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Totwinkel-Assistent

Assistenzsysteme sollen Unfälle vermeiden

Toter Winkel Foto: press-inform 20 Bilder

Moderne Assistenzsysteme sollen dem gefürchteten Toten Winkel den Schrecken nehmen. Bislang sind sie vor allem als Option in den oberen Fahrzeugklassen der Premiumhersteller. Doch nach und nach zieht der nützliche - aber noch längst nicht perfekte Totwinkel-Assistent  in die unteren Segmente ein.

15.03.2010

Innenspiegel-, Außenspiegel-, Schulterblick - wie wichtig sorgfältige Umschau ist, um ein Fahrzeug sicher durchs komplexe Verkehrsgeschehen zu manövrieren, wird jedem Fahrschüler ab dem ersten Tag am Steuer regelrecht eingeimpft. Trotzdem ereignen sich allein auf Deutschlands Straßen Jahr für Jahr mehr als 9.500 schwere Unfälle, die auf mangelnde Umsicht beim Fahrstreifenwechsel zurückzuführen sind. Schuld daran, meinem Experten, sei all zu oft  der "Tote Winkel", jener uneinsehbare Fleck schräg hinter dem eigenen Fahrzeug, aus dem eine potenzielle Unfallquelle wie aus dem Nichts auftauchen kann. 

Volvo ist der Vorreiter in Sachen Totwinkel-Assistent

Vor allem bei schnellen Autobahnfahrten ergeben sich brandgefährliche Situationen, weil einer den anderen ganz einfach übersieht. Geschliffene Außenspiegel erweitern zwar das Sichtfeld des Fahrers, haben das Problem aber auch nicht befriedigend gelöst. Deshalb versuchen Hersteller seit längerem, dem "Toten Winkel" mit Kamera- oder Radar gestützten Assistenzsystemen zu Leibe zu rücken. Als Vorreiter konnte sich Volvo profilieren.

Die Schweden haben ihr "Blind Spot Information System" - kurz BLIS - bereits 2001 auf dem Genfer Autosalon an einem viel beachteten Safety Concept Car vorgestellt. BLIS bedient sich zweier Digitalkameras, die Volvos Ingenieure in den beiden Außenspiegel-Gehäusen in Stellung gebracht haben.  Mit einer Frequenz von 25 Bildern pro Sekunde erfassen die Kameras auf beiden Seiten des Autos ein Areal von drei Metern Breite und 9,5 Metern Länge.

Bei Nebel und Schneegestöber schaltet sich der Totwinkel-Assistent aus

Wenn ein anderes Fahrzeug in den Bereich eindringt oder sich bereits im kritischen Umfeld bewegt, wird der Fahrer durch eine Leuchtanzeige im Außenspiegel gewarnt. Das Assistenzsystem arbeitet im Infrarot-Frequenzbereich und ist somit bei Tag und Nacht gleichermaßen funktionstüchtig. Mit dichtem Nebel und Schneegestöber hat es allerdings ein Problem. Bewegte Objekte können nicht mehr erkannt werden. Das System schaltet sich ab. Über die Deaktivierung der Hilfe wird der Fahrer immerhin informiert. Der weit größere Nachteil ist, dass BLIS zwar auf Autos, LKW und Motorräder reagiert, nicht aber auf Mopeds, Fahrräder oder Fußgänger. Kunden von Volvo S60 und V70 konnten sich bereits 2005 für BLIS entscheiden. Inzwischen ist das Sicherheitsfeature - samt elektronisch einklappbaren Außenspiegeln - auch für S40, S60, V50 und C30 zu haben. Kostenpunkt: 920 Euro.

