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Toro Rosso

Bourdais Chancen gestiegen

Foto: Red Bull 7 Bilder

Sebastien Bourdais hat nach seinen guten Testergebnissen vergangene Woche in Spa-Francorchamps die besten Chancen, 2008 für Toro Rosso zu fahren.

16.07.2007 Michael Schmidt Powered by

Das Formel 1-Cockpit ist zum Greifen nah. Am 31. Juni muss sich Toro Rosso entscheiden. Dann läuft die Option auf den 28-jährigen Franzosen aus. "Meine Stimme hat er", bekräftigt Gerhard Berger, dem 50 Prozent des Red Bull-Juniorteams gehören. "Bourdais hat alles richtig gemacht, und das geliefert, was wir von ihm erwartet haben."

Trotz Erfolgen kein Formel 1-Cockpit

Die Formel 1 und Bourdais, das ist eine unendliche Geschichte. Kein Fahrer hat so viele Meistertitel in Monoposto-Serien gewonnen wie Bourdais und ist immer noch ohne Formel 1-Start. 1999 wurde der Brillenträger aus der Rennstadt LeMans französischer Formel 3-Meister. 2002 gewann er die Formel 3000-Europameisterschaft. Seit 2004 dominiert Bourdais die ChampCar-Serie wie kein Fahrer zuvor.

Dreimal hintereinander wurde der Franzose für sein Newman-Haas-Team Meister. Und träumte all die Jahre von der Formel 1. Zweimal hätte er die Möglichkeit gehabt, sich langfristig an Flavio Briatores Fahrerpool zu binden, doch Bourdais wollte sich nicht mit Haut und Haaren an den Renault-Teamchef verkaufen.

Speed und Talent vorhanden

Eigentlich war die Formel 1 bereits ein abgehaktes Kapitel, bis Nicolas Todt das Management übernahm. Der Sohn des Ferrari-Chefs kurbelte die Karriere des 26-fachen ChampCar-Siegers wieder neu an. Im Dezember 2006 durfte Bourdais in Jerez erstmals im Toro Rosso testen. "Er war auf Anhieb so schnell wie unsere Fahrer Scott Speed und Vitantonio Liuzzi, und er hat nicht einen Fehler gemacht", erinnert sich Teamchef Franz Tost. Ein weiterer Test im Mai in Paul Ricard bestätigte den guten ersten Eindruck.

Letzte Woche konnte Bourdais an zwei aufeinanderfolgenden Tagen (11.7. und 12.7.) in Spa testen. Obwohl er eben erst vom ChampCar-Rennen in Toronto angereist war, drehte Bourdais insgesamt 144 Runden und erzielte auf der schwierigsten Strecke im Formel 1-Kalender eine respektable Zeit von 1.48,585. Er war damit eine halbe Sekunde schneller als Stammpilot Vitantonio Liuzzi. Auch im Vergleich zur Konkurrenz konnte sich die Zeit sehen lassen. Sie lag auf dem Niveau der besten Zeiten von Jarno Trulli und Alexander Wurz. Mark Webber im Red Bull war zwar neun Zehntel schneller, jedoch mit deutlich weniger Benzin an Bord.

Faktor Erfahrung

Jetzt muss Sebastien Bourdais nur noch eine Hürde überspringen. Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz muss der Verpflichtung noch zustimmen. Berger plädiert für Bourdais auch deshalb, weil er 2008 ein Cockpit mit einem erfahrenen Piloten besetzen will. Die beiden aktuellen Fahrer bringen die Teamleitung mit ihren Fehlern zur Verzweiflung. Sechs der 13 Ausfälle von Toro Rosso sind auf Unfälle zurückzuführen. Kein anderes Fahrerduo hat eine derartig schlechte Bilanz.

Trotz eindringlicher Ermahnungen an Liuzzi und Speed scheint jeder gute Rat vergebens. Speed zum Beispiel behauptete in einem Interview mit einer amerikanischen Website, dass er so gut wie Lewis Hamilton sei und dass ihm nur das Auto fehle, dies zu zeigen. Da ist Berger ein Kämpfer wie Bourdais schon lieber: "Was der in seiner Karriere schon alles durchgemacht hat, nur um in die Formel 1 zu kommen, zeigt mir, dass er die richtige Einstellung zu seinem Job hat."

Weitere Kandidaten auf der Liste

Nicht nur Bourdais steht auf dem Wunschzettel des Tirolers. Auch Ralf Schumacher und Sebastian Vettel gehören laut Berger zum erweiterten Kreis der Kandidaten auf ein 2008er Cockpit. "Ein Mann mit Erfahrung täte uns gut", gibt Berger zu. Da müsse man auch im Auge behalten, was mit Giancarlo Fisichella passiert, sollte der Römer im nächsten Jahr sein Renault-Cockpit an Nelson Piquet junior verlieren.

Zu Vettel meint der zehnfache GP-Sieger Berger: "Der Junge gefällt mir. Er hat Hirn und die richtige Berufsauffassung. Das ist schon mal die halbe Miete. Wie schnell er wirklich ist, müssten ein paar Rennen am Stück zeigen. Es ist schwer, von nur einem Renneinsatz auf seinen Speed zu schließen." Vettel hatte beim GP USA den gesperrten Robert Kubica im BMW-Sauber vertreten. Bergers Hinweis deutet möglicherweise darauf hin, dass der 20-jährige Heppenheimer noch in dieser Saison zu Probeeinsätzen bei ToroRosso kommt. Weder Liuzzi noch Speed haben eine Fahrgarantie bis zum Saisonende.

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