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Toyota GT 86 im Innenraumcheck

Kleiner Raum, viele Möglichkeiten

Toyota GT 86 Foto: tge/dde 43 Bilder

Mit dem GT 86 hat Toyota ab September endlich wieder einen Sportwagen im Programm. Seit 2006 tüfteln die Japaner an ihrer neuen Sportskanone. Wir wollen sehen, welche Mühen in den Innenraum investiert wurden.

14.08.2012 Thomas Gerhardt

Erinnern Sie sich noch an den Werbeslogan: "Nichts ist unmöglich, Toyootaaa!" ? Für Unmöglich hätte manch einer wohl auch die Tatsache gehalten, dass in Zeiten von Technik-beladenen Automobil-Neuheiten noch ein leichtes, Fahrspaß-orientiertes und im Preis mehr als akzeptables Sportcoupé auf den Markt kommt. Und dass auch noch von Toyota, die sich sieben lange Jahre aus dem Sportwagen-Segment zurückgezogen hatten. Zusammen mit Partner Subaru melden sich die Japaner ab September mit den Modellen BRZ und GT 86 endlich zurück.

Sein Fahrspaß-Potential durfte der von einem 210 PS starken Boxermotor befeuerte Toyota GT 86 bereits im Einzeltest (Heft 17/2012) unter Beweis stellen. Heute nehmen wir den Innenraum des insgesamt 32.690 Euro teuren Sportcoupés (Basispreis: 29.990 Euro) genauer unter die Lupe, wollen sehen, was dem Hersteller hier trotz des Kostendrucks möglich war.

Toyota GT86 57 Sek.

Toyota GT 86 mit ergonomisch einwandfreiem Cockpit

Gerade einmal 1,28 Meter misst der Toyota GT 86 in der Höhe und ist somit sogar niedriger als ein Porsche 911 Carrera (1,30 Meter). Da wird das Einsteigen zur Gymnastikübung. Gut, dass die Türen schön weit öffnen, so kommen auch 1,90-Meter-Personen in einem Rutsch hinter das Cockpit. Platz genommen wird auf zwei, mit Alcantara und Leder bezogenen Sportsitzen, die mit ihren roten Kontrastnähten nicht nur gut aussehen, sondern dank ihrer guten Polsterung auch bequem sind. Die manuelle Sitzverstellung ist unkompliziert und binnen Sekunden abgehakt. Ein wenig störend sind dabei nur die zu weit auseinander liegenden Rastungen.

Im Innenraum des Toyota GT 86 setzt sich die klare und sportliche Linie der Karosserie fort. Das Cockpit konzentriert sich auf das Wesentliche und ist ergonomisch einwandfrei gestaltet. Auch ohne hochwertige Materialien macht der Toyota innen einen guten Eindruck. Die Verarbeitung ist zwar nicht spitzenmäßig, aber für den Kaufpreis absolut in Ordnung. Etwas bemüht wirkt dagegen die Kunststoffblende über dem Handschuhfach, die auch mit ihrem Karbon-Anstrich nicht von ihren Polymer-Genen ablenken kann. Die gut ablesbaren Instrumente hinter dem kleinen, mit perforiertem Leder bezogenen Lenkrad, werden von einem zentralen Drehzahlmesser dominiert, der mit einer zusätzlichen Digitalanzeige für die Geschwindigkeit bestückt ist.

Einfache und gut verarbeitete Bedienung

Wer eine Navigationsfunktion braucht, muss mindestens 550 Euro investieren, bekommt dafür aber ein Infotainmentsystem, dessen Touchscreen zuverlässig auf jeden Fingertipp folgt und in Sekundenschnelle eine Route berechnet. Lieblingslieder können auf der Audioanlage des Toyota GT 86 auch mal laut aufgedreht werden, ohne dass es gleich irgendwo zu scheppern beginnt. Lediglich die Bluetoothfunktion für die drahtlose Anbindung eines Mobiltelefons hat in unserem Testwagen leider nicht funktioniert.

Gut funktioniert hat dagegen die Klimaautomatik, die auf Wunsch ordentlich Wind durch die kleinen Belüftungsschlitze bläst und schnell für die gewünschten Temperaturen sorgt. Die Bedienung über die drei Drehregler und fünf Kippschalter ist simpel, gut verarbeitet und hinter dem Schaltknauf leicht erreichbar. Darunter befindet sich der Startknopf für den Motor, der für unseren Geschmack eine prominentere Position verdient hätte.

Toyota GT 86 mit viel Platz im Heckabteil

Nicht wirklich prominent ist erwartungsgemäß auch das Ablagenangebot im Toyota GT 86. Neben den Fächern in den Türen, die Platz für Getränkeflaschen bieten, kann Kleinkram wie Schlüssel, Mobiltelefon und Portemonnaie in einem Fach in der Mittelkonsole verstaut werden. Das Platzangebot im Handschuhfach ist mit der Bedienungsanleitung beinahe ausgelastet.

Dass das Unternehmen den Nutzwert des Toyota GT 86 aber keineswegs vernachlässigt hat, zeigt das Raumangebot hinter den beiden vorderen Passagieren. Als 2+2-Sitzer ist der Toyota GT 86 zwar kein komfortabler Reisebegleiter für vier Personen, doch mit der, in diesem Segment absolut seltenen, komplett umklappbaren Rückbank wächst der Stauraum um ein Vielfaches. Der Toyota-Gedanke: Hobby-Rennfahrer sollen mit einem zusätzlichen Reifen-Set, Helm sowie Werkzeug zu einer Rennstrecke reisen können, ohne dass ein zweites Transportfahrzeug nötig wird. Für Wochenendausflüge zu zweit oder einen größeren Einkauf sollte der 243 Liter fassende Kofferraum ohnehin genügen.

Unser Fazit: Die Japaner machen im Innenraum des Toyota GT 86 zwar nicht das Unmögliche möglich, wissen allerdings mit einem angenehmen, kühl-sportlichem Ambiente, einfacher Bedienung, guter Qualität und einer überraschenden Variabilität zu überzeugen.

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