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Toro Rosso

Vettel wartet auf Freigabe von BMW

Foto: Daniel Reinhard 50 Bilder

Die Zukunft von Sebastian Vettel entscheidet sich in den nächsten Tagen. Würde BMW seinen Junior freigeben, könnte Vettel bereits am 5. August beim Grand Prix von Ungarn an Stelle von Scott Speed im Toro Rosso sitzen.

23.07.2007 Michael Schmidt Powered by

Dafür müsste die Freigabe in den nächsten zwei Tagen erteilt werden. Dann könnte Vettel am Donnerstag noch einen Testtag für Toro Rosso in Mugello abspulen. Toro Rosso-Mitbesitzer Gerhard Berger bestätigt: "Vettel ist eine sinnvolle Alternative für uns, aber er braucht einen Test, bevor er bei uns ein Rennen fährt. Es würde keinen Sinn machen, ihn ins kalte Wasser zu werfen." Laut Berger ist der Fall Vettel im Augeblick völlig offen: "Es kann ganz schnell, aber auch langsam gehen."

Schnelle Entscheidung gefragt

Wenn Vettel diese Woche nicht testen kann, wäre auch der Start in Istanbul fraglich, denn nach dem Rennen von Budapest gibt es eine vierwöchige Testpause. BMW zögert mit der Freigabe noch, weil man selbst seine Karten für 2008 noch sortiert. Wenn man Vettel zu Toro Rosso ziehen lässt, muss die Testfahrerfrage für nächstes Jahr geklärt sein. Timo Glock wäre der Wunschkandidat, doch der aktuelle Spitzenreiter der GP2-Serie spricht noch mit Toyota und Williams. Entscheidet sich Glock für den Testfahrerjob bei BMW, wäre für Vettel der Weg frei zu einem Zweijahres-Vertrag bei Toro Rosso.

Der Deutsche gehört schon länger zur Familie. Vettel ist Mitglied des Red Bull-Nachwuchskaders. Vettels Formel 1-Karriere begann im letzten Jahr als Freitags-Testpilot für BMW. Da überraschte der Blondschopf mit Bestzeiten in Istanbul und Monza. In diesem Jahr war der Beatles-Fan als Ersatzpilot bei BMW-Sauber angestellt. Als Robert Kubica nach seinem Montreal-Crash in Indianapolis pausieren musste, kam Vettel zu seinem GP-Debüt. Er holte als Achter auf Anhieb einen WM-Punkt.

In letzter Zeit kam Vettel jedoch kaum noch zum Fahren, denn die seit Saisonbeginn geltenden Testrestriktionen haben zur Folge, dass praktisch nur noch die Stammpiloten zum Einsatz kommen. Vor der Saison spulte Vettel 2.167 Kilometer ab, doch seitdem saß er mit der Ausnahme Indianapolis nicht mehr im Auto. Parallel zu seinen Verpflichtungen für BMW fuhr Vettel zuletzt in der Renault-Weltserie, die er mit 23 Punkten Vorsprung anführt.

Toro Rosso-Fahrer in der Kritik

Vettel würde bei Toro Rosso den enttäuschenden Scott Speed ablösen. Der US-Boy und sein italienischer Teamkollege Vitantionio Liuzzi stehen schon seit Wochen intern unter Kritik. Zuviele Fehler, zu langsam in den entscheidenden Momenten. Teamchef Franz Tost schüttelt den Kopf: "In den freien Trainingssitzungen schaffen sie anständige Rundenzeiten, doch je näher die Qualifikation rückt, umso langsamer werden sie." Am Nürburgring schieden beide Toro Rosso-Piloten wieder einmal durch Unfall aus. Für Speed und Liuzzi war anfangs der dritten Runde im Kiesbett der ersten Kurve Endstation. Und das in einem Rennen, in dem Punkte auf der Straße lagen.

Die erneute Pleite machte das Maß voll. Das Team brachte nach dem Rennen eine einzeilige Pressemitteilung heraus: "Wir haben nichts zu sagen". Gerhard Berger relativierte am Montag: "Es waren extrem schwierige Bedingungen am Nürburgring. Da können Unfälle passieren. Wir hätten auch nichts gesagt, hätten unsere beiden Fahrer vorher nicht schon ihr Unfallkonto überzogen. Wir waren wieder mal das einzige Team, das beide Autos durch Unfälle verloren hat. Das ist unakzeptabel."

Liuzzi sucht nach Ausreden

Auch Liuzzis Platz wackelt. Der Italiener versuchte seinen Crash an der Boxenausfahrt wie schon in Montreal auf ein technisches Gebrechen zu schieben. Angeblich funktionierte die Servolenkung nicht. Dazu Berger: "Wir haben die Lenkung vermessen. Die war völlig in Ordnung. Tonio hat an der Boxenausfahrt den Tempomat losgelassen und stand voll auf dem Gas. Plötzlich setzte die Power ein, und das war für das viele Wasser zu schnell."

Am 31. Juli entscheidet sich, ob die Besitzer Dietrich Mateschitz und Gerhard Berger die Option auf Sebastien Bourdais einlösen. Der dreifache Champ Car-Meister ist der Wunschpilot von Gerhard Berger. Als Alternative stehen auch Ralf Schumacher und Giancarlo Fisichella auf der Liste. Berger möchte neben Youngster Vettel einen erfahrenen Piloten im Cockpit haben. "Ein junges Team wie unseres braucht einen erfahrenen Mann im Auto."

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