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Toyota Land Cruiser 2.8 D-4D im Fahrbericht

So fährt der neue Land Cruiser

Toyota Land Cruiser 2.8 D-4D 23 Bilder

Renovierung einer Legende: mit neuem Motor und Getriebe waren wir mit dem 2016er-Jahrgang des Land Cruiser dort unterwegs, wo er daheim ist. Im Gelände.

07.10.2015 Torsten Seibt Powered by

Für den weltgrößten Autohersteller ist es durchaus eine Herausforderung, wenn eine der wichtigsten Motorenfamilien abgelöst wird. Der ehrwürdige Dreiliter-Diesel und sein kleineres 2,5-Liter-Pendant werden künftig durch rundum neue Versionen ersetzt. Bei uns macht der Toyota Land Cruiser den Anfang der Einsatzkräfte für die neue Diesel-Generation. Der Land Cruiser kann ab sofort mit dem 2,8-Liter-Vierzylinder geordert werden, der Dreiliter ist Geschichte.

Der bisherige Dreiliter-Vierzylinder-Commonrail-Motor mit 16 Ventilen war im Jahr 2000 erstmals vorgestellt worden und seitdem hunderttausendfach unter anderem im Toyota Land Cruiser, Toyota Hilux und sogar im Toyota Hiace installiert worden.

Die weltweit immer schärferen Abgasgesetze, aber auch die Notwendigkeit einer Verbrauchsreduzierung bringen 15 Jahre später eine neue Motorengeneration auf den Spielplan, welche Toyota "Global Diesel" nennt. Daraus resultiert auch der Motorencode (GD). Hiervon kommen künftig zwei Varianten zum Einsatz: der 2,4-Liter namens 2-GD-FTV und der 2,8 Liter mit dem Motorencode 1-GD-FTV – unser Spielkamerad beim ersten Ausflug mit dem neuen Land Cruiser in Island. 700.000 Motoren der neuen Familie will Toyota künftig pro Jahr bauen, ein recht deutlicher Hinweis auf die Wichtigkeit der Entwicklung.

1-GD-FTV als neuer Weltmotor

Auf 200 Kubikzentimeter müssen Land Cruiser-Fahrer künftig verzichten, ebenso auf 13 PS. Dafür bekommen sie mehr Punch unter die Haube, das Drehmoment steigt um 30 auf 450 Newtonmeter. Mit gerade einmal 63 PS Literleistung machen die Japaner schon auf dem Papier klar, wo die Präferenzen bei der Entwicklung des neuen Motors lagen: Haltbarkeit statt Spitzenleistung. Kleiner Vergleich aus Autobahn-Land: Der Dreiliter-Triturbo-Diesel im BMW X5 M50d mit 381 PS liefert locker die doppelte Literleistung ab, wenn´s pressiert.

Das Thema Linksspur-Hoheit dürfte damit bereits vor dem ersten gefahrenen Meter geklärt sein. Wer sich für einen Land Cruiser interessiert, tut das in den allerseltensten Fällen, weil er es ständig unheimlich eilig hat. Daran ändert der neue 2,8-Liter-Diesel kein bisschen.

Dafür aber an der Laufkultur. Mit einer neuen Ausgleichswelle, veränderten Motorlagern und dem insgesamt stark renovierten Brennverfahren durch unter anderem neuartige Kolben und geringere Verdichtung läuft der neue Diesel spür- und hörbar sanfter. Das merkt man nicht nur in der Kabine, sondern auch nach dem morgendlichen Kaltstart als Außenstehender. Wo der bisherige Dreiliter in solchen Situationen doch arg nutzfahrzeugig vor sich hin hämmerte, läuft die Verbrennung nun viel weicher und leiser ab. Ein nicht ganz unwichtiges Detail am Rande: die Ventilsteuerung wird jetzt per Kette statt wie bisher über einen Zahnriemen erledigt.

Neben einem neuen Sechsgang-Schaltgetriebe kommt auch die neue, ebenfalls sechsstufige Automatik mit dem 1-GD-FTV zum Einsatz. Land Cruiser-Fans werden das zunächst mit Freude vernehmen, denn auch nach dem finalen Upgrade im Facelift-Modell des Land Cruiser war die Beziehung des alten Motors mit der betagten Fünfstufen-Automatik von echter Harmonie ein gewisses Stück entfernt.

