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Toyota Mirai

78.580 Euro für das Brennstoffzellen-Auto

Toyota Mirai, ams, Fahrbericht Foto: Toyota 28 Bilder

Toyota startet Ende 2015 den Verkauf des Brennstoffzellen-Autos Mirai in Deutschland. Wir haben die Technik im Detail.

07.04.2015 Torsten Seibt

Mit dem Mirai tritt Toyota im Herbst auch auf dem deutschen Markt an. Das Brennstoffzellenfahrzeug sieht Toyota als ersten Schritt in eine neue Art der Antriebstechnik, die in den kommenden Jahrzehnten Benzin- und Dieselmotoren ersetzen soll. Verkürzt dargestellt handelt es sich beim Mirai um ein Elektroauto, das sich den benötigten Fahrstrom selbst erzeugt. Der Mirai gewinnt den Strom aus einer Brennstoffzelle, die mit Wasserstoff betrieben wird. In Reaktion mit dem Luftsauerstoff entsteht hierbei Strom und als einziges Abfallprodukt Wasserdampf – somit ist der Toyota Mirai effektiv ein emissionsfreies Fahrzeug.

Toyota Mirai
Vorstellung Brennstoffzellenauto Toyota Mirai 2:54 Min.

Toyota Mirai mit 500 km Reichweite

Verpackt ist die neue Technik in klassischer Limousinenform mit futuristischer Optik. Der Toyota Mirai ist kein Kleinwagen: Mit 4,89 Meter Länge, 1,81 Meter Breite und 1,54 Meter Höhe entspricht der Toyota Mirai einem E-Segment-Fahrzeug wie BMW 5er oder Mercedes E-Klasse. Als Systemleistung des Brennstoffzellen-Fahrzeugs gibt Toyota 154 PS und 335 Newtonmeter Drehmoment an. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 178 km/h limitiert.

Im Mirai kommt einige Technik zum Einsatz, die Toyota aus den Hybridmodellen bestens kennt: eine Hochvolt-Batterie dient als Stromzwischenspeicher (auch für die aus der Rekuperation zurückgewonnene Energie), die Steuerung für den Elektromotor an der Vorderachse wurde aus den Hybridmodellen der Marke weiterentwickelt.

Toyota betont, sämtliche Technik für den Mirai selbst entwickelt zu haben und stellt die Komponenten auch selbst her. So sei es unter anderem dank einer neuen Membrantechnologie gelungen, das "Kraftwerk" des Mirai, die Brennstoffzelle, gegenüber früheren Versionen um den Faktor zwei zu verkleinern. Die Brennstoffzelle sitzt unter den Vordersitzen im Wagenboden. Die beiden Wasserstofftanks bauen auf einer dreilagigen Konstruktion auf. Die Innenhülle besteht aus 25 Millimeter dickem Kunststoff, der mit Kohlefaser ummantelt ist. In einer dritten Lage wird Glasfasergewebe aufgebracht. Die Tanks sollen laut Toyota absolut dicht und diffusionsfrei sein und den getankten Wasserstoff auch über längere Standzeiten verlustfrei speichern können.

Tanken an der Zapfsäule

Der Wasserstoff wird über eine Zapfpistole getankt, die denen für LPG-Fahrzeuge ähnelt. Rund vier Minuten veranschlagt Toyota für einen Tankvorgang, dann sind die insgesamt 122 Liter fassenden und 87,5 Kilo schweren Tanks voll, fünf Kilo hochkomprimierter Wasserstoff an Bord. Für den Betrieb in der Brennstoffzelle ist nicht der hohe Tankdruck notwendig: über einen Druckminderer wird der Wasserstoff in die Brennstoffzelle geleitet, eine Tankfüllung soll ausreichend Strom für rund 500 Kilometer Reichweite erzeugen. Den für die Reaktion nötigen Sauerstoff pumpt ein eigener Kompressor in die Brennstoffzelle, die zudem ausreichend Abwärme liefert, um das Fahrzeug zu beheizen.

Die Wasserstofftanks sind von unten am Fahrzeugboden verschraubt und so in die Fahrzeugstruktur integriert, dass eine Leckage bei einem Unfall vermieden wird. Bedenken, der unter Druck stehende Wasserstoff könnte bei Unfällen zu einer schweren Explosion führen, entkräftet Toyota – das System sei sicherer und vor allem weit weniger brandgefährlich als ein konventioneller, mit Benzin gefüllter Autotank. Der leichte Wasserstoff würde bei einer Undichtigkeit gefahrlos entweichen.

Diese Flüchtigkeit des neuen Kraftstoffs sorgt auch dafür, dass sich Werkstätten entsprechend auf Wartung und Reparatur eines Toyota Mirai vorbereiten müssen. So sind neue Apparaturen zum Aufspüren von Wasserstoff-Lecks nötig, außerdem müssen die Werkstatträume mit Wasserstoff-Detektoren ausgerüstet werden, um bei einer unbemerkten Leckage vor dem geruchlosen, leicht entzündlichen Gas zu warnen.

Der Toyota Mirai wird derzeit noch in Handarbeit zusammengebaut, was die geringe Produktionskapazität verursacht: momentan bringt es das Werk Motomachi, wo der Toyota Mirai gebaut wird, auf drei Fahrzeuge pro Tag. Im kommenden Jahr soll die Kapazität auf neun Mirai täglich gesteigert werden, um eine Jahresproduktion von 2.100 Fahrzeugen zu bewältigen, 2017 plant Toyota mit 3.000 Einheiten/Jahr. Gleichzeitig signalisiert der Hersteller, dass es sich hierbei um keine "Einstagsfliege" handeln wird: bereits jetzt befänden sich Facelift-Modell und Nachfolge-Generation des Mirai in Planung und Entwicklung. Eine Ausweitung des Brennstoffzellenkonzepts auf weitere Baureihen dagegen ist nach derzeitigem Stand noch kein Thema.

In Deutschland werden die verfügbaren Mirai-Modelle in Vollausstattung antreten, die Toyota mit 78.580 Euro einpreist. Im September sollen hierzu endgültige Daten und Termine genannt werden.

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