Audi bietet Totwinkel-Assistent mit zwei 24-Gigahertz-Radarsensoren

Bei den größeren Schwedenautos S80 und V70 ist der Assistent lediglich in Kombination mit weiteren Extras in einem gut 2.000 Euro teuren Paket zu haben. Audi widmet sich dem Problem "Toter Winkel" ebenfalls seit geraumer Zeit. Anders als die Schweden setzen die Ingolstädter dabei jedoch nicht auf Kameras, sondern auf zwei 24-Gigahertz-Radarsensoren, die in der hinteren Stoßstange untergebracht sind. Die Sensoren scannen den kritischen Bereichen auf beiden Fahrzeugseiten und melden bewegte Objekte ebenfalls per Leuchtsymbol auf der Außenspiegelfläche. Wenn der Fahrer die Warnung ignoriert, also trotz Warnung den Blinker setzt, reagiert "Side Assist" mit praktisch unübersehbaren Blinksignalen. Unfehlbar ist allerdings auch das Totwinkel-Monitoring durch die Radarsensoren nicht. Denn bei stärker gekrümmten Kurven setzt die Überwachung aus. Audi hatte den Spurwechselassistenten zuerst für das Luxus-SUV Q7 im Angebot. Inzwischen kann er auch für Q5, A4, A5 und A6 geordert werden. Zwischen 500 und 600 Euro müssen Kunden dafür investieren.

Totwinkel-Assistent oft nur im teuren Paket erhältlich

Das Flaggschiff Audi A8 kommt auf Wunsch natürlich auch mit "Side Assist" daher. Aber auch hier muss man sich dann gleich für einen breiten Verbund von technischen Helfern entscheiden, der einem 3.570 Euro Wert sein muss. Mercedes hat seinen Totwinkel-Assistenten, der nach dem gleichen Prinzip ebenfalls mit Nahbereich-Radarsensoren arbeitet, erstmals 2007 in der S-Klasse vorgestellt. Die warnenden Leuchtsignale werden hier bei drohendem Fahrer-Fehlverhalten durch akustischen Alarm und ein vibrierendes Lenkrad verstärkt. Inzwischen steht das Sicherheitsfeature auch für die Mercedes E-Klasse bereit und kann im Doppelpack mit dem Spurhalte-Assistenten für knapp 900 Euro bestellt werden. In der Mercedes S-Klasse gibt auch nur die große Lösung - allerhand Assistenz im zweieinhalbtausend Euro teuren Paket.

Bei Mazda gibt es den Spurwechselassistenten schon in der Kompaktklasse

BMW bietet den vom Zulieferer Hella entwickelten Radarsensoren-Spurwechselassistenten seit einigen Jahren für den BMW 7er an. Das Extra, das sich die Bayern mit 620 Euro bezahlen lassen, ist inzwischen aber auch für die neue BMW 5er-Limousine zu haben. Als höchste Warnstufe vibriert auch hier das Steuerrad. Ein aktives Eingreifen des Assistenten werde es auch in absehbarer Zeit nicht geben. "Die Verantwortung in dieser Situation soll beim Fahrer bleiben", heißt es bei BMW. Ein vom Auto selbstständig eingeleitetes Bremsmanöver könne in dieser Fahrsituation durchaus kontraproduktiv sein. Mazda stattet als erster Hersteller auch Kompaktklässler mit der Spurwechselwarnung aus. RVM (Rear Vehicle Monitoring) heißt das System bei den Japanern. Es arbeitet ebenfalls mit Radarsensoren, die einen Bereich von bis zu 50 Meter hinter dem Fahrzeug abdecken und durch optische und akustische Signale auf Gefahren hinweisen.

In den exklusiveren Ausstattungsvarianten des Mazda 3 ist RVM Serie. Das Gleiche gilt für den CX-7 und für den Mazda 6. Mazdas 6er-Kunden können die Option aber auch bei schlichterer Ausstattung bestellen -  nicht "solo", sondern mit anderen Extras. Ford wird seinen Kunden in Europa das "Blind Spot Information System" noch in diesem Jahr anbieten. Den Anfang machen S-Max und Galaxy. Wenn im kommenden Jahr der neue Focus an den Start geht, wird er auf Wunsch auch mit Radarsensor-Überwachungsfunktion zu haben sein.

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