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Toyota ruft kippelnde Geländewagen zurück

34.000 SUV müssen in die Werkstätten

Foto: Lexus 22 Bilder

Eine Woche nach dem Bekanntwerden von Sicherheitsmängeln an Geländewagen ruft Toyota 34.000 Fahrzeuge weltweit in die Werkstätten zurück. Bei einem Ausweichmanöver oder in Kurven bei hoher Geschwindigkeit könnten der Lexus GX 460 sowie der Land Cruiser Prado seitlich wegschlittern.

20.04.2010 Powered by

Das teilte der japanische Autohersteller am Dienstag (20.4.) mit. Ursache sei das elektronische Stabilitätsprogramm (VSC), das nun verändert wird.

Rückruf für 34.000 Autos weltweit

Vom Lexus GX 460 werden rund 13.000 Fahrzeuge in die Werkstätten gerufen, die meisten davon in den USA (rund 9.400). Vom Land Cruiser sind 21.000 Fahrzeuge betroffen, aber ausschließlich solche, bei denen das Steuer links angebracht ist. Damit sind wesentlich mehr Fahrzeuge betroffen, als bisher bekannt. In Europa sind insgesamt rund 7.500 Fahrzeuge beider Modellreihen von dem Rückruf betroffen.

420 Landcruiser in Deutschland betroffen

Toyota Deutschland wird in den kommenden Wochen 420 Landcruiser aus dem Bauzeitraum August 2009 bis April 2010 über das KBA in die Werkstätten zurückrufen. Betroffen von dem freiwilligen Rückruf sind ausschließlich Fahrzeuge mit dem Fahrdynamiksystem KDSS. Diese erhalten bei dem rund 30 minütigen Werkstattaufenthalt ein Softwareupdate.

Ein einflussreiches US-Magazin hatte die Frage nach der Sicherheit des Lexus-Geländewagens aufgeworfen. Toyota bestätigte die unsichere Straßenlage in Extremsituationen nach eigenen Tests. Die Geländewagen haben einen hohen Schwerpunkt, was sie anfälliger fürs Umkippen macht. Im Normalfall hält das serienmäßige elektronische Stabilitätsprogramm die Autos aber im Zaum. Unfälle wegen des Defekts sind nicht bekannt. Verglichen mit den anderen Pannen des weltgrößten Autoherstellers nimmt sich diese klein aus. Zuletzt hatte Toyota 870.000 Minivans in Nordamerika zurückgerufen, weil das Reserverad nach Rostschäden auf die Straße zu stürzen drohte.  

Toyota-Rückrufdebakel nimmt kein Ende


Weitere 8,5 Millionen Autos weltweit mussten wegen klemmender Gaspedale, rutschender Fußmatten und kurzzeitig aussetzender Bremsen in die Werkstätten. Das US-Verkehrsministerium hat Toyota auf dem Kieker. Minister Ray LaHood wirft dem Autohersteller vor, die Defekte über Monate verheimlicht zu haben und auch jetzt noch nicht die ganze Wahrheit zu sagen. Toyota akzeptierte am Montag eine Strafe von knapp 16,4 Millionen - ohne allerdings eine Schuld einzugestehen. Der Konzern will nach eigenem Bekunden einem langwierigen Verfahren aus dem Weg gehen.    

Niemals zuvor hatte die Regierung die maximal mögliche Strafe gegen einen Autohersteller verhängt. Und es könnten weitere folgen, wie Verkehrsminister LaHood andeutete. Noch immer ist nicht endgültig geklärt, was der Grund für das ungewollte Beschleunigen in etlichen Modellen ist. Toyota beharrt darauf, dass mechanische Probleme vorliegen, einige Experten und viele Politiker gehen indes von einem Versagen der Elektronik aus.

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