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Toyota Celica

Ami-Hüftschwung auf Japanisch

18 Bilder

Toyota-Fans sehnen eine Neuauflage der Celica herbei. Sie könnte endlich die emotionale Lücke im Modellprogramm schließen. Die erste Celica ist heute ein seltener Youngtimer.

03.12.2009 Powered by

Als die Studie FT-86 auf der Tokio Motor Show vorgestellt wurde, hielten Toyota-Fans den Atem an: Sollten die vernunftbetonten Japaner tatsächlich wieder einen reinrassigen Sportwagen auf der Pfanne haben? Der kraftvoll gezeichnete 2+2-Sitzer wirkt wie ein Pfeil, der auf die europäische Sportwagenkonkurrenz abgeschossen wird. Angetrieben wird der Nippon-Flitzer von einem zwei Liter großen Subaru-Boxer-Triebwerk mit rund 200 PS. Man darf hoffen, dass der Sportwagen die dröge Modellbezeichnung FT-86 noch ablegt. Für viele Toyota-Fans käme ohnehin nur ein Name in Frage: Toyota Celica.

Toyota FT-86 Concept 2:00 Min.

Toyota Celica: So schön kann spießig sein

Warum diese drei Silben noch heute jedem Reiskocher-Liebhaber einen wohligen Schauer über den Rücken jagen, kann man am Steuer des Originals leicht nachvollziehen. Das grüne Exemplar von 1975 stammt aus dem Fundus des Toyota-Händlers und Celica-Experten Friedhelm Engel und hat schon zahlreiche Youngtimer-Rallyes bestritten. Wenn man hinter dem dürren Dreispeichen-Lenkrad Platz nimmt, entdeckt man sogleich herrlich schrullige Details: Die sechs runden Hupknöpfe etwa, das mit Instrumenten überfrachtete Armaturenbrett oder die hübsch-hässliche Holzfolie. So schön kann spießig sein. Beim Dreh am dürren Zündschlüssel erwacht ein Vierzylinder mit 1,6 Litern Hubraum, zwei Nockenwellen und 107 PS zum Leben. Nicht viel für einen echten Sportwagen. Doch schon auf den ersten Metern zeigt sich, wie leichtfüßig die Toyota Celica ist, die leer nicht mal eine Tonne auf die Waage bringt. Unter 4.000 Touren gibt sich der Motor etwas unwillig, doch darüber wird das angestrengte Getöse des Vierzylinders mit ordentlichem Vortrieb belohnt.

Schnelle Drifts mit der Toyota Celica

Die Antriebsachse sitzt, wie sich das für ein sportliches Fahrzeug gehört, hinten – und das merkt man auch. Auf losem Untergrund und nasser Straße wackelt die Toyota Celica kokett mit dem Hintern. Der Pilot freut sich über schnelle Drifts und die Tatsache, dass sich der leichte Japaner mit beherztem Lenkeinsatz flugs wieder einfangen lässt. Als die erste Toyota Celica 1970 auf der Tokio Motor Show Premiere feierte, wirkte sie wie die Miniaturausgabe eines amerikanischen Muscle Cars: Ein tpyisches „Long hood / short deck“-Design (lange Haube, kurzes Heck), falsche Lufthutzen, viel Chromzierrat, markante Doppelscheinwerfer, eleganter Hüftschwung. Besonders deutlich wurden die Anleihen an amerikanischen Vorbildern bei der späteren Fließheck-Variante Celica Liftback. Das Heck mit den dreiteiligen Rückleuchten glich dem 70er Ford Mustang fast bis aufs Haar. Die erste Celica basierte auf der Plattform des Toyota Carina, und unter dem Blech steckte wenig aufregende, aber bewährte Technik. Unter der Haube ging nicht gerade die Post ab, das für Japan bestimmte Basismodell hatte 1,4 Liter Hubraum und 86 PS.

Die zweite Toyota Celica wirkte nicht mehr sehr aufregend
 
Das änderte sich mit der Toyota Celica ST, die auch in Deutschland angeboten wurde. Aus 1,6 Litern Hubraum holte der Motor mehr als 100 PS. Fünf Gänge, Dreispeichenlenkrad und 180 km/h Spitze waren Anfang der 70er durchaus sportlich zu nennen. Ab 1973 setzte die Toyota Celica 1.600 GT mit Doppelnockenwellenmotor, sportlichen Rallyestreifen und einem selbst sperrenden Hinterachsdifferenzial noch eins drauf. Ein Facelift Ende 1975 brachte neben der schicken Liftback-Version neue Optionen und Motoren. 1978 folgte die zweite Generation des Sportwagens, die mit ihrem kantigem Design allerdings nicht halb so faszinierend wirkte wie das Urmodell.

Die Ersatzteilversorgung ist katastrophal
 
Wer heute eine originale Toyota Celica (Fahrbericht Toyota Celica 1.8) in brauchbarem Zustand haben möchte, muss lange suchen. Und wenn man ein Exemplar ergattert hat, fangen die Probleme oft erst richtig an: „Die Ersatzteilversorgung ist komplett katastrophal“, bringt es Toyota Celica-Experte Friedhelm Engel auf den Punkt. „Wer eine Celica der ersten Serie im Zustand 1 oder 2 besitzt, hat mindestens 40.000 Euro hinein gesteckt“, sagt Engel. Er hat mehr als 30 Exemplare des kultigen Japaners aus verschiedenen Modellgenerationen zusammengetragen, darunter einzigartige Rallye-Fahrzeuge. Viele Schmuckstücke aus Engels Sammlung warten noch auf ihre Restaurierung.

In alte Japaner muss man oft mehr investieren, als sie wert sind

Der Fachbetrieb des Toyota-Händlers aus Wunsiedel im Fichtelgebirge hat sich nicht nur mit der Restaurierung alter Japaner einen Namen gemacht. Auch Porsche, Mercedes , Maserati und andere Marken werden dort teilrestauriert oder komplett neu aufgebaut. Für alte Japaner bringt das Team aber besonders viel Herzblut mit. „Oft bringen die Fahrzeuge auf dem Markt nicht den Wert, den man in sie investiert hat. Da muss man schon ein echter Liebhaber sein“, sagt Friedhelm Engel.

Der Nippon-Fan erhofft sich von Toyota eine Neuauflage der Toyota Celica und verspricht sich davon viel für das Image des umweltbewussten, aber auch ziemlich langweiligen Autoherstellers. „Toyota hat ein Sportwagen-Vakuum. Wenn dieses Auto kommt, muss es aggressiv und kraftvoll sein und junge Menschen ansprechen. Und es darf nicht mehr als 40.000 Euro kosten“, sagt Engel und ergänzt: „Man muss die japanischen Starrköpfe davon überzeugen, dass nur Emotionen die Marke nach vorn bringen“.

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