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Toyota Area 86

Nicht nur Auto fahren, sondern Auto erleben

ams, Area 86 Foto: Aturo Rivas 14 Bilder

Immer mehr Japaner verlieren die Lust am Auto. Ausgerechnet Toyota, eigentlich eher für dröge Modelle bekannt, will sie ihnen zurückbringen. Wie? Mit viel Zubehör und Gemeinschaftssinn. Ein Besuch in der Area 86.

11.09.2014 Jens Dralle

Mal eben eine Bergstraße für eine Horde Toyota GT86-Fahrer sperren? Warum nicht? Koji Tanaka, verantwortlich für das Marketing sportlicher Modelle bei Toyota, sieht darin sogar eine Notwendigkeit.

"Viele Käufer des Toyota GT86 suchen nach einer Möglichkeit, ihr Auto auch wirklich ausprobieren zu können. Wir sorgen dafür, dass sie diese Möglichkeit bekommen," erklärt der smarte Japaner mit den blauen Schuhen. Er gibt GT86-Fahrern regelmäßig die Möglichkeit im Internet darüber abzustimmen, welches die schönste Passstraße im Land ist. Steht der Sieger fest, werden alle Teilnehmer dorthin eingeladen, extra ein so genanntes Pit House mit Café errichtet, die Straße gesperrt – und los geht’s.

Area 86 gibt es 282 in Japan

Seit Markteinführung des Toyota GT86 hat sich unter anderem durch diese Veranstaltung eine große Gemeinschaft gebildet, die mittlerweile selbst dafür sorgt, dass die Autos regelmäßig Auslauf bekommen. Und ganz nebenbei lässt sich mit dem Verkauf von Zubehör ein gutes Geschäft machen. Zu diesem Zweck erdachte Tanaka das Konzept der Area 86, die beim Händler eingerichtet und wo eine möglichst breite Palette an Tuning-Teilen angeboten wird.

In Japan existieren inzwischen 282 solcher Areas, eine davon im noblen Tokioter Viertel Setagaya Ward. Geschäftsführer Osamu Futakata entschuldigt sich gleich nach der landestypisch ausführlichen Begrüßung dafür, dass die Cup- und Rallye-Toyota-GT86 beide nicht im Ausstellungsraum stehen, da sie gerade im Einsatz seien. Dafür hängen jede Menge Spoiler, Auspuffanlagen, Bremssscheiben und Fahrwerkskomponenten an den Wänden, zum Teil aus der Toyota-eigenen Zubehör Linie, zum Teil von Tunern.

Toyota-GT86-Kunden investieren rund 1.500 Euro in Zubehör

"Durchschnittlich investieren Toyota-GT86-Käufer nochmals rund 1.500 Euro ins Zubehör. Einige wenige Kunden stecken aber auch rund 22.000 Euro extra in ihr Auto", sagt Futakata, der selbst bis vor einigen Jahren als Rennfahrer aktiv war und nun das hauseigene Motorsport-Team managt. Das Spektrum ist erstaunlich, von der Fußmatte bis hin zu Kompressor-Kit kann Futakata alles liefern. Selbst einsatzfertige Wettbewerbsautos können in der Area 86 bestellt werden. Und vor der Tür steht ein aufgerüsteter Vorführwagen, damit Interessenten das Zubehör live erleben können. Ein besonders teure Auspuffanlage darf auch schon mal eine Woche am eigenen Auto kostenlos zu testen. Noch mehr Service gefällig? Klar – all das geht auch sonntags. Nur das Ambiente in der Area 86 ist nüchterner als erwartet, kein Lifestyle-Chichi, sondern eher Werkstatt-Charme.

Das sei in der Branche üblich, heißt es, die Kunden seien sehr Technik-affin. Und was haben die gepimpten Van- und Hybrid-Modelle zu bedeuten? Sie zählen zur so genannten G’s-Serie und stellen für Toyota einen weiteren Baustein dar, Auto-Käufer den Fahrspaß zurückzubringen. Die G’s-Varianten laufen ganz normal von der jeweiligen Produktionslinie, verfügen allerdings über mehr Schweißpunkte für eine höhere Steifigkeit, ein modifiziertes Fahrwerk, größere Räder und eine nachgeschärfte Optik. Während Prius und Vellfire sich an Käufer richten, deren Familie aus einem GT86 herausgewachsen ist, soll der Aqua Interessenten anlocken, die sich noch keinen Toyota GT86 leisten können.

"Mittelfristig wollen wir mit dieser Strategie den Absatz unserer Sportmodelle von derzeit 2.000 auf rund 10.000 Fahrzeuge pro Monat anheben", referiert Marketing-Experte Tanaka – und darin ist noch nicht jener Sportwagen mit eingerechnet, den die Japaner derzeit zusammen mit BMW entwickeln. Mal sehen, ob Tanaka für dieses, gegenüber dem Toyota GT86 deutlich stärkere Modell wieder Passstraßen sperren lassen muss.

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