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Tour de France

Die Fahrzeuge der Werbekarawane

Tour de France Foto: Karl Heinz Goebel 43 Bilder

Das härteste Radrennen der Welt, die Tour de France, startet am Samstag, 4. Juli. Genau dort, wo alljährlich der prestigeträchtigste Formel 1-Grand Prix der Saison stattfindet: In Monaco. Aus diesem Anlass widmen wir uns den ausgeflippten Fahrzeugen, die die Tour begleiten.

04.07.2009

Während der dreiwöchigen Frankreichrundfahrt legen die Athleten auf zwei Rädern rund 3.500 Kilometer zurück. Immer vorneweg: die Werbekarawane, die mit zahlreichen skurrilen Fahrzeugen gespickt ist und die Zuschauer an den Etappen mit mehr oder weniger nützlichen Werbegeschenken erfreut. Bereits seit 1930 schlängeln sich die Werbefahrzeuge über die Etappen des härtesten Radrennens der Welt.

Spektakel Tour de France

Es ist Sommer und auf jeder Tour-Etappe das gleiche Bild: Schon Stunden vor dem ersten Radprofi säumen zigtausend Zuschauer den Straßenrand. Lange bevor die Helden auf zwei Rädern im Eiltempo an den anfeuernden Massen vorüberrasen, bahnt sich die Werbekarawane ihren Weg durch die Menschen-Spaliere: Fahrzeuge mit abenteuerlichen Karosserien und Aufbauten, die oftmals nur noch entfernt an ein Auto erinnern. Häufig sind es fahrende Bären, Löwen, Uhren, Flaschen oder Radfahrer, unter denen sich lediglich die ursprünglichen Fahrgestelle von Serienfahrzeugen befinden.
 
Kaum ist das erste Fahrzeug in Sicht, recken sich am Streckenrand Arme in die Höhe, es wird urplötzlich laut und Franzosen, Spanier, Italiener, Deutsche, Belgier, Niederländer, Briten rufen den Männern und Damen auf den bunten Wagen bettelnd zu: "Par ici!", "Para acá!", "Qui, qui!", "Hierher!". Die Variation an Werbegeschenken ist groß: Vom Schlüsselanhänger mit integrierten Kakao-Logo über riesige grüne Hände bis hin zu Lebensmitteln wie Käse oder Wurst ist alles mit dabei. Und Kappen. Immer wieder Kappen. Insgesamt fliegen in den drei Wochen der Tour 16 Millionen Geschenke in die wartende Menge.

Ganz gleich was von den unzähligen Wagen in hohem Bogen an das Volk verteilt wird - jeder will etwas davon abhaben. Zwischen den einzelnen Fahrzeugen wetzen Zuschauer umher, die vom Boden Rundkäse, Schlüsselanhänger oder Trillerpfeifen aufsammeln. Karneval im Hochsommer!

20 Kilometer lange Werbekarawane bei der Tour de France

Später werden sie bei der Ankunft der ersten Rennfahrer frenetisch die Fäuste in den Himmel strecken, auf Werbebanden trommeln oder unaufhörlich in die Hände klatschen. Wer bei der Werbekarawane schnell genug war und zwei der länglichen, aufblasbaren Anfeuerungsballons ergattern konnte, kann durch deren stetiges Aufeinanderklatschen gar für ohrenbetäubenden Lärm sorgen. Und überall schallt es den Radprofis entgegen: "Allez! Allez! Allez!".
 
Auch in diesem Jahr wird sich vor jeder Etappe wieder ein 20 Kilometer langer Werbezug aus 180 dekorierten Fahrzeugen in Gang setzen. 600 Menschen versorgen die Zuschauer an der Strecke mit rund zwölf Millionen Geschenken. 40 Marken nutzen die Gelegenheit zur wirkungsvollen Publicity. Motorradpolizisten, zwölf Mitglieder der Republikanischen Garde und drei Krankenwagen sorgen dafür, dass das 45-minütige Spektakel geordnet abläuft. A propos Ordnung: Vor jedem Start werden die Fahrzeuge der Caravane publicitaire auf eventuelle Gebrechen hin untersucht. Und es gibt strikte Regeln für die Fahrer der Werbefahrzeuge, die sich unter anderem genauestens an die zuvor festgelegte Höchstgeschwindigkeit halten müssen.

Jede der 40 vertretenen Marken investiert in den Auftritt bei der Tour de France zwischen 200.000 und 500.000 Euro für Werbeartikel. Und in Zeiten des Umweltschutzes achten auch die Organisatoren der Tour darauf, dass diese allesamt biologisch abbaubar sind und die Fahrzeuge die Umwelt möglichst wenig belasten.

Übrigens: Laut einer Umfrage unter den Tour-Besuchern kommen 39 Prozent der Zuschauer in erster Linie an die Strecke, um die Werbekarawane zu beklatschen und Geschenke einzuheimsen. In diesem Sinne: Vive le Tour!

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