren zwar nochmals gemütlicher, ist aber weniger defektanfällig als das zuweilen kapriziöse Schaltgetriebe und hat einen entscheidenden Vorteil für Gebrauchtwagenkäufer: Mit ihr darf der GR nur 2,5 Tonnen ziehen, mit Schaltgetriebe ist es eine Tonne mehr. Solche Automatik-Patrol sind also höchstwahrscheinlich von hartem Hängerbetrieb verschont geblieben – anders als viele Schalter.

Karosserie-Check

Da muss man sich nicht groß drum kümmern: Die Rostvorsorge beim Patrol GR II ist um Welten besser als bei seinen Vorgängern. Durchrostungen sind so gut wie nie zu finden, lediglich an den Schwellern sollte man – speziell bei montierten Trittbrettern, die im Laufe der Zeit Feuchtigkeit und Schmutz sammeln – genauer hinsehen.

Technik-Check

Besonders beim Sechszylinder (1998 bis 2000) ist ein umfangreicher Motorcheck vor dem Kauf Pflicht, um den Zustand von Kopf und Kopfdichtung zu ergründen. Der Sechszylinder braucht eine gesunde Batterie mit ausreichend Leistung, sonst drohen Startschwierigkeiten. Beim Dreiliter-Vierzylinder gab es im ersten Baujahr Probleme mit der Ölversorgung, Nissan tauschte per Rückruf den kompletten Motor – Historie prüfen! Das Schaltgetriebe nimmt Überbeanspruchung übel, es muss sich hakelfrei schalten lassen und geräuschlos arbeiten. Die Komfort-Elektrik ist problemfrei. Die Grundkonstruktion des Patrol ist extrem robust. Am schweren Leiterrahmen hängen sehr massive Starrachsen an langhubigen Schraubenfedern – das Fahrgestell ist für die Ewigkeit gemacht. Bei der zweiten Generation GR ab 1998 stimmt auch die Rostvorsorge.

Ersatzteile

Selbst Originalteile beim Vertragshändler sind im Verhältnis recht günstig, bei anderen japanischen Modellen zahlt man deutlich mehr. Auf dem freien Markt sind Verschleißteile wie Auspuff oder Bremsteile noch preiswerter, in diesem Fall kann man aber auch getrost zur sicheren und etwas teureren Originalware greifen. Karosserieteile sind zum Teil relativ teuer (z. B. Scheinwerfer rund 300 Euro), weshalb unfallgeschädigte Gebrauchtwagen genau kalkuliert werden müssen. Für eine umfangreiche Zylinderkopfreparatur am Sechszylinder sollten inklusive Arbeitsleistung in der Fachwerkstatt mindestens 1500 Euro eingeplant werden. Das Angebot an gebrauchten Komplettsystemen wie Getriebe oder Motor über Verwerter oder Privatanbieter ist eher gering.

Preisspanne

EZ 03/1998, 170.000 km Sechszylinder der ersten Baureihe bekommt man bereits ab 5000 Euro, muss aber genau hinsehen!
EZ 05/2003, 50.000 km Ein Patrol GR mit Automatik und wenig Kilometern aus erster Hand ist ab 13.000 Euro zu haben.

Antriebstechnik

Der Patrol GR hat einen zuschaltbaren Allradantrieb. An der Vorderachse sind Freilaufnaben montiert (Funktion prüfen!), die im Bedarfsfall auch das vorsichtige Rangieren in der Untersetzung mit Hinterradantrieb ermöglichen – speziell bei schweren Hängern hilfreich. Die Naben werden mit dem Radmutternschlüssel verriegelt.

Technische Daten
Nissan Patrol GRNissan Patrol GR 3.0 Di
Grundpreis29.908 €32.790 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4965 x 1840 x 1855 mm4965 x 1840 x 1855 mm
KofferraumvolumenVDA303 bis 2287 L607 bis 1998 L
Hubraum / Motor2826 cm³ / 6-Zylinder2953 cm³ / 4-Zylinder
Leistung96 kW / 130 PS (252 Nm)116 kW / 158 PS (354 Nm)
Höchstgeschwindigkeit155 km/h160 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h18,4 s15,4 s
Verbrauch11,9 L/100 km10,8 L/100 km
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