ModellLand Cruiser 2.8 D-4D 5tür.
Länge/Breite/Höhe4.780/1.855/1.890 mm
Radstand2.790 mm
Kofferraumvolumen621-1.934 l
Bodenfreiheit215 mm
Motor4zyl.-R-Turbodiesel
Hubraum2.755 ccm
Leistung177 PS
Drehmoment450 Nm
Getriebe6G-Schaltgetr./Autom.
Normverbrauch7,4l D
Leergewichtab 2.420 kg
zul. Gesamtgew.2.990 kg
Anhängelast3.000 kg
Preis Land Cruiser43.090 EUR
Preis Comfort51.390 EUR
Preis Executive61.290 EUR
Preis TEC-Edition66.240 EUR
Automatik (S bei Ex./TEC)2.200 EUR

Der 2.8 D-4D ist neu, das Getriebe auch

An der restlichen Ausstattung hat sich mit der Umstellung auf den neuen Antrieb nichts getan, diese wurde bereits beim letzten Facelift auf das aktuelle Level gebracht. Bis hin zum Pre-Crash-Safety-System mit Abstandsregel-Tempomat oder auch mit einem WLAN-Hotspot lässt sich der Toyota Land Cruiser inzwischen aufrüsten und soll damit auch das Verkaufsende des luxuriösen Land Cruiser V8 in Westeuropa ein bisschen kompensieren.

Nun aber los! Schon auf den ersten Metern macht der Toyota Land Cruiser klar, warum er heißt, wie er heißt. Wortwörtlich kreuzt der schwere Geländewagen mit dem Habitus eines Hochseeschleppers davon. Während der Kapitän am Ruder mit Seebärenblick den Horizont scannt, wogt das mit bemerkenswerten Federwegen versehene Fahrwerk gelassen um die nächste Biegung.

Eine leichte Enttäuschung lässt sich dennoch nicht verbergen: auch in dieser völlig neuen Konfiguration aus Sechsgang-Automatik und 2.8er Diesel haben die japanischen Ingenieure einen für Europäer nicht auf Anhieb nachvollziehbaren Ansatz zur Kooperation und Kommunikation zwischen den beiden Kompenenten gewählt. Verkürzt ließe sich auch sagen: das Ding mit dem Wandler ist immer noch suboptimal.

Toller Motor, komischer Wandler

Und wirklich liefert die neue, sehr langhubig ausgelegte Maschine schon bei niedrigsten Drehzahlen einen bemerkenswerten Durchzug, der den in dieser Beziehung bereits außerordentlichen Vorgängermotor noch einmal spürbar übertrifft. Der Vierzylinder zieht von unten wie ein Bulle, ist schon bei 1.000 Touren bärenstark und empfindet Drehzahlen jenseits der 3.500er Marke als völlig unbotmäßige Hetzerei. Ein Geländewagen-Diesel wie aus dem Bilderbuch.

Würde sich die Automatik auf diese Charakteristik einlassen, wäre dies eine große Freude. Jedoch wird schon bei leichten Gaspedalbewegungen die Wandlerüberbrückung wieder geöffnet und der Motor zu mehr oder minder effektfreier Drehzahlsteigerung gezwungen. Es ist zwar nicht mehr so arg wie mit dem Vorgängermotor/-getriebe, aber dennoch irritierend und auch dem Verbrauch sicher nicht zuträglich, wenn die Maschine im Öl des Drehmomentwandlers rührt, statt strikten Vortrieb zu erzeugen.

Der neue Land Cruiser bleibt Gelände-König

Ist halt so, sagt der Land Cruiser, und wir biegen ins Gelände ab. Schotter- und Schlaglochpisten, Verwindungsstrecken, kilometerweise Niemandsland bis zum Horizont. Hier schlägt die große Stunde des großen Toyota. Während draußen das isländische Herbstwetter tobt und wütet, sitzen Pilot und Passagiere wohlbehütet bei gedämpfter Zimmerlautstärke in dieser Burg von einem Auto, unterhalten sich über Gott und die Welt, tragen Dispute über die vom Telefon gestreamte Musikauswahl aus. Selbst wenn jetzt Godzilla um die Ecke käme, notorisch schlecht gelaunt, wir würden freundlich winken und einen kleinen Haken schlagen. War da was?

An der unbedingten Gelände- und Fernreisetauglichkeit des Toyota Land Cruiser auch unter widrigsten Bedingungen hat sich nichts geändert: enorme Verschränkung, eine hübsch kurze Untersetzung, das stoisch-satt federnde Fahrwerk, Hinterachssperre, 700 Millimeter Wattiefe – das funktioniert einfach richtig gut. Zum rasen gibt es sehr viel besseres, zum reisen – auch da, wo alle Straßen enden – nur wenig ebenbürtiges.

Preislich gibt sich Toyota mit dem neuen Land Cruiser kundenfreundlich: verglichen mit dem Modelljahr 2015 sind die Basismodelle nun sogar günstiger, die besser ausgestatteten Varianten liegen wenige hundert Euro über den bisherigen Modellen.

Fazit:

Der neue, leisere und drehmomentgewaltigere Motor unterstreicht den Charakter des Toyota Land Cruiser deutlich. Die Zusammenarbeit zwischen Motor und Automatik bietet noch Raum zur programmiertechnischen Verbesserung – aber es gibt ihn ja auch noch mit Schaltgetriebe.

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