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Tour England: Lake District

England ganz klassisch

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Kurz vor der schottischen Grenze ist England mystisch und wild. Die prallen Obstgärten Kents, die imperiale Pracht Londons, die mondänen Strandbäder des Südens sind weit und fern. Hier im Nordwesten treibt der Atlantik unaufhörlich neue, pechschwarze Wolken gegen die höchsten ­Gipfel Englands: Jeder Berg, der mehr misst als 3000 Fuß (914 Meter), liegt im Lake District.

03.12.2007 Powered by

In der Grafschaft Cumbria regnet es noch mehr als im übrigen ­Königreich (durchschnittlich 2000 Millimeter pro Jahr!). Die tiefen Täler sind sumpfig und die Wälder undurchdringlich. Die urtümliche Landschaft ist als Nationalpark geschützt (www.nationaltrust.org.uk). Zwischen Keswick (www.keswick.org) und Kendal war im frühen 19. Jahrhundert die Heimat großartiger Schriftsteller. Als Lake Poets kennen Literaten den Autorenkreis um William Wordsworth (www.wordsworth.org.uk & www.wordsworthhouse.org.uk), der mit seinem Guide to the Lakes die Gegend 1810 für den Tourismus entdeckte – von den Reisenden lebt die Region bis heute prächtig. Vorbei sind die harten Zeiten, in denen die raue, wasserdichte Wolle der Herdwick-Schafe (www.sheep-woolcentre.co.uk) oder Graphit und Schiefer die einzigen Einnahmequellen der Lakes waren (www.keswickminingmuseum.co.uk).

Den Dichtern sei Dank. Wordsworth hat gemeinsam mit seiner Frau auf dem Friedhof von Grasmere seine letzte Ruhe gefunden. Andere Poeten waren Zugvögel, die als Gäste für einen Sommer Landsitzen wie dem Mirehouse Glanz verliehen. Die Gastgeber sonnten sich im Flair der großen weiten Welt: So empfing der Herr von Mirehouse, James Spedding, in seiner wundervollen Bibliothek die Klassiker Alfred Tennyson und Thomas Carlyle.Wenn der Regen einst unaufhörlich gegen die Fensterscheiben prasselte, trafen sich die Autoren in den Kaminzimmern zu düsteren Gesprächsrunden – Scotch und Opium putschten die Stimmung auf. Dann lasen die Dichter einander Gruselgeschich­ten  – meist aus deutscher Feder – vor und tauchten tief in ein Reich morbider Fantasien hinab. Ken Russell erzählt in seinem Film Gothic von 1986, wie der Literatenkreis um Lord Byron sich in solch eine Ekstase brachte. Es ist die Entstehungsgeschichte eines Weltklassikers, denn Mary Shelley soll in solch einer Gewitternacht ihren berühmten Roman Victor Frankenstein oder der moderne Prome­theus ersonnen haben, der 1818 erschien. Marys Ehemann Percy Shelley gehörte ebenfalls zu den Lake Poets. Fährt man von den Tälern Borrowdales (www.borrowdale-gates.com ) nach Buttermere, dann will der ­Honister Pass ­bezwungen werden. Dort liegt die einzige noch aktive Schiefermine Englands. Ein Besuch lohnt sich (www.honister.com ; Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr, an Wochenenden ab 10 Uhr geöffnet). Schließlich prägen die mit Schieferschindeln gedeckten Häuser die Lakes ebenso wie die zahllosen Mauern und zauberhaften Brücken aus Feldstein. Seit der Römerzeit sind sie stumme Zeugen der Schafzucht und der Abgrenzung gegenüber den grausamen Kelten im Norden: Der Hadrian’s Wall trennt noch heute die Grafschaft Cumbria von den schottischen Lowlands.  Auf der Yew Tree Farm in Rosthwaite (www.yew-tree-farm.co.uk ) besuchen vornehmlich ­japanische Touristen den Drehort des Filmes Miss Potter mit Renée Zellweger und Ewan McGregor in den Hauptrollen. Die Kinderbuchautorin Beatrix Potter – weder verwandt noch verschwägert mit Harry – war Anfang des 20. Jahrhunderts quasi die letzte See-Poetin mit ihren Geschich­ten von Peter Rabbit und der Hill Top Farm. Ganz im Süden des Districts ­erwartet das Lakeland Motor Museum in Holker Hall die Liebhaber klassischer Automobile (www.lakelandmotormuseum.co.uk ).

Zwischen dem 3. Februar und dem 28. Oktober gibt es hier täglich eine Zeitreise zurück in die glücklichen Tages des briti­schen Automobilbaus. Gleich nebenan liegt das Herrenhaus Holker Hall, der Familiensitz von Lord und Lady Cavenish (www.holker-hall.co.uk ), einer jener schlossartigen Bauten, in denen sich Poeten und im Range Rover Reisende gleichermaßen wohlfühlen. Im zehn Hektar großen Park spaziert man gedankenverloren zwischen friedlich grasenden Damhirschen. Der Lake District verbindet auch 200 Jahre nach den Klassikern noch Wildnis mit Hochkultur.

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