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Toro Rosso

Bourdais muss warten

Foto: Red Bull

Trotz Formel 1-Vertrag muss sich Sebastien Bourdais noch etwas gedulden. Die Hoffnung, dass der dreifache ChampCar-Meister schon vor Ablauf seines Newman-Haas-Vertrages (2.12.) zu vier Renn-Einsätzen bei Toro Rosso kommt, wird immer kleiner.

20.08.2007 Michael Schmidt Powered by

Toro Rosso-Mitbesitzer Gerhard Berger rät davon ab: "Das würde in der jetzigen Situation noch mehr Unruhe in das Team bringen. Wir müssen uns jetzt erst einmal wieder konsolidieren." Das heißt für Vitantonio Liuzzi: Er kann die Saison zu Ende fahren. Wenn er sich nicht noch weitere grobe Schnitzer leistet. Der Italiener war in dieser Saison bereits vier Mal durch einen Unfall ausgeschieden.

Erfolgloser Talentscout

In der Red Bull-Familie ist der Transfer von Bourdais nicht unumstritten. Besonders Fahrervertreter Helmut Marko macht weiter Politik gegen den Neueinkauf. Bourdais ist ein Einkauf von außen, er zählt nicht zu dem Red Bull-Nachwuchskader, den Firmengründer Dietrich Mateschitz jährlich mit einem zweistelligen Millionensumme alimentiert. Der Rauswurf von Scott Speed und Vitantonio Liuzzi stellt Markos Aufgabe als Talentscout des Teams in Frage. Der frühere Rennfahrer hat bis heute keinen Top-Piloten gefunden.

Egal ob Kimi Räikkönen, Fernando Alonso, Lewis Hamilton, Felipe Massa oder Robert Kubica: Keiner der heutigen Superstars war je Mitglied im Red Bull-Kader. Deshalb lässt Marko intern kundtun, dass Liuzzi und Speed nicht so schlecht sind, wie es Toro Rosso nach außen hin darstellt. Welche Brille hat Marko da aufgesetzt? Liuzzi und Speed hatten zwei Jahre lang genügend Chancen, doch sie haben sie ungenutzt verstreichen lassen.

Vettel mit Engagement und Speed

Den beiden in Ungnade gefallenen Toro Rosso-Piloten fehlte das Rüstzeug zum kompletten Rennfahrer. Deshalb ist Berger froh, dass er noch während der Saison Speed gegen Sebastian Vettel ausgetauscht hat. "Vettel ruft jeden Tag in der Fabrik an und am Montag nach dem GP Ungarn stand er in Faenza auf der Matte. So etwas wäre Speed nie eingefallen." Vettel beeindruckte bei seinem Toro Rosso-Debüt am Hungaroring nicht nur dadurch, dass er auf Anhieb Liuzzis Zeiten fuhr, sondern auch durch seine Reifen schonende Fahrweise.

Berger: "Er war einer der wenigen, der den superweichen Reifen im Training ohne Körnen über die erste Runde gebracht hat." Mit Bourdais und Vettel habe er exakt die richtige Mischung aus Erfahrung und Jugend, freut sich Berger. "Wir wollen da unten raus aus dem Tabellenkeller. Das geht nur mit anderen Fahrern, als die, die wir hatten." Weil Bourdais vermutlich erst wieder nach der Saison testen kann, schaut Berger jetzt viel fern. Die Übertragungen der ChampCar-Rennen sind Pflicht.

Bourdais bringt Erfahrung ins Team

Zuletzt sah er den souveränen Sieg seines künftigen Fahrers in Elkhart Lake. Der Österreicher schwärmt: "Bourdais hat alles, was ein Rennfahrer braucht." Brian Lisles, Teammanager des Newman-Haas-Team pflichtet bei: "Sebastien hat Talent, Speed, Erfahrung und einen breiten Horizont. Er ist praktisch alle Rennwagen-Kategorien gefahren, die es gibt. Er weiß, wie man aus einem Rennauto das Beste rausholt. Und er ist mental stark. Wenn am Anfang des Rennens mal etwas schief läuft, oder er einen Fehler macht, dann lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen."

Mit der Verpflichtung von Bourdais zerschlug sich für Ralf Schumacher eine Alternative zu Toyota. Der Wahl-Salzburger war darüber nicht glücklich: "Da wurden bestimmte Zusagen nicht eingehalten." Berger widerspricht: "Wir haben mit Ralf Gespräche geführt, aber es gab nie ein konkretes Angebot. Ralf ist bei einem großen Team wie Toyota besser aufgehoben als bei uns, mal abgesehen davon, dass wir uns einen Fahrer seiner Preisklasse gar nicht leisten könnten. Aber für einen ehemaligen Grand Prix-Sieger wie Ralf wäre es auch schwierig geworden, mit Toro Rosso wieder ganz unten anzufangen."

In der weiteren Wahl stand auch Nelson Piquet junior. "Wahrscheinlich so schnell wie Vettel, mit ungefähr der gleichen Formel 1-Erfahrung, auch wenn er bis heute noch keinen Grand Prix gefahren ist. Bourdais ist für uns trotzdem die beste Lösung. Er hat alles im Motorsport erlebt bis auf die Formel 1."

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