Toyota-Chef entschuldigt sich: Akio Toyoda gesteht schwere Fehler ein

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Die tödliche Pannenserie erschüttert den japanischen Autobauer Toyota in seinen Grundfesten. "Ich fürchte, das Tempo, in dem wir gewachsen sind, könnte zu schnell gewesen sein", heißt es in einer Stellungnahme von Konzernchef Akio Toyoda.

Diese wird am Mittwoch (24.2.) vor einem Untersuchungsausschuss des US-Kongresses verlesen. Das Management habe verlernt, auf die Kunden zu hören, es habe die Ausbildung seiner Leute vernachlässigt und die Entwicklung des Unternehmens aus den Augen verloren. "Ich bedauere, das dies zu den in den Rückrufen beschriebenen Sicherheitsproblemen geführt hat", sagte Toyoda. "Es tut mir sehr leid um jeden Toyota-Fahrer, der einen Unfall hatte."
Toyota will sich auf die Grundwerte des Unternehmens besinnen Namentlich wandte er sich an die Hinterbliebenen der Familie Saylor und sprach ihnen sein Mitgefühl aus. Im August vergangenen Jahres waren vier Familienmitglieder bei einem Unfall mit einer Lexus-Limousine ums Leben gekommen, weil der Wagen sich nicht mehr stoppen ließ und in einen Geländewagen raste. "Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, dass solch eine Tragödie niemals wieder passiert", sagte Toyoda. Insgesamt sollen 34 Menschen ihr Leben bei Unfällen verloren haben. Der Konzernchef versprach, dass sich Toyota auf die Grundwerte des Unternehmens zurück besinnt. "Mein Name steht auf jedem Auto", sagte der medienscheue Enkel des Firmengründers. Deshalb treffe ihn das Debakel besonders. "Ich wünsche mir mehr als irgendjemand anderes, dass Toyota-Autos sicher sind." Toyota ruft 8,5 Millionen Autos wegen diverser Defekte zurück Der Konzern ruft weltweit insgesamt mehr als 8,5 Millionen Autos wegen diverser Defekte zurück. Die meisten Wagen drohen, ungewollt zu beschleunigen. Bei einigen Hybridmodellen können die Bremsen zeitweise aussetzen. Die USA sind besonders betroffen. Hier war Toyota in den vergangenen Jahren zum zweitbeliebtesten Hersteller aufgestiegen gleich nach General Motors. "Es hat zu lange gedauert, bis wir ein seltenes aber ernstes Bündel an Sicherheitsproblemen in den Griff bekommen haben", sagte der US-Statthalter des Konzerns, James Lentz, am Dienstag zum Auftakt der Anhörungen in Washington ein. "Wir gestehen diese Fehler ein, wir bitten um Entschuldigung dafür."Viele Toyota-Modelle wurden nicht zurückgerufen Vorwürfe aus dem Kongress, Toyota habe bei der Suche nach den Ursachen der gefährlichen Defekte geschludert, hatte er bereits im Vorfeld zurückgewiesen: "Wir sind überzeugt, dass es keine Probleme mit dem elektronischen Gaspedal-System in unseren Fahrzeugen gibt." Die Ausschussvorsitzenden Henry Waxman und Bart Stupak hatten Toyota dafür gescholten, dass der Autobauer das ungewollte Beschleunigen einzig auf klemmende Gaspedale und rutschende Fußmatten zurückführt. "Toyota hat den amerikanischen Bürgern, den Autobesitzern und Händlern viel zu erklären", sagte Stupak. Er verwies darauf, dass es sehr viele Beschwerden von Kunden gebe, deren Wagen nicht zur Reparatur in die Werkstätten gerufen worden seien. Das Problem ist noch nicht ganz gelöst Auch für diese Autos müsse Toyota eine Lösung finden, forderte er. Mehrere Parlamentarier vermuteten Probleme in der Elektronik. Denn bei den meisten Toyota-Autos ist das Gaspedal über Sensoren und Chips mit dem Motor verbunden. Zwei geladene Sachverständige stützen dieses Sichtweise. Während der Anhörung musste Lentz einräumen, dass er nicht hundertprozentig ausschließen könne, dass es noch andere Ursachen für das ungewollte Beschleunigen gebe. Auch sei "nicht total" sicher, dass nach dem Rückruf alle Probleme beseitigt seien. Es bestehe eine "sehr, sehr kleine Möglichkeit", dass Toyota-Autos weiterhin ungewollt beschleunigten. "Wir müssen weiter testen." Toyota war bereits vor der Anhörung in die Defensive geraten. Über das Wochenende waren brisante Interna und neue Vorwürfe gegen den japanischen Autohersteller aufgetaucht. Toyota-Chef und US-Landeschef stellen sich den Fragen der Parlamentarier Toyota rühmte sich in einer Präsentation, durch gute Lobby-Arbeit in den USA vor drei Jahren einen teuren Rückruf vermieden zu haben. Die gefürchtete Börsenaufsicht SEC und New Yorker Strafverfolger schalteten sich in den Fall ein. Neben Konzernchef Akio Toyoda stellt sich am Mittwoch auch der zweite US-Landeschef, Yoshimi Inaba, den Fragen der Parlamentarier. Eine dritte und vorerst letzte Anhörung ist für den 2. März angesetzt.
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dpa/ama

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