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Top Marques Monaco

Rückkehr eines Fürsten-Lamborghini

Lamborghini Espada Top Marques Monaco Foto: Markus Stier 17 Bilder

Im Mai 1969 drehte die monegassische Fürstenfamilie in einem blauen Lamborghini eine Ehrenrunde über die hauseigene Grand-Prix-Strecke. Im April 2014 ist der Espada dank einem deutschen Unternehmer wieder da.

22.04.2014 Markus Stier Powered by

Bei der Kelterei Carbon Champagne war man ganz aus dem Häuschen. "Stellen Sie sich vor, der Fürst hat mit einer unserer Flaschen für ein Foto posiert. So was macht er sonst nie", sagt der Marketing-Chef begeistert. Dass Albert II von Monaco beim Besuch auf der Messe Top Marques Monaco in ungewohnter Geber-Laune war, mag aber einen anderen Grund haben als seine Vorliebe für erlesene Schaumweine in Kohlefaser-Flaschen. Was den Fürsten wirklich an den Stand zog, war eine Erinnerung aus seiner Kindheit. Dieses leuchtende Himmelblau mit all dem Glimmer hatte er schon mal gesehen.

Zurück aus den USA

Es war der 18. Mai, Tag des Großen Preises von Monaco 1969. Prinz Albert trug einen strahlend weißen Anzug, sein Vater wie fast immer schwarz. Mit Fürstin Gracia Patrizia stieg er in diesen Lamborghini Espada ein und ließ sich vom Papa um den Formel-1-Kurs chauffieren.
 
Der Espada, Serie 1, ist ein rares Exemplar. Nur 186 Stück wurden gebaut, und das Exemplar mit der Chassis-Nummer 7.293 war ein ganz besonderes. Ein Novum war das Metallic-Blau, das mit 15 Klarlackschichten überzogen war und das große Panorama-Dach aus Plexiglas. Franklin S. Davis, ein amerikanischer Unternehmer aus Boston sah das Auto im Fernsehen. Knapp siebeneinhalb Minuten war der lang gestreckte Zwölfzylinder in der Übertragung des Grand Prix zu sehen. Davis war fasziniert und kaufte den Espada, stellte ihn in den USA aus. Chassis 7.293 bekam einen großen Artikel im Boston Globe.
 
Dietmar Götz nahm vor acht Jahren die Witterung auf. Das Auto, mittlerweile in den Händen eines kalifornischen Sammlers, fiel dem Deutschen auf der Show in Pebble Beach auf. Das Leder war zerschlissen, der Klarlack abgestumpft mit einem Grauschleier, aber schön genug, um sich zu verlieben, war er schon immer. Der gelernte Stukkateur Götz verdient sein Geld eigentlich mit dem Konservieren von Oldtimern. Seine Firma Klima Lounge stellte ihre temperierten Garagen erstmals auf der Messe in Monaco vor.

Prinz Albert kommt zur Sitzprobe

Götz trug bei der Ankunft in Monaco ein Lamborghini-T-Shirt, aber eigentlich hat er innerlich das Wappen mit dem Stier längst auf der Brust tätowiert. In seiner Sammlung finden sich allein drei schwarze Modelle des Countach, eines davon ist ein nur zwei Mal gebauter Turbo-Prototyp.
 
Das blaue Einzelstück bekam vor dem Auftritt in Monte Carlo einen komplett neuen Lederbezug, der Klarlack kam runter und wurde in 15 Schichten erneuert. Den Motor ließ Götz innen und außen überholen. Dass der V12 kerngesund ist, demonstrierte er auf ein paar eigenen Ehrenrunden über den Grand-Prix-Kurs. Den Kofferraum funktionierte Götz in einen Schrein um. Neben monegassischen Flaggen fand sich auch ein 1:43-Modell seines Schätzchens, ein Original-Programmheft des Grand Prix von 1969 und natürlich ein Portrait des damaligen Fürstenpaars.
 
Der aktuelle Fürst war beeindruckt. Albert II ließ sich zur Sitzprobe laden, mit 56 durfte er dieses Mal auch auf dem Fahrersitz Platz nehmen. Zum Dank an die wiederauferstandene Erinnerung signierte der Technik- und Sportfan den Lambo auf der Mittelkonsole, was dem Wert des Einzelstücks sicher keinen Abbruch tut. Über den Preis, den Dietmar Götz für den Espada bezahlt hat, möchte er ungern reden. "Sagen wir es so: Ich wollte ihn unbedingt haben."

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