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Tour: Botswana

Im Reich der wilden Tiere

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Sand, Staub, sengende Sonne. Doch Botswana bietet mehr als nur fahrerische Herausforderungen: Die atemberaubende Tierwelt sucht ihresgleichen. Mit Land Rovern ging's quer durch den afrikanischen Staat – durch den Moremi-Wildpark und durch das Okawango-Delta.

13.10.2008 Powered by

Zehn Stunden auf den feinsandigen Pisten des Moremi-Wildparks im Nordwesten Botswanas zehren an den Kräften. Das Antilopenfleisch vom Grill ist verspeist, das Lagerfeuer knistert gemütlich unter dem klaren Sternenhimmel. Nun wollen die Besatzungen der sieben ­Geländewagen nur noch in die Dachzelte, schließlich müssen sie morgen vor Sonnenaufgang wieder raus. Plötzlich zerreißt ein Ruf die Stille: „Leute, hier ist ein großes Tier. Es beobachtet mich.“ Fotograf Craig ­Pusey steht wie versteinert im Dunkeln außerhalb der Wagenburg, nur bewaffnet mit Taschenlampe und Zahnbürste. Als die Teilnehmer der Land Rover Experience darauf mit Scherzen reagieren, wird sein Rufen eindringlicher. „Ernsthaft. Es ist groß, es beobachtet mich, und es ist sehr nah.“ Spätestens jetzt dämmert der Truppe, dass dies keine ­lustige Einlage des Briten ist. Die Lichtkegel einer Handvoll Taschenlampen tasten sich durch den kahlen Wald. Knapp außerhalb der Reichweite der Leuchten ist etwas. Zwei smaragd­grüne Augen funkeln der Gruppe aus der Dunkelheit entgegen. Nach der ersten Schrecksekunde verabschieden sich die Teilnehmer mit einem kurzen „Gute Nacht“ eilig in die Sicherheit der Dachzelte, zwei Meter über dem Getier.

Stunden später kündigt fahles blaues Licht den Sonnenaufgang an. Auf dem Lagerfeuer köchelt der Kaffee, als die Offroader-­Besatzungen aus den Zelten klettern. Karl Hermann Katsch – da man hier grundsätzlich per du ist, kurz Charly gerufen – kümmert sich um das leibliche Wohl der Gruppe. Die interessiert sich aber erst mal für das Phänomen nächt­licher Besucher. Zusammen mit dem zweiten Tourguide, dem 70-jährigen Gerold Sentefol, stapft sie durch den fast weißen Sand. Die Mopane-Bäume sind kurz vor Beginn der Regenzeit kahl, haben rote, vertrocknete Blätter an den Zweigen. Gerold ist ein wandelndes Naturlexikon. In ­Namibia aufgewachsen und 37 Jahre als Tourguide unterwegs, kommt er jedem nächtlichen Besucher – ob Ameise oder Elefant – auf die Schliche. Schnell hat er die Fährte gefunden: „Eine Hyäne, ’ne große sogar. Ziemliche Feiglinge, gefährlich werden kann es nur, wenn sie dich schlafend ­erwischen, dann beißen sie schon mal zu. Doch im Dachzelt sind wir ja sicher.“ Beruhigend. Nach dem Frühstück geht es weiter durch den Moremi-Wildpark. Die Landschaft wirkt auf langen Strecken eintönig. Die gerade mal fahrzeugbreite Sandpiste zieht sich schier endlos durch das Schutzgebiet. Den Fahrern der Discovery verlangt der Untergrund einen gefühlvollen Umgang mit dem Gaspedal ab. Immer wieder geraten wir auf extrem weichen Untergrund. Wer hier zu wenig Schwung mitbringt, läuft Gefahr, sich festzufahren. Schlimm, denn bei Temperaturen von über 40 Grad im kaum ­vorhandenen Schatten wird das Freischaufeln zur schweißtreibenden Angelegenheit. Deshalb neigen die Reisenden spätestens nach der ersten Befrei­ungsaktion zu einer forscheren Fahrweise.

Doch Gerold warnt: „Passt auf die Dornen auf, die sind stabiler als die Reifen.“ In der Tat: Die bis zu fünf Zentimeter langen Selbstverteidigungsanlagen der Büsche zwingen wenige Minuten später einen Defender mit einem Platten zum Anhalten. Fein wie Puderzucker ist der graue bis gelbliche Sandstaub, die Luft riecht und schmeckt danach. Immer größer wird der Abstand zwischen den Fahrzeugen. Wer dem Vordermann zu nahe kommt, wird eingenebelt. Doch freie Sicht ist wichtig, will man die Tierwelt erleben. Die sammelt sich gegen Ende der Trockenzeit vornehmlich an den wenigen ­verbliebenen Wasserlöchern.
Oder im Bereich des Okawango-Flusses. Paviane huschen nur knapp vor dem Discovery über den Weg. Am anderen Flussufer planschen Elefanten im Wasser. Eine Schar Geier weckt die ­Aufmerksamkeit von Charly im Führungsfahrzeug. „Hier sind Löwen beim Mittagessen, folgt mir langsam.“ Mit sensiblem Gasfuß schließen die anderen auf. Die beiden ­Löwendamen lassen sich bei ihrer Mahlzeit nicht stören. Abgenagte Rippenknochen ragen aus einem zerfetz­ten kuhgroßen Kadaver. Plötzlich tönt es aus dem Funkgerät: „Charly, was gibt’s zum Abendessen?“

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