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Toro Rosso

Protest abgewendet, Fahndung nach Werksspion

Foto: dpa

Die Rennkommissare wiesen den Protest des Spyker-Teams gegen Toro Rosso ab. Spyker-Chef Colin Kolles bleibt nun nur noch der Gang vor ein Zivilgericht. Bei Toro Rosso sucht man nach einem Maulwurf.

06.04.2007 Powered by

Bis zum Freitagmorgen (6.4.) ließen sich die Rennkommissare in Sepang mit ihrer Entscheidung Zeit, dann verkündeten sie, dass der Protest des Spyker-Teams gegen die Teilnahme der Toro Rosso nicht zulässig sei. DieStewards betrachteten sich in der Kundenauto-Affäre als "nicht zuständig".

Zudem ließen sie Spyker-Teamchef Colin Kolles wissen, dass er auch bei weiteren Protesten gleicher Art mit der gleichen Entscheidung rechnen müsse. Da der Protest gar nicht erst zugelassen wurde, bleibt Spyker auch  der Weg in die Berufung verwehrt. Colin Kolles hatte gehofft, in diesem Fall ein vorläufiges Startverbot für die Toro Rosso zu erwirken.

Erbeutete Beweise

Spyker hatte den Regelwächtern am Donnerstag (5.4.) Konstruktionszeichnungen des Toro Rosso STR2 vorgelegt, die bewiesen, dass beispielsweise der Metallstifft, der den vorderen Teil des Unterbodens mit dem Chassis verbindet, mit der Konstruktion des Red Bull RB3 identisch ist.

DieGleichheit der Teile mit den Nummern TR2-BO8041 undTR2-BO80433-01bestreitet bei Toro Rosso indes niemand. TeameignerGerhard Bergerwunderte sich nur, wie Spyker in den Besitz vonKonstruktionsplänenseines Teams gelangte. Bei Toro Rosso wähnt maneinen Maulwurf in deneigenen Reihen.

Gerhard Berger: "Frustrierend"

Ansonsten bliebt Berger gelassen: "Es ist völlig in Ordnung, wenn man unterschiedlicher Meinung ist, was ich nur nicht verstehe ist, dassKolles die Entscheidung der FIA nicht akzeptiert. Das ist frustrierend."

Das Spyker-Team will nach dem abgewiesenen Protest nun vor das internationale Handelsgericht in Lausanne ziehen, wo Colin Kolles unter dem Aktenzeichen 14902/FM bereits ein Verfahren eingeleitet hat. Allerdings kann sich ein solcher Prozess bis zu eineinhalb Jahre hinziehen. Kolles geht es um mehrere Millionen Dollar aus dem Preisgeldtopf.

Firma ist nicht gleich Firma

Während man bei Toro Rosso argumentiert, die Gleichheit von Teilen sei völlig inOrdnung, wenn diese nicht bei einem anderen Team abgekupfert,sondern einer dritten Partei entwickelt worden seien. Kolles verweist dagegen auf den Schriftzug "Red Bull Racing" auf den erbeuteten Konstruktionszeichnungen von Toro Rosso.

Die Namensgebung im Konzern von Dietrich Mateschitz ist tatsächlich verwirrend. Die Entwicklungsfirma für beide Rennställe hieß Red BullRacing, doch diese wurde aus steuerlichen Gründen zum Jahresbeginn 2007 in Red Bull Technology umbenannt. Dafür heißt aber das Rennteam "Red Bull Racing Ltd." Die Zeichnungen stammen aber noch aus dem Jahr 2006. Gerhard Berger winkt ab: "Das ist eine reine Formalie."

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